MAX & IGGOR CAVALERA | HEALING MAGIC

Return Beneath Arise

21.11.2019 - Berlin @ Kesselhaus


Max und Igor Cavalera sind ja bekanntlich schon seit ewiger Zeit keine offiziellen SEPULTURA – Members mehr. Trotz alle dem wildern die beiden Brüder im großen Fundus der Band und touren gern mal zu diversen Jubiläen. Zum Beispiel 2016/17 mit der „Return to Roots“ – Tour und nun aktuell mit der „Return Beneath Arise“- Tour. Erstaunlicherweise wurde der 25. Geburtstag von „Chaos A.D.“ ausgelassen.

Jedenfalls stehen die beiden Buben voll im Saft und präsentieren just die wohl wichtigsten Alben des frühen Neo – Thrash. „Beneath the Remains“ (1989) und „Arise“ (1991) gingen damals komplett durch die Decke und waren bahnbrechende Vorreiter des danach sehr beliebten BioPanTuraHead – Sounds Mitte der 90-er Jahre. Ich erinnere mich noch ganz gut, als ich die Jungspunde das erste Mal 1989 im Vorprogramm von SODOM gesehen habe. Die Band war unglaublich gierig und stellte das Ruhrpott – Trio völlig in den Schatten. Diese frische Spielfreude schienen sogar damals SLAYER als gefährlich empfunden zu haben und weigerten sich öfters mit dem brasilianischen Abrisskommando zu touren.
Anno 2019, was ist von dieser Gefahr und unbekümmerten Energie übriggeblieben? Allerorts waren fast alle Konzerte ausverkauft, großes Interesse war also mehr als vorhanden. Sicherlich konnte man hier von einem Veteranentreffen sprechen, also war ich gespannt wer sich von den alten Haudegen alles so die Ehre gibt.

Vor Ort angekommen bestätigte sich umgehend meine Vorahnung. Nachdem massig Hände geschüttelt und Schultern geklopft waren, fand ich Einlass in der Kulturbrauerei. Der Saal war bis in die Oberränge proppenvoll und mit seinem Scharm der alten Maschinenhalle war die Location auch optisch für jenes Unterfangen bestens geeignet.

Vorne weg buhlten HEALING MAGIC bereits um die Gunst des Publikums. Auch wenn Max`s Sohn Amadeus hier für Gitarre und Gesang sorgte, half der Promibonus nicht wirklich aus um zu überzeugen. Der Celtic Frost – lastige Deaththrash war einfach zu gewöhnlich und konnte nur Anstandsapplaus ernten.

Nach einer erstaunlich kurzen Umbaupause ertönte das Intro von „Beneath the Remains“ und jeder wusste was jetzt auf uns hereinbricht. Erstaunlich fit und tight legte der Vierer brachial los und bescherte uns einen Ohrgasmus nach dem anderen. Die beiden SOULFLY – Kollegen Mike Leon (bg) und Marc Rizzo (git) fügten sich perfekt ins Quartett ein und überzeugten mit souveräner Leistung, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Da agierte nämlich Max wie ein Herrscher. Sein, sonst so, bescheidenes Gitarrengezupfe wurde diesmal durch ordentliches Geschrubbe ersetzt. Sicherlich bestritt sein Sechsaitengefährte die meiste Arbeit, aber Max machte am Griffbrett ne mehr als gute Figur. Seine Ansagen puschten die Meute, die vom ersten Ton an Kopf stand und jeden Song lautstark abfeierte. Textsicherheit war hier selbstverständlich und wurde auch von der Band gern genutzt um ausufernde Mitsingspielchen zu zelebrieren. Vor allen bei Songs wie „Altered State“ ( mit geilem „War Pigs“ – Mittelteil ), den beiden Motörhead - Covern „Orgasmatron“ & „Ace of Spades“ sowie beim Abschlussmedley wurden die Stimmbänder der Zuschauer mehr als gefordert. Die Zugabenummer „Roots Bloody Roots“ fand ich zwar etwas am Thema vorbei, wurde aber trotzdem für einen mächtigen Moshpit genutzt um nochmal richtig die Sau durch die Bude zu jagen. Nach gut 1 ½ Stunden war dann Schicht im Schacht und alle waren glücklich und zufrieden. Vor allem Igor genoss das Ende sichtlich, ackerte er schließlich die ganze Zeit ununterbrochen wie ein Tier hinter seiner Droschke.
Ein gelungener Abend wie ich reflektierend finde. Diese besagte Energie der Anfangstage von SEPULTURA konnte natürlich nur bedingt rekapituliert werden. Aber nach 30 Jahren war es ne verdammt gute Leistung der Brüder Cavalera, vor allem von Max, der ja mittlerweile auch sichtlich diverse Pfunde zugelegt hat.

Jetzt stellt sich natürlich die große Frage wie es mit den beiden weitergeht!? In naher Zukunft gibt es ja nix mehr zu feiern, da ja nun alle Sepultura - Platten, mit ihnen als Beteiligte, abgehandelt sind. Vielleicht ein neues Cavalera Conspiracy – Album? Man weiß es nicht, so lassen wir uns mal überraschen.

Setlist:
01. Beneath the Remains
02. Inner Self
03. Stronger Than Hate
04. Mass Hypnosis
05. Slaves of Pain
06. Primitive Future
07. Arise
08. Dead Embryonic Cells
09. Desperate Cry
10. Altered State (including improvisation War Pigs / Black Sabbath)
11. Infected Voice
12. Orgasmatron
13. Ace of Spades
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14. Troops of Doom
15. Roots Bloody Roots


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