Alben des Jahres 2023

DIE Alben DES MONATS (04/24)

Audio Interviews

wo wir waren

Interviews

Wir hörten früher gerne

So fing alles an



Aktuelle Meldungen

Aktuelle Meldungen

Maiks Metallische Mottenkiste Vol.11

Die Stromgitarren-Urschleimsuppe von und mit Herrn Godau: Heute: TYTAN






Im Zuge meiner metallischen Mottenkisten- Kramerei möchte ich nun das Land aufsuchen, welches man wohl uneingeschränkt als das Geburtsland des Heavy Metal gelten lassen kann. Und zwar England. Auch da hatten einige Bands mit Problemen zu kämpfen, die einem damals verdienten Erfolg boshaft im Wege standen. Dazu gehört auch die Band TYTAN, die ich heute einmal etwas näher beleuchten möchte.

Da trotz einem guten Album, aber grauenvollem Management und Missachtung durch die britische Presse, die teilweise bis zum Rufmord ging, die Legende ANGEL WITCH vor dem momentanen großen schwarzen Loch stand, stiegen 1981 Drummer Dave Dufort und Bassist Kevin „Skids“ Riddles aus und gründeten die Formation TYTAN. Komplettiert wurde die neue Band mit dem Sänger Norman „Kal“ Swan und den beiden Gitarristen Steve Gibbs und Stuart Adams.

Schon 1982 erschien über das Label Kamaflage Records die EP „Blind Men And Fools“, deren Titelsong den ersten Hit der Band darstellte. Der Rest war eher durchwachsen und teilweise äußerst merkwürdig. „Ballad Of Edward Case“ wirkt wie ein Hörspiel und der Anfang von „Sad Man“ sorgt für Nervenentzündung. Kurz nach Erscheinen wurde Gitarrist Adams durch Gary Owens ersetzt, aber nur für kurze Zeit, denn bald schon übernahm Steve Mann den zweiten Sechssaiter.

Im selben Jahr enterten TYTAN die Rampart Studios in Battersea, um ihr Debutalbum „Rough Justice“ aufzunehmen. Zunächst aber verließ Dave Dufort die Band und Ex- JUDAS PRIEST – Drummer Les Binks übernahm die Schießbude. Bei einem Song („Women On The Frontline“) übernahm ROCK GODDESS- Röhre Jody Turner die Gastvocals. Doch auch ein Ex- PRIESTer wie Binks hatte nur einen Kurzauftritt in TYTAN, denn schon während der Tour mit TYGERS OF PAN TANG im Oktober ersetzten ihn seine Bandkollegen durch Tony Boden, der diesen Stuhl auch bald schon wieder für Simon Wright (ja, genau der, der 1983 bei AC/DC einstieg) räumen musste.

Zu all diesem personellen Hütchenspiel kam noch erschwerend, dass das Label Kamaflage Records in finanzielle Schwierigkeiten kam und sich die Veröffentlichung des Albums immer weiter verzögerte. Erst 1985 wurde die Platte über Metal Master Records herausgebracht. Enthalten waren neben den neuen Songs auch alle drei Tracks der Debüt- EP, natürlich in einer etwas aufgepowerten Version. Doch auch Songs wie „Money For Love“, „Cold Bitch“, „Far Cry“ oder „Forever Gone“ zogen ordentliche Schneisen und boten cooles Futter für die stetig anwachsende Klientel der Headbanger.

Das Coverartwork war ein typisches Kind seiner Zeit. Ein martialischer Krieger, der außer seiner stachligen Rüstung sonst scheinbar keiner Kleidung bedarf, droht dem Betrachter mit einer riesigen Axt und erinnert an einschlägige Comics oder Fantasy- Artworks. Musikalisch konnte man TYTAN etwa zwischen ANGEL WITCH und den TYGERS OF PAN TANG einordnen.

Das Erlebnis des Debütalbums konnte die Band allerdings nicht mehr feiern, denn bereits 1983 hatte die Band das Handtuch geworfen. Wright ging, wie gesagt zu AC/DC, kam später dann auch bei DIO und UFO zum Einsatz, Sänger Kal Swan sang später bei LION, während Steve Mann irgendwann im Dunstkreis von MICHAEL SCHENKER auftauchte.

Das Album „Rough Justice“ ist ein typisches Metal Album dieser Zeit, und mit dem richtigen Label im Rücken hätte hier auch noch mehr passieren können. Für eine Band, die kaum noch einer kannte, und die sich schon vor einiger Zeit aufgelöst hatte, lohnte sich wohl auch keine Promotion, und so versickerte die Band lautlos im Sand. 1990 gab es noch eine japanische Bootlegversion des Albums, bevor dann 2004 Majestic Rock Records das Album regulär auf CD veröffentlichte. Doch obwohl ein Song des Albums „Forever Gone“ hieß, sollte sich diese Prophezeiung nicht erfüllen. Zum Glück.

Oder zum Ruhme – ein weiteres Mal- dieses einen Festivals mit dem wegweisenden Namen Keep It True. Denn im Jahre 2012 spielten TYTAN, mit reformiertem Line Up auf diesem Kultfestival auf. Außer den Originalmitgliedern Kevin Riddles, Steve Gibbs und Steve Mann stießen Sänger Tom Barna (DIAMOND FAITH), Andrew Thompson, Keyboards und Drummer Andrew Prestidge (ANGEL WITCH) zur Band.

Wie es meistens ist, wenn sich eine Band für das KIT wieder zusammenrauft, wächst auch bald die Lust an einem neuen Album. Doch zunächst wurde wieder einmal heftig am Besetzungskarussell gedreht. Steve Gibbs verließ TYTAN im Jahre 2014, auch Steve Mann verabschiedete sich bald wieder. Für ihn kam Dave Strange. Auch der Platz hinter der Knallbüchse entpuppte sich zum Schleudersitz, denn Prestidge wurde von Chris Benton und dieser wieder durch Mikey Ciancio ersetzt, der dann letztlich die Stöcke an James Wise abgab.

Unter dieser Zusammenstellung, Riddles, Thompson, Wise, Strange, Barna wurde das zweite Album „Justice: Served“ eingespielt. Vom Titel her sollte es wohl ein Schulterschluss zum Erstling darstellen, was musikalisch auch gelang. Die Platte hatte insgesamt mehr Druck, und auch einige der Songs schmiedeten eine etwas härtere Klinge, wie zum Beispiel „Fight The Fight“ oder „Spitfire“. Und bei langsameren Songs wie „Reap The Whirlwind“ kam eine ordentliche Packung Wumms dazu. Produziert hat das Teil Patrick W. Engel. Für das Erscheinen der Scheibe zeichnete wieder einmal High Roller Records verantwortlich.

Das Cover zeigt wieder einen martialischen Krieger. Doch irgendwie scheint mich der Helm doch ziemlich an den von Judge Dredd zu erinnern, was auch der Grund für meine titelbildliche Wahl der Kopfbedeckung ist. Ob das nun ein Zufall war, oder ob das Wort ‚Justice‘, welches sich ja in beiden Albumtiteln zeigt, darauf beziehen soll, keine Ahnung. Ist ja auch egal. „Justice: Served“ ist ein würdiger Nachfolger zu „Rough Justice“, hat sogar teilweise mehr Druck und macht Appetit auf mehr.

Aber ein Nachfolgealbum lässt nun auch schon einige Jahre auf sich warten, denn mittlerweile gab es da auch schon wieder gewaltige Besetzungswechsel. Tony Coldham ersetzte Tom Barna schon 2017, der die Band aber schon ein Jahr später wieder verließ, um sich auf seine andere Band THE DEEP zu konzentrieren. Zwischenzeitlich übernahm Grant Foster die Vocals, bis 2021 Coldham zu TYTAN zurückkehrte.

2022 tauchten TYTAN ein weiteres Mal beim Keep It True auf, besser gesagt auf dem Keep It True Rising II. Den Auftritt gibt es auch komplett bei YouTube zum Anschauen. Es gibt dort auch etliche weitere Livevideos zum Kucken, und die Band ist auch sehr rührig, um oft und viel zu spielen. Es steht zu hoffen, dass TYTAN auch fürderhin die Ohren der Metalfans mit ordentlicher Mucke befeuern

Seit 2022 spielen Gary „Magpie“ Bowler (dr.) und Chris Borsberry (git.) bei TYTAN. Ein neues Album ist in Arbeit, der vermutliche Titel soll, so die Facebookseite der Band, „Death For Glory“ lauten. Ich bin bereits jetzt gespannt. Ich hoffe, ich konnte bei einigen Lesern, die diese Band bisher noch nicht auf dem Schirm hatten, etwas Interesse wecken. Hört Euch die beiden Platten an, es lohnt sich! Ich würde mich auch freuen, wenn ich denen, die die Band zwar kannten, aber wenig über die Hintergründe wussten, etwas ‚Erleuchtung‘ bringen konnte.




FESTIVAL TIPS



Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

70.000 Tons 2024

ZO präsentiert

The new breed

Mottenkiste

wo wir sind

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Join the Army

Unsere Partner

Damit das klar ist