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THE NEW BREED: CATBREATH im Gespräch

Langeweile während des Lockdown




Als ich Olafs Review über das Debütalbum „Slice ’Em All“ von CATBREATH gelesen hatte, konnte ich nicht umhin, mir den Scheibling gleich mal durch die Gehörgänge zu schrauben. Und was soll ich sagen, auf Anhieb für geil befunden. Humor schien auch eine Rolle zu spielen und Katzen sind sowieso cool. Und wenn die dann auch noch Nazi-Ratten verhackstücken, schließt sich der Kreis. Aufgrund Olafs ständiger Überarbeitung habe ich es dann auf mich genommen, den Thrashern die NEW BREED- Fragen unter die Krallen zu jubeln, welche Philipp, Kniffel und Tank auch bereitwillig und schnell beantwortet haben. Miau!

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

Philipp: Bei mir war es so, dass ich eigentlich nicht nach einer zweiten Band gesucht hatte. Ich dachte, dass mir VLADIMIR HARKONNEN ausreichen. Ich hatte in den Neunzigern schon mal zwei Bands parallel und da beide dieser Bands wöchentlich zwei Mal probten, waren das hart viele Termine. Aber dann haute mich Tank an. Und dat ist ein Typ, bei dem man nicht einfach „Verpiss dich!“ sagt, haha! Nee, ich kenne und schätze Tank schon lange und bin ein großer Freund von seinen Bands I DEFY, MIOZÄN oder ASH RETURN. Deshalb haben wir gleich abgemacht, uns einfach mal entspannt in Hamburg zu treffen. Kniffel war beim ersten Treffen dabei und in einer Leihkarre ballerten mir die beiden das zu dem Zeitpunkt fertige Material um die Ohren. Da war es um mich geschehen, das war und ist voll meine Baustelle. Ich dachte nur: „Wie geil ist das denn?“ Kurz darauf folgte die erste Probe und ich lernte auch Timo kennen. Haben uns auch alle gleich super verstanden.

Kniffel: Das Ganze entstand während der Corona-Phase. Live spielen war nicht angesagt und unsere Bands waren etwas ausgebremst. Timo, Frank und ich kannten uns schon länger und wir fragten uns in dieser Zeit: „Was wollten wir schon immer mal machen? Auf was haben wir Bock?“ Und eine Antwort war: Thrash! Die Songs schrieben sich fix, wir hatten einen ziemlich kreativen Lauf und irgendwann musste der Sängerposten besetzt werden. Frank und ich kannten und schätzten Philipp von den Vladis und den Rest kannst du oben lesen…


Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

Philipp: Dazu müssten natürlich die anderen mehr sagen können, weil sie die Idee für das Projekt entwickelt haben. Aber ich glaube, dass keiner von uns Lust hätte, mit anstrengenden Menschen in einer Band zu spielen. Also Narzisst:innen, Wichtigtuer:innen und so. Da wir alle einen HC/Punk-Background haben, ist es auch selbstverständlich, dass es gewisse gemeinsame Werte gibt, über die wir nicht mal reden mussten. Nazi Rats must fucking die!

Tank: Wie gesagt, während der Pandemie haben Kniffel, Timo & ich uns ca. alle 2 Wochen getroffen und Songs geschrieben. Von daher war die Besetzung bis auf den Gesang ja schon gesetzt und hat sich natürlich ergeben. Philipp ist tatsächlich der erste gewesen der uns für die Vocals in den Sinn kam und auch der Einzige, den wir gefragt haben. Da das ganze Konzept ja nicht gerade todernst ist, war uns natürlich auch wichtig, dass das auch auf der Humor-Ebene funktioniert.

Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge, die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Philipp: Es hat sich für mich sofort gut angefühlt, zu den Songs zu singen. Das ging sehr natürlich vonstatten. Spannend finde ich dieses Konzeptding, weil ich das vorher noch nie gemacht hatte. Dadurch ergibt sich ein anderes Grundgefühl, du kannst aus der Perspektive des Naziratten abschlachtenden Katers lyrisch und stimmlich aufs Ganze gehen. Du verkörperst ja eine fiktive Figur, was ich als angenehm befreiend empfinde. Trotzdem können alle möglichen Themen eingebracht werden. Okay, drei Dinge: 1.) Es klingt sehr frisch, 2.) Es riecht aber etwas streng und 3.) Es zuckt und zappelt noch ordentlich.

Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamen ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

Tank: Die größte Inspiration war sicherlich die Langeweile während der Lock-Down's. Als klar war, dass wir was in Richtung Crossover-Thrash machen wollen, musste natürlich auch ein Thema her. Mir kam dann irgendwann die Idee mit Slayer-mäßigen Serienmörder Texten, nur halt aus Sicht eines Katers. Das ganze Killen sollte natürlich auch schon Sinn machen. Da kommen dann die Nazi-Ratten ins Spiel. Also der PUNISHER in Katerform. Man könnte natürlich auch sagen Fat Freddy ist quasi die katergewordene Symbiose aus Gandhi und einem Psychopathen. Eigentlich ein ganz peaceiger, gechillter Genosse, nur bei manchen Dingen klinkt er halt etwas aus.

Also die Art von Idee, wo man sich eigentlich nächsten Morgen nüchtern an den Kopf packt und sagt „Ach Du Scheiße“. Tja! Wir haben das jetzt einfach mal so durchgezogen und siehe da... Fat Freddy's Jünger werden jeden Tag mehr.


Mein Kater hat mit Zahnfleischproblemen zu kämpfen. Erster Gedankengang war da eigentlich DEATHBREATH als Name, aber die gibt’s ja schon. CATBREATH war da die logischere Wahl. Wird übrigens bei den Amis auch gerne Mal als Slang für Mundgulli verwendet.

Witzig vielleicht: Bei den Comics Fabulous Furry Freak Brothers ist ein Typ, der Fat Freddy heisst. Er hat auch ne Katze, die ihre eigenen Comicstrips bekommen hat. Fat Freddy’s Cat. Nur mal wieder meine Klugscheißerattacke…Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären das? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

Philipp: Jaa, da gibt es viele Dinge, die mich beeinflusst haben, auch wenn man es nicht immer heraushört. Ich liebe Punk und Metal gleichermaßen, von daher stehe ich auf Crossover im ursprünglichen Sinne, also D.R.I., S.O.D., SUICIDAL TENDENCIES, aber natürlich auch den jeweils puren Stoff wie SLAYER, POISON IDEA oder WHIPLASH.

Kniffel: Definitiv! S.O.D., TESTAMENT, frühe SEPULTURA, XENTRIX haben da ihre Spuren hinterlassen, um nur ein paar zu nennen….

Tank: Vorbilder nope! Einflüsse natürlich gigantisch viele! Eigentlich reicht hier der Platz gar nicht. KISS seit der 2. Klasse extrem prägend. Dann ab Ende '83 / Anfang '84 durch die RockPop Übertragung ganz viel klassischer Metal. HELLOWEEN live noch vor der ersten EP, sehr prägend. EXODUS mit VENOM & ATOMKRAFT live als Kiddie auch unvergesslich. VOIVOD auf der ersten Tour mit POSSESSED & DEATHROW. Das Tour-Plakat im Hauseingang auf unserem Cover z. B... essenziell . Ab '86/'87 wurde dann der Crossover, Punk & Hardcore Einfluss immer größer und alles hat sich mehr vermischt. Touren wie D.R.I., HOLY MOSES, HOLY TERROR oder SUICIDAL zusammen mit EXUMER hat das dann alles wesentlich breiter gemacht. Da hat man dann natürlich auch abgecheckt was Scott Ian für Aufkleber auf dem Skateboard hatte und dementsprechend auch Platten gekauft. CIRCLE JERKS/GANG GREEN dann 1987 live und von da an wollt ich auch so auf 'ner Bühne rumspringen.

Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

Kniffel: Der Großteil an Ideen kommt von mir, welche wir dann im Proberaum zusammenfügen und strukturieren. Wenn das Resultat dann unter drei Minuten ist und man das Haupt-Riff mitsummen kann, ist schon mal Vieles richtig.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

Tank: Für gewöhnlich warte ich einfach ab bis mir Fat Freddy im Traum erscheint und dann fließt der Einfluss des Meisters automatisch aufs Papier.

Wo fand euer erste und auch beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

Philipp: Der erste Auftritt war bei einem Festival in Kiel 2023, dem MOSH IM MAI. Das ergab sich recht kurzfristig, so dass es sich wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlte. Wir hatten noch gar nicht vor, schon live zu spielen, haben die Chance aber natürlich ergriffen. Und das hat sich gelohnt, wir haben den Festivalopener gemacht und hatten sehr positive Reaktionen. Wir hätten gedacht, dass man das ganze Konzept als Besucher:in erst mit einer zusätzlichen visuellen Komponente (Plattencover etc.) versteht, aber das zündete sofort. Noch mehr knallte es dann auf dem zweiten Auftritt beim Wilwarin 2023 und seitdem entwickelt sich das sehr schön weiter. Am besten fand ich wohl den aktuell letzten Auftritt in Flensburg dieses Jahr, vielleicht weil ich jetzt nach der Albumproduktion auch viel tiefer in den Songs stecke.

Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

Philipp: MUNICIPAL WASTE wären top, EXODUS aber auch. Katzenstreu langt eigentlich.

Tank: Vor meinem geistigen Auge sehe ich ja die „World-Domination“ Tour zusammen mit PIZZA DEATH.


Was ist das Besondere an eurer Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Philipp: Für Kiel kann ich mehrere tolle Clubs nennen, z.B. die Schaubude, die Hansastr. 48, die Alte Mu, die Räucherei oder die Pumpe. Für eine vergleichsweise kleine Stadt gibt es eine recht aktive Szene mit vielen guten Bands. Ich empfehle BLEEDING MACHINE (Metal mit MOTÖRHEAD-Einschlag), RATS OF GOMORRAH (Death Metal Punks), GRAVE HAMMER (modriger Death Metal), GORDON SHUMWAY (zwei Kids retten Punkrock), EARTHBONG (Ultra Doom mit Bong-Texten), SKARDUS (Black Metal aus Ruinen), EXTINCT (Thrash Metal), NIGHT TRAP (Hardcore-Punk-Metal), OWL ATTACK (Punkrock) und FROST PISSE ELEND (Black Metal Punks), um wirklich nur einige zu nennen.

Kniffel: Für Hamburg (wo gefühlt ständig was geht) ist für mich das Hafenklang ein gern und oft besuchter Club, das Bambi geht natürlich auch immer! Musikalisch solltet ihr auf jeden Fall mal MOOR (Doom) anchecken.


Nach dem aktuellen Release, was sind eure Pläne?

Philipp: Schön viel zocken und den Nachfolger „Back For Gore“ hinterherschießen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Philipp: Schärft eure Krallen und kommt mal auf ‘nem CATBREATH-Konzert längs!

Tank: Wer mit Katzenmaske zur Show kommt, kann sich Fat Freddy's Sympathie sicher sein!… und kriegt natürlich 'n Shirt für umme!




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