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Live on Stage Report: BODY COUNT | SLOPE

11.06.2024 - Berlin @ Zitadelle


Eigentlich ist die Zitadelle Berlins schönste Open Air Bühne, da kann selbst die Waldbühne für mich nicht anstinken. Gut zu erreichen, malerisch gelegen und mit Platz für bis zu 9.000 Leuten ist das alte Festungsgemäuer in Spandau (bei Berlin) zumeist auch für die Bands ein optischer Leckerbissen. Negativ ist allerdings die strikte Lärmbegrenzung aufgrund der in der Umgebung lebenden Anwohner, da man dann meistens etwas weiter hinten kaum bis fast gar nichts mehr hört. Als Präventionsmaßnahme beschlossen wir deshalb heute: 1.Reihe, voll im Getümmel, was bei Body Count durchaus für ein paar Hämatome sorgen könnte.

Pünktlich um 18:30 Uhr starteten dann der Duisburger Hardcore Fünfers von Slope und ich war sehr gespannt, wie sich die Jungs schlagen würden, da ich deren aktuelles Album „Freak Dreams“ irgendwie etwas sperrig fand. Tja, knapp 45 Minuten später musste ich diese Meinung revidieren und reihe mich in die Schlange derer ein, die das Quintett (wobei ich allerdings nur 4 wirklich auf den Brettern sah) während ihres energetischen Gigs pausenlos abfeierten. Der Kollege neben mir überzeugte sogar mit fast 100%iger Textsicherheit, was ich äußerst beeindruckend fand.

Die Truppe war auf der riesigen Bühne ständig unterwegs, in deren Mitte der tätowierte Kopf von Schlagwerker Paddy mit der noch voll im Zenit stehenden Sonne um die Wette strahlte, während er mit seiner Rhythmik den Kollegen vor ihm den Takt vorgab. Die Menge vor der Bühne war gut am Wogen, Pogen und Bewegen und die Stimmung war zu diesem frühen Zeitpunkt bereits mehr als ordentlich, womit man Slope zur bestandenen Aufgabe des Anheizens nur…ääh…wärmstens gratulieren kann. Und wer Kracher wie „It‘s Tickin‘“ im Repertoire hat, braucht sich nun wirklich nicht vor der internationalen Konkurrenz zu verstecken. Wer auf alte Dog Eat Dog meets H-Blockx mit einer Unmenge an Groove steht, muss unweigerlich mal Slope austesten. Starker Beginn!

Als dann pünktlich um 20 Uhr das Intro zu „Civil war“, gefolgt von „Body Count’s in the House“ erklang, gab es im Pit kein Halten mehr und ich war froh, die ersten drei Songs aus dem Fotograben heraus zu erleben und zu eruieren, wo ich mich danach positionieren würde. Ok, als Tracy Lauren Marrow, besser als Ice-T bekannt, die Frage stellte, ob sich ein paar Slayer Fans im Publikum befinden würden, war für mich klar: Raus aus dem Graben, rein in den Moshpit, der von da an kontinuierlich seine Kreise zog und durch die ständige Rotation einen kleinen Sandsturm entfachte. Und mit „Raining Blood/Postmortem“ zu beginnen, erwies sich als absoluter Glücksgriff.

Ice-T war gut drauf, Ernie C sah ein wenig gestresst aus und der Rest der Band wirkte gelöst, fit und auch die beiden Background Sänger gaben Vollgas, so dass zu Beginn klar war, hier wird heute eine fette und zünftige Hardcore Messe gelesen. Überhaupt war es schön zu sehen, wie viele der einstigen Berliner HC-Community den Weg in die Zitadelle gefunden hatten und auch mein lieber Freund Schrod saß mit größter Sicherheit auf seiner Wolke, grinste verschmitzt und ließ sich seinen Liter Jäger-Bull munden.

Es gab viele Hits, die frenetisch mitgesungen wurden und sogar Ice-T’s Beitrag zum bis heute legendären 92er „Judgement Night“ Soundtrack „Disorder“, den er zusammen mit Slayer einst aufnahm, kam zu Ehren, wobei ich in einige verdutzte Gesichter blickte, die sich zum damaligen Zeitpunkt scheinbar noch im flüssigen Aggregatzustand befanden.

Nach etwa 80 Minuten gab es nach einer grandiosen Darbietung von „Cop Killer“ mit „This is why we ride“ den Rausschmeißer und die Erkenntnis, dass Body Count ruhig noch ein paar ältere Gassenhauer hätten raushauen können, statt mit 3 Songs vom noch nicht veröffentlichten neuen Album für ratlose Gesichter zu sorgen. Na gut, ganz so schlimm war es nicht, denn „Psychopath“ ist ja schon bekannt und „The Purge“ ist wirklich ein verdammt starker Song.

Schlussendlich ein brillanter Abend mit vielen Erinnerungen, einem stark agierenden Publikum, einigen überdehnten Muskeln und blauen Flecken, sowie der Erkenntnis, dass man im fortgeschrittenen Alter das Moshen im Pit lieber der nächsten Generation überlassen sollte. Geil war es dennoch. Ich nehme jetzt mal meine Rheumasalbe.




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