CD-Reviews K-M

MIDNIGHT PREY – Uncertain Times (2019)

(5.889) Ingmar (9,1/10) Hard Rock

Label: Dying Victims Productions
VÖ: 20.09.2019
Stil: Hard Rock

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Die Band MIDNIGHT PREY existiert im ihrer jetzigen Form seit 2013. Ursprünglich im Süden Deutschlands angesiedelt zog es das Trio 2015 nach Hamburg, wo es seine erste 7“-Single „Blood Stained Streets“ im Jahr 2017 veröffentlichte. Nun legen sie mit einem vollwertigen Debutalbum namens „Uncertain Times“ nach und dieses kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.

Stilistisch ist Hard Rock nur eine grobe Einteilung des Stils der Band, auch wenn die Instrumente eher klassisch gehalten sind so findet man doch so manche Spielweise die definitiv außerhalb des Hard Rock angesiedelt ist.

Die Titel sind von ihrer Vielfalt her sehr gut über das Album verteilt, der Eingangstitel „Stoff“ und der Abschlusstitel „The Fall (Into The Atmosphere)“ sind optimal gewählt; ich finde ein Album steht und fällt mit dem Intro- und dem Outro-Song.

Der Opener „Stoff“ geht gleich in die Vollen und nimmt den Hörer direkt mit, und das nicht gerade sanft. Das ist aber auch ganz gut so, denn so bekommt der Hörer gleich einen guten Eindruck davon was ihn auf dem Album erwartet.

Die Titel die nun folgen sind erstaunlich vielfältig, es gibt angenehme Abschweifungen in eigentlich genre-fremde Spielweise, jedoch sind diese immer sinnvoll in die restlichen Songs eingebettet. Ich höre hier Seitenwege in den Punk, Thrash, Black, Progressive und auch Death Metal, natürlich alles im Rahmen des Hard Rocks. Das ist schon eine Leistung an sich muss ich sagen, es wirkt immer wie aus einem Guss. Was bei den Titeln auch auffällt ist, dass beispielsweise bei Lead-Passagen bzw. Soli die Gitarre auch lediglich nur diese Spur bespielt, den Teil der Begleitung übernimmt dann der Bass; sehr gut umgesetzt muss ich sagen. Thematisch bzw. besser gesagt vom Feeling her sind hier durchaus melancholische Stücke zu finden, gemischt mit hoffnungsvolleren und aggressiveren Titeln, auch dadurch ergibt sich eine angenehme Abwechslung auf dieser Scheibe.

Der letzte Titel auf der Scheibe „The Fall (Into The Atmosphere)“ führt das Album zu einem Abschluss der an sich schon wieder einen Höhepunkt darstellt. Ich finde das sehr gut, denn dieser Abschluss lässt den Hörer darauf hoffen, dass bald weitere Songs/Alben folgen mögen.

Die Vocals von Frontmann Winston Ziller sind beim ersten Hinhören etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch ergibt sich durch längeres Hören das Gefühl, dass sie ganz exakt so sein muss. Die Stimme klingt gleichzeitig etwas gelangweilt und emotional aufgewühlt, wenn das Sinn ergibt. Klingt wie gesagt erstmal merkwürdig, passt aber ziemlich gut zum Rest der Instrumentierung. Gleichzeitig ist neben normalem Gesang auch der leicht angezerrte Gesangstil vertreten; beides hervorragend umgesetzt.

Die Gitarren kommen mit wenig Verzerrung daher, man hört recht deutlich die normal schwingenden Saiten durch, lediglich die Lead-Gitarrre wurde mit mehr Verzerrung ausgestattet. Das klingt insgesamt passend für Hard Rock und kann auch für die Ausflüge in andere Gefilde sehr gut herhalten.

Der Bass kommt fast immer im Mix durch, was ich sehr gut finde, denn vom Sound her ist der Bass schön knackig und obertonreich. Das passt hervorragend zu den leicht angezerrten Gitarren, zumal der Bass auch mal um die Gitarre herum läuft und dadurch schon fast ihre Rolle übernimmt.

Das Schlagzeug würde ich als unspektakulär beschreiben, es klingt genauso wie man es für Hard Rock erwarten würde. Die Snare ist nicht unbedingt knackig, dafür kann man den Teppich sehr gut mitschwingen hören. Die BassDrum ist recht trocken, die Becken scheppern gut, allerdings zu sehr in den Ohren zu schneiden.

Auch wenn Hard Rock nicht unbedingt mein Lieblingsgenre ist, so vermag mir das Debutalbum von MIDNIGHT PREY durchaus zu gefallen. Ehrlich gesagt habe ich selten ein derartig solides Debut hören dürfen, denn hier stimmt einfach irgendwie alles; nichts ist zu viel oder zu wenig sondern exakt in der richtigen Menge vorhanden.

Ich kann jedem Hörer nur raten wenigstens einmal in dieses Debut reinzuhören, denn ich wage zu behaupten das hier für jeden irgendwas dabei ist.

Anspieltipps: „Stoff“, „We Lose“ und „The Fall (Into The Atmosphere)“

Bewertung: 9,1 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Stoff
02. Black Forest
03. The Tower
04. Wenn es von vorn beginnt
05. We Lose
06. Uncertain Times
07. The Fall (Into The Atmosphere)

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