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ZODIAC „Grain of soul“ (2016)

(2.988) - KraftPrinzip (8,5/10)

Label: Napalm (Universal)
VÖ: 29.07.2016
Stil: Hard Rock
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Zurück in die Zukunft

Beinahe wie ein Zeitsprung mutet der Kurswechsel der westfälischen Retrorocker um Zodiac, auf dem nunmehr 4. Studioalbum, „Grain of soul“ an. Die Koordinaten lauten volle Kraft voraus. Was Ex-Misery Speaks und Long Distance Calling Schlagzeuger Janosch Rathmer und seine Crew da im Horus Sound Studio mit Mastermind Arne Neuland zusammengerührt haben peitscht die ruhige See von Zeiten wie „Sonic Child“ oder dem begnadeten Debut „A bit of the devil“ ordentlich auf. Rau ist es geworden, die Gitarren sägen einem Hand in Hand mit dem Drumming das Holzbein ab. Wippten früher die Schlaghosen im bluesigen Shuffle Groove und es galt die Devise „Swinging on the run“, so kann jetzt durchaus auch mal ordentlich aufgestampft werden.

Ein recht cleveres Mach(t)werk. Ein Zuwachs der Fangemeinde und eine Neupositionierung der Band könnte „Grain of soul“ durchaus nach sich ziehen, denn es geht deutlich zackiger zu Rande. Bass und Gitarren duellieren sich nicht mehr wie Florett und Degen, sondern eher wie Fuchsschwanz und Schrotsäge.

Therapy?, Alice in Chains, Queens of the Stoneage sind Bands die mir recht schnell in den Sinn kommen. Auch van Delfts Gesang der nie durch eine riesige Range bestach, sondern durch seine gelassene Toughness, kommt jetzt in spielerischer Härte direkter rüber. Definitiv passend zu den Gitarren. Für mich eh und je die Kronjuwelen von Zodiac! Diese jedoch kommen auf „Grain of soul“ stellenweise so messerscharf daher, dass mir letzten Endes ein wenig das groovende Herz blutet.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Rebirth by Fire
etwas abgehackt startend, haut einem der Song gleich mal voll auf die 12. Rathmer zeigt was er kann und das Solo zum Ende klingt wie ein Spacetruck beim Vollbremsen, da fällt einem der ZZ-Top Bart ab.

02. Animal
ein Riffinferno welches sich mit dem ekstatischen Chorus um die Wette battelt. Mitsingfaktor hoch. Da tanzt einem die das Plektron davon

03. Follow You
melancholisch schön. Gesang leicht synthiepoppig. Airplay Gefahr. Ab Mitte des Songs schöner Absprung vom Gipfel, dann segeln und genießen. Land in Sicht.

04. Down
hier ist der Name Programm, die Gitarren nicht mehr so schrill und sägend. Steht der Gesang hier im Fokus, und der kommt recht düster daher. Sehr basslastig. Mein Anspieltipp. Gänsehautmoment!

05. Faithless
fröhlicher Song mit funkiger Gesangsstruktur. Steigert sich zum Ende hin. Daran ändert auch das wirklich pornöse Soli nix. Für mich schwächster Song des Albums.

06. Crow
Als Akkustikversion bestens geeignet! Idealerweise mit na Pfanne Bohnen in der Linken und der Westerngitarre in der Rechten. Geiler Desert Rock.

07. Ain't coming back
Kopfnickergarantie! Bluesigster Song der Scheibe. Mein hört die Eiswürfel im Tumbler klirren, auch wenn es den Whisky verwässert

08. Get out
dahinplätschernder Seattle Rock, jetzt sind wir in den 90ern angekommen. Schön postgrungig. Plätschert ein wenig dahin, aber die groovigen Basslines bezirzen mich dennoch

09. Like the Sun
Man erschreckt sich regelrecht über den tiefen Gesang, denn man erwartet instinktiv Mark Lanegans eher hohe Säuselstimme...go with the flow...but go! Erschreckende Ähnlichkeiten mit den großen Queens of the Stoneage.

10. Sinner
Die Gitarren singen und van Delft rappt...eingenwilliger exzentrischer und für mich mit Abstand schlechtester Song des Albums. Die Giarren, mal wieder grandios und vordergründig, retten dem Song die Seele.

11. Grain of Soul
satter tieftönender groovender Song wo van Delft mal richtig in den Keller seiner Stimmhalle geht, bissl sabbath-esk, geile schreddernde Gitarren, ein fettes Groovemonster, was in der Hälfte des Songs einen Twist vollzieht, einen Gitarren- und Basstwist der einem schier die Tränen in die Augen treibt so viel Seele, Gefühl und Spirit wohnt ihm inne. Krönender Abschluss!

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