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BOBA CAT – Maximum Erection (2022)

(7.762) Maik (5,5 /10) Fun Rock


Label: DIY
VÖ: 08.04.2022
Stil: Fun Rock

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Es ist wieder einmal Monatsende, und das heißt, ich bekomme noch einmal meinen Ordner vollgeschissen. Als ich in diese Scheibe reinhörte, dachte ich zunächst, uns Kronprinz Olaf hat mir einen verspäteten Aprilscherz in die Buxen geschaufelt.

Zimmert die Band mit dem Star Wars-affinen Namen BOBA CAT doch mit dem Opener (und gleichzeitig Titeltrack) „Maximum Erection“ ein arg poppiges Gedöns in meine Lauschröhren. Dagegen ist EUROPE doch der reinste Black Metal, dachte ich. Glücklicherweise legte sich der Effekt mit dem darauffolgenden „Iron Girl“, der dann doch ganz annehmbaren Hard Rock/Hair Metal abgibt. Infos über die Band gibt es nicht viele im Netz, außer eben hanebüchene Legenden wie: Die Band ist schon seit 1969 unterwegs. Alter! Da hat deren Vater vielleicht gerade rausgekriegt, was er mit seinem Pimmel anstellen kann!

Bands, die Metal mit Humor verbinden, oder Parodien auf schwanzgesteuerten Testosteronmetal praktizieren, gibt es ja schon eine Weile. Für Letzteres sind wohl am besten STEEL PANTHER bekannt, für den Humor stehen in Germoney seit Jahren J.B.O. und KNORKATOR in vorderster Reihe, für die Hartwürste vielleicht noch die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS.

BOBA CAT setzen sich hierbei etwas zwischen diese Stühle. Einerseits haben sie versaute Texte wie die Stahlpanther, andererseits kommt auch der schräge Humor nicht zu kurz. Musikalisch orientieren sich die Kopfgeldjägerkatzen stark an den Siebzigern, was einen extremen Einsatz der Orgel mit sich zieht, der mir oftmals etwas zu vordergründig einherkommt, und die Gitarre zum Statisten verdammt. 

Songtitel wie „Maximum Erection“, „Electric Power Orgasm“ und „Homecumming“ zeigen schon etwas die sexbesessene Richtung, während „Bleeding while shittin‘“ dann schon etwas weniger lecker unterwegs ist. Naja, immer noch besser, man reagiert seinen Testosteronüberschuß mit sowas ab, als mit Gewalt. Merke: wer eine Gitarre in den Händen hält, hat keine mehr frei für Waffen.

Musikalisch sind einige Songs richtig cool, andere allerdings wieder nervig, und eher mehr als flüssig, wie das mit pseudojapanischem „Frauen“gesang daherkommende „Sakana Disupensa“, für das sich achtziger Popikonen schon schämen würden, oder das Elektropop- mäßige „Eric The Alien“. Auch die „Erika R Toffel“- Geschichte lässt sich nur mit Unmengen Alkohol ertragen. Ich bin da gegenwärtig noch zu nüchtern. Auch die ELVIS- Parodie „Nipple Twist“ hätte nicht unbedingt sein gemusst, und die FOCUS- Coverversion des Songs „Hocus Pocus“ lässt jeden Fan frühsiebziger Rockmusik zum Zähneknirschweltweister werden.

Andere Songs, wie „Chickfarm“, „Bleeding While Shittin‘“, das mit dem verstörenden Titel „Pro Christ“ ausgestattete Stück oder „Fuck Him Up“ sind dann wieder sehr cool, und rocken das Haus. Dann haste aber wieder Songs wie das öde „Gettin‘ Naked“ oder das völlig sinnfreie „Plane Crash“- Zwischenspiel, und du weißt, du hast noch zuwenig Bier getrunken.

Ich bin keineswegs ein Verächter gut gemachter Metalparodien und wehre mich auch nicht gegen schrägen Humor in dieser, unserer Musik. Ich mag J.B.O., KNORKATOR und die GRINDFUCKERS, und auf eine gewisse Art auch den ‚tongue in cheek‘ -Schwanzmetal von STEEL PANTHER. Aber hier fehlt mir irgendwie der rote Faden. BOBA CAT wuseln irgendwo zwischen den Welten, der Humor zündet nicht wirklich und die Tracks sind auch nicht wirklich von kompositorischer Raffinesse. Einige Lieder machen Spaß, andere nerven auf extremste Weise. Und das ist keine gute Mischung. Achtzehn Songs sind value for money, das mag sein. Aber wennste die Hälfte davon in die Tonne treten kannst, isses auch irgendwie Kagge.

Anspieltipp: „Chickfarm“ und „Iron Girl“


Bewertung: 5,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Maximum Erection
02. Iron Girl
03. Electric Power Orgasm
04. Bleeding while Shittin‘
05. Sakana Disupensa
06. Gentlemen’s Aggreement (Oh Joe…)
07. Sally I Banged Your Mom Last Night
08. Nipple Twist
09. Chickfarm
10. Pro Christ
11. Homecumming
12. Fuck Him Up
13. Gettin‘ Naked (Is What Friends Do)
14. Hocus Pocus (FOCUS Cover)
15. Plane Crash (Devil’s Fist II)
16. Retarded Moment
17. Erika R Toffel
18. Eric The Alien



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