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MYSTIC CIRCLE – Erzdämon (2023)

(8.260) Maik (7,9 /10) Melodic Black Metal


Label: Fireflash Records
VÖ: 17.03.2023
Stil: Melodic Black Metal






Ich kann mich noch an die Anfangsjahre des deutschen Black Metal erinnern, als eine Band in allen möglichen Hasslisten der true BM- Bands auftauchte oder stetiger Anlass für spöttische Bemerkungen war. Die Rede ist von MYSTIC CIRCLE. Es ist natürlich möglich, dass die Band das selbst hervorgerufen hat durch ein etwas übertriebenes Image und Pseudonymen wie Graf von Beelzebub und Aaarrrgon (wohl ein seeeeehr eeedles  Eeeedelgas?). Gut, das ist alles Schnee von gestern, denn die Schmäher sind weitgehend von der Bildfläche verschwunden, nur MYSTIC CIRCLE sind noch da.

Oder eben wieder, denn immer wieder gab es mal eine Auszeit. Mittlerweile ist die Formation auch nur noch als Duo unterwegs, eben der obig erwähnte höllische Aristokrat und der Edelgasmann. Und da ich von Natur aus neugierig bin, wollte ich auch wissen, was die beiden Herren heute so fabrizieren. Und wie man zu zweit einen Kreis bildet.

Dass sie immer noch das Image pflegen, zeigen die Promophotos. Nieten, Nägel, Corpsepaint – das ganze Programm. Gut, für die Schminke brauchen sie gesichtsfaltenbedingt wohl mittlerweile auch einen Stukkateur – das sehe ich ja auch an meiner Hackfresse. Bemalte Glatzköpfe haben auch immer etwas Groteskes, aber es ist ja bald Ostern…

So genug des Lästerns und Schwadronierens, widmen wir uns der Musik. Und da bieten MYSTIC CIRCLE auf „Erzdämon“ den üblichen melodischen Black Metal, den man von der Band gewöhnt ist. Anleihen an CRADLE OF FILTH sind des Öfteren zu finden, gerade der üppige Keyboardeinsatz und die theatralisch/sinfonischen Einlagen rufen diese Parallele geradezu vehement in die Synapsen des Hörers.

Rifftechnisch wird schon oft die Schwarzmetallraserei entfesselt, doch auch in den Randgebieten von Melodic Death und teilweise sogar Thrash sind die beiden unterwegs. Die Songs haben massenhaft interessante Ideen, teilweise wirkt das Ganze sogar etwas überladen. Es gibt also allerhand zu entdecken, und eigentlich dürfte ein solches Album keineswegs langweilig werden. Dass es dennoch ab und an Gefahr läuft, an meinen Aufmerksamkeitsknospen vorbeizuplätschern, liegt meines Erachtens etwas an den Gesangslinien, die sich dann doch zumeist recht ähneln.

Außerdem hat man Melodien, Riffs und den ganzen Rest auch schon irgendwo x-mal gehört, was ja nicht schlecht sein muss, hier aber teilweise wie ein Sammelsurium anmutet, eine Art schwarzmetallisches Ideenmuseum.

Das hat den merkwürdigen Effekt, dass man am Ende der Platte zwar weiß, dass man etwas recht Unterhaltsames gehört hat, sich aber nichts so richtig in der Hirnrinde festgeklammert hat. Und dieser Effekt sollte eigentlich, nach dem vierten Hördurchgang, nicht mehr eintreten.

Alles in allem ein recht ordentliches Album im Bereich des melodischen Black Metals, mit vielen Ideen und Einschüben gespickt. Die teuflische Bösartigkeit, die der gemeine Schwarzwurzelzieher goutiert, will sich aber nicht wirklich voll entfalten. Die teilweise bissigen Riffs laufen sich zu oft im Keyboardteppich tot und werden im Bombast weitgehend entgratet. Fans der Band werden jedoch nicht enttäuscht sein.

Anspieltipp: „Erzdämon“ und „Asmodeus And The Temple Of God“


Bewertung: 7,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Erzdämon
02. From Hell
03. The Unholy Trinity
04. Scarecrow
05. Asmodeus And The Temple Of God
06. Welcome To The Mighty Mass
07. The Mothman
08. Skinwalker
09. The Princess Of The Deadly Sins



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