REICHTUM AN IDEEN



Das Norwegen längst nicht mehr nur die Heimat von schwarzmetallischen Satansschergen ist, wissen vollmundige Szenekenner sicher nicht erst seit Turbonegro oder Gluecifer. Mit Suncraft reiht sich hierbei eine weitere norwegische Bande ein, die mit ihrem Debut „Flat Earth Rider” ein prächtiges, fett riffendes Stoner Metal Album gelungen ist; dsas auch ziemlich stiloffen Akzente setzen konnte.

Ein gut bestückter Langstrumpf, der die vorgefertigten Genreraster sehr spannend durchbrach und seine relativ eigensinnige Marschrichtung wählte, das mir schon recht imponierte. Gitarrist Sigurd stellte sich während unseres kurzen Gesprächsreigens als äußerst redselig heraus, um Suncraft unserer Leserschaft näher vorzustellen.

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

Wir haben uns alle auf einer Musikschule in Norwegen kennengelernt, die Musikunterricht für Menschen bietet, die ein Gap Year zwischen High School und Universität verbringen. Ein gemeinsames Interesse an harter Musik und ein paar Jams brachten uns zusammen, um einen Song zu schreiben – „Cosmic Viper Out“ – mit dem wir so glücklich waren, dass es ein Kinderspiel war, eine Band zu gründen.

Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

Da wir auf eine Schule mit vielen Musikern gingen, schätzten wir die Freundschaft innerhalb der Band mehr als technische Fähigkeiten. Wir denken, dass es ungemein förderlich ist, auch zwischenmenschlich gut zusammen zu passen, wenn man dann sein Instrument noch gut beherrscht, umso besser. Uns war es dabei noch ungemein wichtig, dass wir auch vom Musikgeschmack ähnlich tickten. 

Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Wir begannen mit der Arbeit an neuen Songs, nachdem wir mit den Aufnahmen zu unserer EP „Saigon“ fertig waren. Unser Fokus lag hauptsächlich darauf, so gute Songs wie möglich zu schreiben und ein Debütalbum zu machen, das unseren Musikstil repräsentieren kann, aber dennoch eine Vielzahl unterschiedlicher Stilrichtungen hat. Unser Album wurde hauptsächlich live aufgenommen. Wahrscheinlich eines der wenigen Stoner-Rock-Alben mit Blastbeats. Eines der Gitarrensoli wurde über ein Whammy-Pedal auf einem Bass aufgenommen.

Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamens ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

Eine der Bands, die wir damals wirklich mochten, war Sleep, also haben wir unseren Namen von einem ihrer Songs geklaut. Der Name passte irgendwie, da einer unserer ersten Texte auch vom so genannten Space Western Sci-Fi-Genre inspiriert war.

Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären das? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

Natürlich sind sie. Wir hören viel Musik und werden natürlich auch von diesen Dingen beeinflusst, die wir hören. Einige der Bands, die wir alle mögen, wären: Iron Maiden, Black Sabbath, King Gizzard & the Lizard Wizard, Deafheaven, Sleep etc…

Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

Wir legen großen Wert auf Struktur in unserem Songwriting. Wir stellen uns oft eindrucksvolle Momente vor, die wir erschaffen möchten, in denen der Song gewissermaßen den Gang wechselt. Wir mögen Abwechslung und Reichtum an Ideen, die in jeden Song gesteckt werden. Auf diese Weise haben Songs eine bessere Wiederspielbarkeit und können beim Zuhörer mehr wachsen, als durch ein Ohr rein und durch das andere wieder rauszugehen.

Ein guter Song beginnt normalerweise mit einem Riff, dann fangen wir an, mit dem Riff zu jammen, und schließlich haben wir Ideen für neue Songs. Dies ist ein Prozess, der normalerweise mehr Zeit in Anspruch nimmt, als wenn ein Bandmitglied den ganzen Song schreibt, aber für uns hat es besser funktioniert, wenn alle zusammenschreiben. Zusätzlich zu unseren Akkorden, Melodien und Harmonien macht Rasmus die Vocals, sowie die Texte. Dann sind die Songs auch schon mehr oder weniger fertig.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

Textliche Inspiration ist eines der Dinge, die kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Es kann zum Beispiel aus dem fast endlosen internen Dialog in Rasmus’ Kopf stammen oder aus etwas, das er gesehen oder gehört hat. Vom Ansehen von Filmen über den Besuch von Vorlesungen, das Sitzen in der Einsamkeit oder das Gespräch mit Freunden – es kann sich daraus immer eine Idee entwickeln. So ist es nicht allzu deutlich zu sagen, welche besonderen Themen hierbei deutlicher aufgearbeitet werden.

Wir haben Songs, die von Marxismus, Verschwörungstheorien, Meditation, Reisen und (fast natürlich) Beziehungen inspiriert sind. Wenn es um inspirierende Autoren geht, könnten wir ein paar großartige Künstler erwähnen, aber wir glauben nicht unbedingt, dass unsere eigenen Texte ihnen sehr ähnlich sind. Swans, QotSA, Thulsa Doom und Dead Kennedys sind einige Beispiele.


Wo fand euer erste und auch beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

Unser erster Auftritt war ein kleiner Club-Gig in Trondheim, Norwegen. Rasmus, der Leadsänger/Bassist, fiel an einer Stelle rückwärts in einen Bassverstärker, was ein bisschen peinlich war, aber ansonsten war es eine ziemlich gute erste Show. Wir hatten letzten Sommer unseren ersten Festival-Gig beim Mablisfestival, und das war eine ziemlich große Sache für uns. Dennoch, wenn wir live spielen, möchten wir uns mit unserem Publikum verbinden, was bei Club-Gigs viel einfacher ist, wenn Sie nur einen Fuß von ihnen entfernt stehen. In diesem Sinne sind Club-Gigs viel Energie geladener.

Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

Eine Tour mit einer der Bands, von denen wir inspiriert sind, wäre großartig. Also Sleep oder Deafheaven, wenn diese Bands dies hier lesen sollten, zögert keinesfalls uns anzurufen! Der Preis für die Buchung von uns würde je nach Ort des Auftritts variieren. Wenn die Veranstaltung/der Gig cool genug ist, sind wir keine besonders teure Band, da wir hauptsächlich zum Spaß dabei sind. Wir haben noch nie außerhalb Norwegens gespielt, aber wir würden diese Gelegenheit sehr gerne wahrnehmen.

Was ist das Besondere an eurer Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Oslo hat eine kleine, aber großartige Metal-Szene, normalerweise (wenn es keine Pandemie gibt) finden ziemlich viele Gigs statt. Aus der Osloer Szene sollten Ihr euch Håndgemeng, Kanaan und Sâver merken.

Nach dem aktuellen Release, was sind eure Pläne?

Die Pandemie macht es schwierig, immer noch sehr aktiv zu sein, aber wir versuchen Gigs zu spielen, wann immer wir können. Wir haben aber auch begonnen, neues Material zu schreiben und arbeiten daran, den Nachfolger von „Flat Earth Rider“ aufzunehmen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Es ist nun endlich das Musikvideo zum Song Musikvideo „Flat Earth Rider“ erschienen! (Anm. des Verfassers, wir haben es im Interview gleich eingefügt). Checkt uns auf Facebook, oder Instagram, so bleibt ihr auf dem Laufenden, falls ihr von Suncraft angetan seid. In dem Video spielen wir einem nachgebauten, dekorativen Globus, den ein Motorrad fahrender Flat Earther in den Wahnsinn treibt. Also bleibt neugierig. Ansonsten rockt weiter in der momentanen (nicht so) freien Welt!


Interviewpartner: Sigurd Grøtan (Gitarrist)


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