KNORKATOR | POLKAHOLIX

06.12.2019 - Berlin @ Knorkatorhalle


Natürlich war die Umbenennung der altehrwürdigen Columbiahalle in Knorkatorhalle ein großartiger Marketing Gag, der direkt nach dem dritten (!) ausverkauften (!!) Konzert von Deutschlands meister Band am darauffolgenden Samstag rückgängig gemacht wurde, doch alleine die Ankündigung „Knorkator @ Knorkatorhalle“ ist schon Zuckerguss für die Augen. Auf jeden Fall freute ich mich bereits Wochen im Voraus auf diesen Abend, denn trotz großartiger Festival Auftritte sind die Jungs als Headliner immer noch eine ganze Portion besser als besser. Sahen die Berliner ebenso, die, wie bereits erwähnt, Knorkator 3 Tage hintereinander ein volles Haus bescherten.

Doch bevor Rajko, Nick, Buzz Dee, Alf und Stumpen die Bühne betraten galt es, sich von den Pokaholix gehörig anheizen zu lassen, was der Truppe aus der Hauptstadt unseres Landes auch mehr als ausgezeichnet gelang. Ich bin eh ein Fan von Bands wie den Leningrad Cowboys und von daher traf das siebenköpfige Ausnahme Ensemble genau meinen Nerv und brachte mein Tanzbein erstmals in Schwingung. Fette Trompeten, ein Saxophon, ein schöner alter Kontrabass, der in bester Rock’n’Roll Manier malträtiert wurde und eine Band, die aus einem Guss agierte und fast schon zu perfekt klang.

Eigene Songs der von mir im Anschluss erworbenen CD namens „Sex, Drugs & Sauerkraut“ fanden ebenfalls Anklang wie auch „geraubtes“ Liedgut der Marke „White Wedding“ von unser aller Idol Billy, „I was made for loving you“, welches in der hier dargebotenen Version für mich erstmals wirklich hörbar war oder „Das Model“, welches bei mir auf der Tribüne nach dem gehörten Satz „…geil, die spielen auch ein Ramstein Cover…“ für ein kräftiges Schmunzeln und leichtes Kopfschütteln sorgte. Ich muss mir die Bande schnellstmöglich irgendwo mal komplett geben, denn die sieben Songs waren heute für mich definitiv zu wenig. Halle war in Stimmung, Applaus gab’s von allen Seiten, Mission erfolgreich!

Man merkte nun aber doch schon an der angespannten Unruhe im Saal, dass die Menge nach Knorkator lechzte und als Stumpen mit seiner glockenhellen Stimme nach „Absolution“ ersuchte, gab es kein Halten mehr und die Halle kochte über! Verständlich, denn der Sound war mächtig, die Leute feierwütig und die Band in absoluter Spiellaune. Ich war mehr als gespannt, wie die Songs des fantastischen neuen Albums "Widerstand ist zwecklos" sich in die Setlist einfügen würden und sofort bei „Ein Wunsch“ war klar: Dieses Album ist nachhaltig und hat mehr als nur einen oder zwei Hits hervorgebracht, die zukünftig in keiner Setlist fehlen dürfen. Dieser gehörte schonmal dazu und wurde von vielen bierbefeuchteten Kehlen lautstark mitgebrüllt.

Doch es ging noch munter weiter, denn lediglich von „Eigentum“ und „Alter Mann“ unterbrochen, gab es eine ganze Latte an neuen Songs, die großartig funktionierten und von „Buchstabensuppe“ getoppt wurden, der, wie ich bereits in meinem Interview, nur mit Spickzettel funktionierte. Überhaupt kamen Knorkator richtig gut rüber, wobei Alf mit seinen Alufolien Stiefeln etwas ungelenk über die Bühne stakste, dafür aber den Rest der Band überragte und natürlich eine Orgel in Einzelteile zerlegte. Daneben brillierte Stumpen mit seinem unfassbaren Organ und seinen todesmutigen Pyro Einlagen, die mehr für leichtes Entsetzen, als für Belustigung sorgten, doch das sindse eben…Bei „Rette sich wer kann“ betrat dann unter lautem Jubel Luise Koschinsky aka Hans Werner Olm die Bühne, die (der) bereits beim Video munter mitmischte und sangestechnisch Stumpen unter die mittlerweile verschwitzten Arme griff. Der Kracher war allerdings der, dass sie (er) dann „Böse“ komplett alleine vortrug und die Halle damit endgültig zum Kochen brachte. Meine persönlichen Highlights folgten dann mit „Weg nach unten“, den ich live vorher noch nie hören durfte, meinem absoluten Favoriten „Für meine Fans“ und dem unverzichtbaren „Wir werden alle sterben“, der erneut von allen intoniert wurde.

Der Zugabenteil beinhaltete dann mit dem angeblich unspielbaren "Zu kurz" (der mehr als hervorragend funktionierte) und mit dem von Alf und Stumpen gemeinsam vorgetragenen Gedicht „Coming out“ zwei weitere Kracher, die die Lachmuskeln noch einmal ordentlich anheizten, bevor die Zuschauer mit dem absolut überragenden und mit Abstand schönsten Lied „Warum“ in die Nacht entlassen wurden in der Gewissheit, die BESTE Band Deutschlands einmal mehr in Höchstform erlebt zu haben, auch wenn die Kritik im Inforadio am morgen zuvor etwas anderes zu behaupten versuchte.

Absolution
Du nicht
Es kotzt mich an
Ein Wunsch
Revolution
Am Arsch
Alter Mann
Eigentum
Buchstabensuppe
Ring my bell
All that she wants
Ich bin der Boss
Klartext
Hardcore
Ich hasse Musik
Krieg
Rette sich wer kann
Böse
Weg nach unten
Für meine Fans
Wir werden alle sterben
Verflucht und zugenäht
Zähneputzen, pullern und ab ins Bett
Zu kurz
Gedicht „Coming in“
Warum


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