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Live on Stage-Report: U.D.O. | Primal Fear

24.02.2024 - Berlin @ Huxleys




„Warum hat er keine Accept Songs gespielt?“
„Wahrscheinlich Probleme mit den Rechten an den Songs.“
„Voll schade, hätte gerne ein paar Klassiker gehört.“


Eine kleine belauschte Konversation nach einem grandiosen Abend, welche ich absolut nicht nachvollziehen kann. Zum einen ist das Thema Dirkschneider covert seinen ehemaligen Brötchengeber ad Acta gelegt und zum anderen hat der Mann als U.D.O. seit 1987 insgesamt mehr Alben veröffentlicht als die mittlerweile zum Wolf-Hoffmann-Solo-Projekt abgestempelten Accept, was im Umkehrschluss bedeutet, dass unser teutonischer Vorzeige-Barde selber eine Menge Klassiker im Gepäck hat, was er an diesem Abend eindrucksvoll bewies. Doch dazu später mehr.

Ich persönlich freute mich tierisch auf den Abend, da so ein klassisches Metal Konzert mit lediglich zwei gleichwertigen Bands heutzutage eher zur Seltenheit verkommt, ist es Veranstaltern doch mittlerweile scheinbar wichtiger, sieben Bands, von denen vielleicht drei wirklich interessant sind, auf ein Billing zu stopfen und welches mir meist damit Rückenprobleme und mangelnde Motivation einbringt, bis zum Headliner in der Halle zu bleiben. Dementsprechend schick fand ich den Gedanken, mich lediglich auf ein musikalisches Duo einzustellen.

Es ging auch zeitig los und Primal Fear eröffneten um 19:15 Uhr einen 75-minütigen Reigen voller bunter Melodien, welche dem Publikum einheizen sollten. Anhand der Shirtdichte im Vorfeld konnte man erkennen, dass es eine Menge Leute nur wegen der Truppe aus Schwabistanien den Weg nach Neukölln gefunden hatten, die sich auch nicht lumpen ließen und gleich in die Vollen gingen. Mit André Hilgers musste man sich einen mehr als adäquaten Ersatz für den an einer Blinddarmentzündung laborierenden Stamm-Drummer Michael Ehre an Land ziehen, der nach dem Konzert blutende Blasen an den Händen als Arbeitszeugnis vorweisen konnte. Tja, Metal muss wehtun, habe ich mal gehört.

Auch war Chef-Vordenker und Bandgründer Matt Sinner aufgrund seiner langwierigen Rekonvaleszenz nicht am Start, wurde aber von Alex Jansen hervorragend vertreten. Natürlich wünschen wir beiden Musikern eine schnelle und vor allem vollständige Genesung. Zurück zum Konzert.

Mit einem fetten Sound im Rücken und einer knackigen Setlist sollte man denken, Primal Fear würden das Huxleys komplett einreißen, doch da machte das einmal mehr für seine Lethargie bekannte Berliner Publikum den Power Metal Heroen einen dicken Strich durch die Rechnung. Trotz hervorragender Bühnenpräsenz gingen nach den Songs lediglich vereinzelte Arme hoch und Frontmann Ralf Scheepers bemühte sich mehrfach, diesen lahmen Haufen vor der Bühne einzufangen, was leider nur selten gelang.

Das lag aber keinesfalls am hier Dargebotenen, denn Primal Fear schrubbten sich großartig durch einen repräsentativen Querschnitt ihres musikalischen Schaffens, wobei ich natürlich bei einem meiner absoluten Lieblingssongs „The End is near“ komplett ausrastete und mir dabei fast erneut die Stimmbänder ruinierte. Der Sound war fett und die Band großartig aufeinander eingespielt. Außerdem ist es immer ein Vergnügen Gitarrist Tom Naumann bei der Arbeit zuzuschauen, denn seine lebenslustige Art und Weise nimmt mich jedes Mal aufs Neue mit.

Nach kurzweiligen 75 wirklich perfekten Minuten war dann das Ende gekommen und meine Erkenntnis, dass Primal Fear live einfach nicht schlecht können. Ich habe sie zwar schon besser gesehen, aber mehr als gut war das Konzert heute ebenfalls allemal. Jederzeit gerne und wieder.

Chainbreaker
Rollercoaster
The Wolrd is on fire
Deep in the Night
Another Hero
Nuclear Fire
Hear me calling
King of Madness
The End is near
When Death comes knocking
Metal is forever
Final Embrace
Angel in black
Running in the Dust


Ich war anfänglich ein wenig am Zweifeln, ob sich der gedrungene Frontkeifer gegen die starke Konkurrenz auf den Co-Headliner Posten durchsetzen würde, denn U.D.O. hatte ich in der Vergangenheit schon recht häufig live erleben dürfen und war manchmal nicht ganz so überzeugt. Um es vorwegzunehmen. Herr Dirkschneider hat zusammen mit einer überragenden Band das Huxleys komplett zerstört, hat eine fulminante Setlist hingezaubert und einen fast an Perfektion heranreichenden Gig gespielt.

20 Songs aus insgesamt 14 Alben wurden dargeboten, wobei ich den Umstand charmant fand, dass man neben dem neuen und aktuellen Album „Touchdown“ dem Erstling „Animal House“ am meisten Platz einräumte. Daran sieht man einmal deutlich, auf was für eine Discographie der Mann zurückgreifen kann. Und es wurden keinerlei Lückenfüller gespielt, sondern vielmehr aus jedem Album der jeweils stärkste Song, was mich komplett begeisterte.

Der Sound war kraftvoll, wummernd und fuhr einem direkt in die Magengrube und wer das Huxleys kennt weiß, dass ein guter Sound dort nicht immer selbstverständlich ist. Dazu trug auch das Bassspiel eines sichtlich aufblühenden Peter Baltes bei, der fit wie ein Turnschuh aussah und auf der Bühne hin und her rannte, um seine Gitarristen anzufeuern. Auch das Drumming von Sven Dirkschneider war grandios, treibend und gab jedem Song den nötigen Groove. Das Bühnenbild war schlicht gehalten und die eingesetzten Lichter sorgten für eine tolle Atmosphäre. Tja, manchmal ist weniger eben mehr.

Die Band war in Hochform, Meister Udo himself vielleicht manchmal etwas zu leise, was aber seine Bandmitglieder mit ihren Chören wieder wettmachten. Egal welcher Song lief, es machte unfassbar viel Spaß, dem Treiben auf der Bühne zuzuschauen und bei den beliebten Hymnen des Teutonischen Urgesteins fröhlich den Kopf mitwippen zu lassen. 2 Stunden Programm unter dem Motto „Let the Music do the talking“, denn Ansagen gab es nur wenige, was ich ebenfalls sehr begrüßte. Das war Heavy Metal in Reinkultur und einfach nur bärenstark.

Der Abend endete mit meinen Lieblingssong „Animal House“ und der etwas eigenwilligen Interpretation des Queen Klassikers „We will rock you“, bei dem ich Meister Dirkschneider immer mit dem Wischmop vor meinem inneren Auge habe. Ich verließ die Halle mit einem wohligen und begeisternden Gefühl und der Erkenntnis, heute eines der besten Konzerte seit langem gesehen zu haben. Das war Heavy Metal Champions League und definitiv schon jetzt ein Konzerthighlight 2024. Danke dafür an alle Beteiligten.

Isolation Man
Break the Rules
Forever free
Metal Machine
Never cross my Way
Independence Day
The wrong Side of Midnight
Fight for the Right
Heart of Gold
In the Darkness
Man and Machine
Pain
Metal never dies
One Heart, one Soul
Touchdown
I give as good as I get
Holy
They want War
Animal House
We will rock you



OLAF

Fotos by Christian



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