CRYPTOPSY | INGESTED | NIGHTRAGE | GLORYHOLE GUILLOTINE

16.05.2019 @ Nuke in Berlin


Der gestrige 16. Mai war ein ziemlich verregneter Tag, was die eigentliche Motivation den Kadaver in Rotation zu versetzen morgens noch zu einem innerlichen Berganstieg werden ließ. Aber der Gedanke am jenen Abend CRYPTOPSY einen Besuch abzustatten motivierte dann jedoch stündlich. Zumal ich heute meine beiden Dudes traf, mit denen ich in gut einer Woche im holländischen Erica das Pitfest zelebrieren werde. So war die Headlinershow der legendären Kanadier im Nuke Club ein doch willkommenes Warmup.

Der Club war leider nur zur Hälfte gefüllt, aber daran hatte man sich bei Shows unter Woche eigentlich schon gewöhnt. Den Opener GLORYHOLE GUILLOTINE hatte ich leider nicht mehr sehen können, da sie schon pünktlich nach dem Sandmännchen eröffneten und der Papa noch brav seinen Haferbrei auslöffeln musste. Nichts desto trotz, die Chicago Grinder machen auf jeden Fall ziemlich Rabatz und servieren eine köstliche Lärmakrobatik zwischen Napalm Death und Carcass. Der Bandname ist in jedem Falle exzellent gewählt und lässt schon die ein oder andere Interpretation zu, was wohl damit gemeint ist? Haha, jedenfalls darf man sich schon einmal auf die erste Langrille freuen, die hoffentlich bald von dieser jungen Band erscheint. Merken!

Die griechischen Schweden oder besser anders rum, die schwedischen Griechen, umschwebte zu Beginn ihrer Bandgeschichte die Aura von Mister Lindberg, besser bekannt als Tompa. Zur damaligen Epoche existierte seine frühere legendäre Band AT THE GATES schon länger nicht mehr und an eine Reunion war auch nicht zu denken. Da freute ich mich wie Bolle damals neues Futter von diesem Ausnahmesänger zu bekommen, aber gut das ist lange her. Dennoch sind die ersten beiden NIGHTRAGE Alben schon auch aufgrund seines Gesanges besonders, zumal die Songs darauf auch ordentlich Biss hatten. Ich hatte schon länger nichts gehört von Ihnen und wunderte mich, dass bisher schon 7 Alben erschienen sind. Zelebriert wurde Göteborg Melo Death der früheren Jahre, irgendwo zwischen frühe DARK TRANQUILLITY, IN FLAMES und ja auch einige THE CROWN Anleihen. Die Band war redlich um ein agiles Stageacting bemüht, konnte jedoch nur wage den Funken überspringen lassen. Mittlerweile, zumindest live, fand ich das Material doch schon sehr beliebig und konnte mich kaum begeistern. Das melodische Einerlei hatte man anderswo schon mehrfach besser gehört, den Songs mangelte es häufiger an Durchschlagskraft, auch wenn ich den Jungs einen durchaus lebhaften und motivierten Gig bescheinigen möchte, aber mehr war es dann eben auch nicht.

Die Briten INGESTED hatte ich vor einigen Jahren auf einem der ersten Berlin Death Feste sehen können, da erzeugten sie schon mächtig Druck. Verlernt hatten sie seitdem auch keineswegs etwas, Frontmann Jay und seine tollkühne Crew lieferte auch hier ein ansprechendes, sowie ordentlich aggressives Stageacting ab. Die wiederkehrende Moderation des Moshpits während eines jeden Songs nervte zwar zunehmend und auch der im Slam Deathcore wiederkehrende Riffwichs konnte mich zwar noch nie völlig überzeugen, aber INGESTED sind zweifelsohne eine brachiale Liveband, die den Anwesenden doch deutlich einheizte und dankeshalber auch lebhaft abgefeiert wurde.

Die gut 100 Nasen duften sich danach auf das eigentliche Highlight freuen. Das kanadische Death/Grind Urgestein begann gleich mit „Crown Of Horns“ vom legendären „None So Vile“ Album. Und frischte den alten hochklassigen Blastangriff mit ein paar neueren Tracks wie „Fear His Displeasure“ von der letztjährigen EP „Book Of Suffering“ immer wieder auf. Das Hauptaugenmerk war für die Show immer wieder auf den Klassiker „None So Vile“ gelegt und zur Auflockerung wurde aktuelles Material eingestreut. Mit „Cold Hate, Warm Blood“ vom starken „Whisper Supremacy“ Machtwerk legten man zwischenzeitlich nochmal klassich nach. CRYPTOPSY lieferte und wie, die durchweg brachiale Songqualität überzeugte mit einer enormen Wucht, Galligkeit und Brutalität. Der kanadische Frontalangriff funktionierte, auch aufgrund des herausragenden Sounds der aus den Boxen ballerte. Die Anwesenden honorierten es lautstark und waren sichtlich begeistert. Canadians Finest bewiesen wieder einmal ihre enorme Ausnahmestellung im Extreme Metal Bereich, die ich leider von so vielen Bands kläglich vermisse. Sänger Matt McGachy der nach dem Wiederaustieg von Lord Worm das Zepter übernahm, hat sich für meinen Geschmack wunderbar in die Band eingelebt und überzeugte mit einer herausragenden und beeindruckenden Shouterqualität. Einziger Wehrmutstropfen war am Ende, das es keine Zugabe mehr geben konnte, da der Band seitens des Nuke nicht mehr der zeitliche Raum dafür eingeräumt wurde, scheinbar. Aber das liegt auch an der geleckten Umgebung im Umfeld des gentrifizierten Friedrichshain. Mittlerweile kommt man sich da wirklich etwas deplatziert vor.

Setlist Cryptopsy
01. Crown Of Horns
02. Detritus (The One They Kept)
03. Slit Your Guts
04. Cold Hate, Warm Blood
05. Two Pound Torch
06. Graves Of The Fathers
07. Fear His Displeasure
08. Benedictine Convulsions
09. Phobophile
10. Sire Of Sin
11. Orgiastic Disembowelment


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