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ESTERTOR– Evil Black Church (2026)
(10.498) Maik (8,0/10) Blackened Thrash Metal
Label: Black Lion Records
VÖ: 23.10.2026
Stil: Blackened Thrash Metal
Wer sich heute beim Thema Blasphemie und Horror noch leicht unterzuckert fühlt, bekommt hier die passende Medizin geliefert, denn das italienische Quintett ESTERTOR hat sich genau dieser Thematik auf seinem bereits dritten Langspieler gewidmet.
Denn „Evil Black Church“ vereint nicht nur stumpfe Bösigkeit mit krassem Black-Thrash-Gekloppe, sondern hat sich für die einzelnen Songs Horrorklassiker als Thema gewählt, natürlich von italienischen Giganten wie Lucio Fulci, Michele Soavi sowie Mario und Lamberto Bava. Ich vermisse noch Dario Argento, aber der hatte zumindest beim Soavi-Film „The Church“, dem der Titelsong des Albums gewidmet ist, mitgearbeitet.
Nach einer kurzen Einführung der Marke ‚Dämonen heulen im U-Bahnschacht‘ legen die Bagaluten auch gleich los. Messerscharf riffen sich die Gitarren durch die Lauschröhren, die Rhythmussektion scheppert treibend durchs Gelände und das alles metzelt zur besten Horrorfilmzeit durch Blut und Gedärme.
Was anfangs etwas verstörend, wenn nicht gar abschreckend wirkt, ist der Gesang. Der ist nämlich eher eine Art deklamierendes, gepresstes Rufen, welches sich irgendwie jeglicher Musikalität entzieht. Aber das haben damals zu „Welcome To Hell“-Zeiten auch viele über Cronos gesagt.
Und genau das ist der Punkt. Wenn man sich nämlich das Album so an die vier, fünf Mal angehört hat, passt das alles ganz plötzlich. Und das kann man definitiv auch machen, denn hier bekommt man schöne bissige Kettensägenriffs und fein schlitzende Soli geboten, und das alles in einem fetzigen Black-Thrash’n’Roll-Rahmen. Und genau genommen verleiht der eigenartige Gesang der Band sogar eine Art Eigenständigkeit.
Es wirkt so, als hätten MOTÖRHEAD und VENOM zusammen gejammt und sich etwas Temponachhilfe bei SLAYER geholt. Jedenfalls machen die fünf Stiefelbewohner dem Titel des dritten Songs, „Scumbags From Hell“ (dem Film „Demons“ von Lamberto Bava, 1985, nachempfunden), alle Ehre. Denn die Knaben spielen so schön dreckig und authentisch, was zum Thema italienische Splatterfilme aus den Achtzigern großartig passt. Einzig mit dem Abschlusssong „Seven Portals Of Evil“ wandeln ESTERTOR geradezu auf episch-melodischen Pfaden. Natürlich kleben auch hier Blut, Hirnmasse, Gedärm und Knochensplitter am geborstenen morschen Sarg. Da werden die achteinhalb Minuten, die der Track für sich vereinnahmt, kaum langweilig.
„Evil Black Church“ ist ein brachiales Gerät aus Thrash, Black Metal und fiesem Rock’n’Roll. Nichts für Schöngeister und Freunde harmonischer Gesänge. Aber die schauen sich wohl auch nicht gern Filme wie „The Church“, „Demons I“ und „… II“ oder „The Beyond“ an. Somit, meine Herren ESTERTOR: alles richtig gemacht.
Wie gesagt, der Gesang mag zunächst abschrecken, aber man gewöhnt sich an fast alles, wenn der Rest fein die Hirnrinde massiert. Nach dem mehrmaligen Anhören am besten einen dieser italienischen Horrorklassiker anschauen und dazu einen blutroten Chianti süffeln.
ANSPIELTIPPS:
🔥Evil Black Church
💀Open Coffin Empty Grave
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Evil Black Church
02. Night Of The Owl
03. Scumbags From Hell
04. March Of The Dèmoni
05. Nightmare Return
06. Open Coffin Empty Grave
07. Sinister Ressurrection
08. Seven Portals Of Evil

