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Live on Stage Report: MORK | SOULBURN

10.10.2026 – Hamburg @ Hafenklang


Was war das für ein Ritt?! An einem Samstagabend in die Hamburger City zu fahren, ist immer ein großer „Spaß“. Demnach wollte ich eigentlich am Stadtrand parken und mit der Bahn weiterfahren – übrigens ein bewehrter Tipp! – doch dann ist der ausgewählte Parkplatz aktuell eine Baustelle. Also geht es doch quer durch die Hansestadt. Während ich beim „Rote-Ampel-Bingo“ gute Chancen auf dem Hauptgewinn bekomme, droht meine Blase zu zerbersten. Gerade noch rechtzeitig die Notdurft verrichtend, kann ich beobachten, wie die (vorerst) letzte freie Parklücke in der Nähe besetzt wird. Na ja, immerhin ist die Hose trocken geblieben…

Nach rund zwanzig-minütiger Rundreise im Viertel entdecke ich dann aber doch endlich einen Platz und begebe mich zum Hafenklang. „Gerade noch rechtzeitig,“ denke ich. Die Zeit reicht sogar noch für Merch Shopping und Getränkeversorgung. Dann ist es 20 Uhr. Eigentlich sollten jetzt ARROGANZ den Abend eröffnen und ich wundere mich, worauf die Herren aus Cottbus warten. Als 20:30 Uhr dann eine Band die Bühne betritt, wundere ich mich kurz über deren Optik, aber halt mal, das sind nicht ARROGANZ, das sind schon SOULBURN! Ein kurzer Blick in die Facebook-Veranstaltung verrät mir, dass der Support aus „persönlichen Gründen“ ausfällt und SOULBURN dafür eben um halb neun beginnen. Okay, verstehe…

Irgendwie hilft diese kurze Info auch in zweiter Weise – denn der Sound ist bei den Niederländern so (höflich gesagt) gewöhnungsbedürftig, dass die Songs nur schwer zu erahnen sind. Soll heißen, dass allein an der Musik die Band schwer zu erkennen gewesen wäre. Das ist wirklich sehr schade, da die Herren aus Oldenzaal durchaus einige Songs in ihrer Diskografie haben, die mir zu gefallen wissen. In dem Soundbrei aus zu lautem Bass, sehr viel Snare und schwer definierbaren Gitarren kann ich immerhin raushören, dass das Songmaterial  starken Fokus auf das neue Album „Quantifying Cosmic Doom“ legt. Auch „The Torch“ vom 2016er „Earthless Pagan Spirit“ kann ich ausfindig machen, was aber wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich den Song mag und auf der Fahrt gerade nochmal gehört habe. Ja, was soll ich noch zu dieser Show sagen? An der Band selbst liegt es nicht, dass ich ihren Auftritt nicht wirklich genießen kann. SOULBURN haben motiviert und leidenschaftlich aufgespielt. Das kann und will ich ihnen nicht aberkennen. Aber das ist manchmal die Tücke, wenn man ohne eigenen Techniker tourt – kann gut, aber auch schief gehen…

Natürlich bin ich nun alarmiert und befürchte das Schlimmste für den anstehenden Auftritt von MORK. Doch kurioser- aber erfreulicherweise ist bereits beim eröffnenden „Ødelagt“ der Sound um einiges besser. Bis auf die zwei sich nervtötend laut unterhaltenden Personen hinter mir, die ich mich gezwungen sehe auf ihr Stören hinzuweisen, steht also der Show der Norweger nichts mehr im Wege. Im Gegenteil, der Tonmann des Hafenklangs reißt das Ruder mehr und mehr rum. Spätestens bei „Arv“, dem dritten Titel im Set, stimmen die Einstellungen. Da ich mich durch das „Katedralen“-Album einst erstmals so richtig mit der Band beschäftigt habe, liegen mir Songs von dieser Scheibe besonders am Herzen. Umso schöner also, dass dieser Titel das Werk stellvertritt.

Denn hauptsächliches Augenmerk liegt heute auf dem im Juni erschienenen Album „Monolitt“, welches gleich fünfmal bedacht wird. Dass die neuen Stücke sich super an ältere Nummern knüpfen lassen, spricht für die Qualität MORKs. So führt die dunkle Reise wunderbar durch die Jahre und das noch nicht ganz so alte „Forført av kulden“ (2023) reiht sich problemlos an „En sti inn i remmendalen“ vom 2013er Debüt „Isebakke“. Die Songs harmonieren eben einfach mit einer prächtigen, schwarzen Eleganz. Dafür hat Bandkopf Thomas Eriksen vor bereits 22 Jahren den Grundstein gelegt und pflegt diese Tugend bis heute.

Seine Mitstreiter sind ebenfalls meisterlich gewählt. Die gesangliche Unterstützung von Bassist Øyvind zum Beispiel, vor allem aber das furiose Druming von Eivin Brye wissen zu begeistern. Die vier Herren auf der Bühne wissen eben, was sie da tun – und der Mann hinter den Reglern hat sich inzwischen auch völlig rehabilitiert.

Auf der Zielgeraden hauen MORK mit dem erhabenen, epischen „Da himmelen falt“ und dem rockig groovenden Banger „På tvers av tidene“ noch ein paar Klassiker raus, bevor das abschließende „Dype røtter“ sogar noch einmal an die Anfangstage zurück führt.

Unterm Strich bleibt es für mich ein etwas kurioser Abend mit einer anstrengenden Anreise, einem Bandausfall, einem kleinen Sound-Debakel und einer positiven Wendung. Und was soll ich sagen? Ich bereue es trotzdem absolut nicht, den Weg auf mich genommen zu haben. Denn MORK haben so stark abgeliefert, dass es letztendlich doch noch ein gelungener Ausflug ins Hafenklang wurde. Dieser großartige Auftritt überzeugte von Anfang bis Ende und hat mich einmal mehr für die Truppe um Mastermind Thomas Eriksen und seine Musik begeistert. Die neue Scheibe („Monolitt“) ist aktuell verdammt präsent in meiner Playlist und auch die älteren Perlen bekommen wieder mehr Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: Was lange währt, wurde letztlich doch noch gut. Noch kürzer: MORK retten den Abend. Abschließend nur eine Bitte von mir an die Norweger: Kommt öfter nach Deutschland!

Setlist MORK:
Ødelagt 
Under vekten av verden
Arv
Forført av kulden
En sti inn i remmendalen
Heksebål 
Torden
Skrømt
Ferdamann
Da himmelen falt
På tvers av tidene
Dype røtter





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