Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (05/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

Wir hörten früher gerne

So fing alles an


Aktuelle Meldungen

Aktuelle Meldungen

Live on Stage Report: RAGNARÖK FESTIVAL 2026

09.bis 11.04.2026 – Lichtenfels @ Stadthalle


DONNERSTAG, 09.04.2026

Es geht los! Die Dämmerung der Götter hebt sich langsam über Lichtenfels – Ragnarök ruft, und wir folgen. Also sind wir zeitig los, mit vorerst nur einem Gedanken im Kopf: die heißersehnten SCHÖRSCHLA Brötla. (ein Berner Würstchen im Brötchen, welches es in der Grillbude vor dem Festival-Gelände gibt) Dieses heilige Ritual vor dem ersten Ton, dieses kleine Stück Festivalglück...doch dann der Schlag ins Gesicht: „Lieferung ist nicht da. Dieses Jahr keine SCHÖRSCHLA.“ Stille. Leere. Verrat. Ich war innerlich schon halb auf der Heimfahrt. Aber gut… man ist ja nicht aus Zucker. Also wurde sich auf irgendeinen Fleischklumpen geeinigt – nicht das Gleiche, aber er hat seinen Zweck erfüllt. Weiter ging’s zur Truppe ALKOHOLCREW – unsere zwei rothaarigen Hexen, wie aus einem leicht eskalierten Märchen gefallen, begleitet von ihrem blonden, sanften Engel. Ein Anblick zwischen Chaos und Herzlichkeit – genau so muss das.

Kurz darauf dann Bändchen holen – und wer grinst uns entgegen? Tobi aus dem CUDGEL-Stand, geschniegelt wie immer und mit dieser „läuft doch alles“-Aura. Und irgendwo zwischen all dem ließ mich der werte Herr Lexikon Gajda – aka mein Mann – einfach ziehen. Alleine. Vielleicht mit voller Absicht. Vielleicht auch mit einem wissenden Lächeln. Schließlich hatten wir nicht nur Festival, sondern auch unseren Einsatz am geliebten und geschätzten CUDGEL -Stand. Und so kam es, dass genau ich am Ende diese Zeilen schreibe – zwischen Zapfhahn, Gesprächen und all den Momenten, die sich irgendwo zwischen Arbeit und Ekstase eingebrannt haben....... Noch kurz geholfen, noch kurz geschnackt… und dann öffneten sich die Tore. Einmal tief durchatmen. Und rein ins Getümmel.

NEPHYLIM
Kaum drin, schnappte ich mir Tobis Sohnemann und wir rumpelten Richtung Halle… und die war schon voll. Nicht „ein paar Leute da“ voll – richtig voll. NEPHYLIM, die mit ihrem düsteren Mix aus Melodic Death und modernen Einflüssen irgendwo zwischen Druck und Atmosphäre wandeln, standen da und lieferten genau das, was man als Opener braucht: Energie ohne Umwege. Man hat gemerkt – die wollen hier nicht einfach nur spielen, die wollen Spuren hinterlassen. Für mich: ein solider Einstieg, mit genug Wucht, um die müden Knochen wachzurütteln.

IN VAIN
Erster Abstecher nach rechts - Bühnenwechsel…und da stand er. Ein Mann, eine Stimme – und was für eine. IN VAIN bringen eigentlich diese Mischung aus Progression, Melodie und Tiefe mit, die man nicht nebenbei hört – sondern fühlt. Soundtechnisch war’s etwas durchwachsen, die Backvocals hier und da zu präsent… aber ganz ehrlich: völlig egal. Denn plötzlich war da die Stimme von Kjetil Alver Lund…..und die ging durch Mark und Bein. Zum Ende hin wurde es dann hitlastiger, greifbarer – als würde man kurz aus dem Nebel treten und alles klar vor sich sehen.

IOTUNN
Und dann: IOTUNN. Diese Band ist kein einfacher Auftritt – das ist eher wie eine Reise. Zwischen nordischer Weite, progressiven Strukturen und dieser fast schon schwebenden Melancholie. Bühnenpräsenz? Als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Sound? Diesmal glasklar und gleichzeitig drückend. „Earth to Sky“ – dieser eine Moment, wo alles kurz stillsteht und gleichzeitig alles größer wird. Man schaut sich um, sieht nickende Köpfe, geschlossene Augen… und weiß: genau deswegen ist man hier. Überragend. Anders kann man es nicht sagen.

NON EST DEUS
Nun stand wieder Theater auf dem Plan. NON EST DEUS…oder sagen wir, wie’s ist: im Kern halt doch wieder KANONENFIEBER, nur im anderen Gewand. Die gleiche aufwendig inszenierte Kabarett-Show, nur mit anderem Anstrich. Bühne, Konzept, Auftreten – alles geschniegelt durchgeplant, alles schon mal gesehen. Klar, kann man feiern. Muss man aber nicht. Ich stand nach kurzer Zeit draußen, hab mir meinen Teil gedacht und innerlich nur: "Jaja… wir kennen es.“

EINHERJER
…tragen Geschichte in sich. Nicht als Pose, sondern als Haltung. Seit den 90ern stehen sie für Viking Metal, der nicht nur Schlachten besingt, sondern Identität, Herkunft, das Raue des Nordens. Live wirkt das weniger wie ein Konzert und mehr wie ein Erzählen – kraftvoll, erdig, getragen von dieser unverwechselbaren nordischen Melancholie. Songs werden hier zu Geschichten, und Geschichten zu etwas, das man fast greifen kann. Kein überladener Pathos – sondern Würde und dass die Band Ihr Set mit der Weltpremiere der neuen Single „Blodborn“ (was für ein großartiger Song) vom kommenden Album eröffnet, zeugt von wahrer Größe! 

ARKONA
Arkona sind definitiv eine Band, die man würdigen muss – auch wenn sie mich persönlich nicht wirklich abholen. Russischer Pagan Metal, tief in Folklore verwurzelt, getragen von einer Frontfrau mit starker Präsenz, die viele im Publikum mitnimmt. Für mich bleibt es auf Distanz – als Abschluss für den Donnerstag aber absolut passend.

FREITAG, 10.04.2026

Ausgeschlafen, mit einem Rest Regen in der Luft und dem unerschütterlichen Credo „Biertrinken ist wichtig“ kehrten wir zurück auf das Gelände. Der Boden noch feucht, die Zelte standhaft – ein stiller Sieg gegen die Nacht. Ein Lächeln vom Chef des CUDGEL-Standes, wie ein vertrautes Ritual. Männlein blieb an seinem Posten zurück – und ich zog los, nicht allein, sondern in bester Begleitung: BLOODY MARIA Bernd und seine Frau. Menschen, die man nicht sucht, aber findet – und sofort ins Herz schließt.

CONVICTIVE
Die Halle verdunkelt sich, als würde jemand das Licht aus der Welt drehen. Endlich Black Metal. Und dann diese Stimme – roh, durchdringend, fast schon unnatürlich kraftvoll. Die Frontfrau trägt nicht nur ihre Stimme, sondern eine ganze Aura aus Chaos und Kontrolle zugleich. CONVICTIVE stehen für modernen Black Metal mit klaren Einflüssen aus der zweiten Welle, gepaart mit einer fast schon theatralischen Bühnenpräsenz. Der Sound? Deutlich besser als am Vortag. Vielleicht liegt Black Metal einfach näher an der Wahrheit solcher Hallen. Ein Opener, der nicht nur beginnt – sondern einreißt!

FOLKHEIM
Zu spät.....Gespräche hielten mich fest, während FOLKHEIM offenbar bereits die Halle in Bewegung versetzten. Was ich sah: erhobene Arme, lachende Gesichter, ein Kollektiv, das sich im Rhythmus verlor. FOLKHEIM tragen diesen nordischen Folk-Spirit in sich – und das obwohl sie aus Chile kommen! Gemeinschaft, Trinkgelage, Geschichten am Feuer. Und genau das spiegelte sich vor der Bühne wider.

WALDGEFLÜSTER
Sehr, sehr gut ist eigentlich zu wenig. Was Jan „Winterherz“ hier auf die Bühne bringt, ist keine bloße Performance – es ist ein konsequentes Durchleben von Emotion. Jeder Ton sitzt nicht nur technisch, sondern trifft irgendwo tiefer, dort wo Worte oft nicht mehr greifen. Durchgehend Gänsehaut. Und irgendwo zwischen den Songs dieses stille Eingeständnis: Das Album vom letzten Jahr – vielleicht habe ich ihm nicht gerecht genug zugehört. Denn live entfaltet sich alles anders. Größer. Ehrlicher. Mit jedem Song füllt sich die Halle weiter, als würde sich diese Intensität unaufhaltsam ausbreiten. Der Sound auf der Empore? Überragend. Klar, tragend, fast schon umarmend. Was hier passiert, ist tief emotional, geht unter die Haut und bleibt dort. Ein Auftritt, der nicht nur überzeugt – sondern korrigiert. Erstes echtes Highlight des Festivals.

SERVANT
Vertreter der deutschen Black-Metal-Undergroundszene, geprägt von klassischem Sound und düsteren Themen. Ihr Auftritt wirkte wie ein Schatten zwischen zwei intensiven Momenten – nicht greifbar, aber da.

SUNKEN
Es war neblig. Und das war eigentlich alles, was man wissen musste. SUNKEN aus Dänemark erschaffen Klanglandschaften, die eher gefühlt als gehört werden – irgendwo zwischen Post-Black Metal und melancholischer Tiefe. Der Nebel war Teil der Musik. Oder die Musik Teil des Nebels.

VANIR
Die Halle war beunruhigend leer – nicht das, was man sich für diesen Slot gewünscht hätte. VANIR bringen eigentlich alles für dieses Publikum mit: nordische Energie, Folk-Elemente und eine ordentliche Portion Wucht. Der Sound war gut, das muss man hervorheben. Auch wenn ich zu wenig von ihnen kenne, lässt sich sagen, dass sie eine solide Performance abgeliefert haben –manchmal liegt es eben einfach an der unheiligen Zeit.

PANOPTICON
Viele warteten auf diesen Moment. PANOPTICON – das Projekt von Austin Lunn, bekannt für die Verschmelzung von Black Metal mit amerikanischem Folk und politischer Tiefe. Doch live verschwamm es für mich. Technisch sicher stark, aber emotional distanziert. Was auf Platte wie eine Reise wirkt, verlor sich hier im Gleichmaß. Ein Auftritt, der mehr versprach, als er mir geben konnte.

MISPYRMING
Grandioser Auftritt auch, wenn der Sound komplett weg war hatte die Band souverän reagiert und danach weiter gemacht mit 200%. Die Isländer wissen was sie tun, obwohl sie nichts grosses tun. Das ist die grosse Kunst auf der Bühne! AB ZUM MERCH STAND!

KAUNIS KUOLEMATON
Ohne Erwartungen bin ich hier mit der Roten Hexenfront in die Halle gezogen. Die Jungs lieferten ab und überzogen meine Haut mit Gänsehaut. Die Finnen holten mich komplett ab und die stimmgewaltige Darstellung von Sänger Olli Saakeli Suvanto war einfach gigantisch! Hut ab für dieses Paradebeispiel des Death/Dooms. Was für ein irre guter Auftritt!!!

ENISUM
Bei ENISUM ist alles da, was da sein soll: alpine Weite, frostige Atmosphäre, technische Präzision. Jeder Ton sitzt, als hätte ihn jemand mit dem Eispickel festgeschlagen. Und doch passiert… nichts. Oder zumindest nichts, das wirklich durchdringt. Mein Kopf nickt anerkennend, mein Herz bleibt irgendwo im Tal zurück. Schön, kühl, kontrolliert – aber Nebel bleibt eben Nebel.

SEPTICFLESH
Bei SEPTICFLESH kommt die Wucht gleich mit auf die Bühne. Monumental, durchkomponiert, dieses Mal deutlich runder als in meiner Erinnerung. Weniger Chaos, mehr Kathedrale. Der Sound drückt, die Dramaturgie sitzt – und wenn „The Vampire from Nazareth“ erklingt, öffnet sich kurz dieses epische Dunkel, das sie so gut können. Aber dann: Sättigung. Schnell. Nach drei Songs habe ich das Gefühl, alles verstanden zu haben. Die Musik baut immer weiter auf, wird größer, schwerer – und verliert dabei genau die Spannung, die sie tragen müsste. Beeindruckend? Absolut. Mitreißend bis zum Schluss? Leider nicht.

HELFRÓ
Chaos, aber nicht das gute. HELFRÓ setzen auf rohe, aggressive Strukturen – doch hier wirkte vieles unverbunden. Als würden Instrumente nebeneinander existieren, statt miteinander zu sprechen. Zu viel von allem, zu wenig Fokus.

PSYCHONAUT 4
Eine Band, die für viele mehr Gefühl als Musik ist. Depressive Black Metal aus Georgien – roh, verletzlich, ehrlich bis zur Schmerzgrenze. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Ausdruck. Ein Blick in Abgründe, die man nicht immer betreten will.

ASAGRAUM
Zum Abschluss: Dunkelheit, wie sie sein soll. ASAGRAUM bringen okkulten Black Metal auf die Bühne – reduziert, fokussiert, fast ritualistisch. Endlich funktioniert diese Musik auch visuell – fernab der grellen Sonne des Tages. Da wir die Damen bereits letztes Jahr auf dem fantastischen Chronical Moshers erleben durften...hier passierte bei Tageslicht und gleisendem Sonnenschein nicht viel…..war das endlich der erwünschte Gig, der mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Wenn die Stimmung passt, dann passt auch das Gesamtbild. Sehr guter Auftritt der teuflischen Damen.

SAMSTAG, 11.04.2026

Die Sonne strahlt, als wüsste sie, dass dies der letzte Tag ist. Ein Tag, der noch einmal alles fordert – und alles geben will. Die Halle soll sich füllen, das Programm ist dicht, fast schon fordernd. Ein kurzer Check am Stand, ein Blick, ob noch alles läuft – und dann endlich: Männlein an meiner Seite. Ja, tatsächlich. Ab und zu darf er das heute auch mal. Na endlich. Gemeinsam mit dem Sprössling des Cudgel-Chefs machen wir uns auf den Weg, bereit für das erste Spektakel dieses letzten Kapitels.

GRIMMING
Tracht trifft Death Metal. Ein Konzept, das irgendwo zwischen Augenzwinkern und Ernsthaftigkeit pendelt. Doch dann: das Schlagzeug. Reduziert, fast schon archaisch – und gerade deshalb so wirkungsvoll. Man spürt, wie wenig es manchmal braucht, um Wirkung zu erzeugen. Und gleichzeitig, wie schnell genau das verpufft. Ein Eindruck bleibt – aber kein Abdruck.

GERNOTSHAGEN
Der Bass – größer als der Mensch, der ihn trägt. Fast schon symbolisch. Ein Klangkörper, der optisch irritiert und akustisch erdet. GERNOTSHAGEN liefern das, was sie seit Jahren verkörpern: Pagan Metal, der zwischen Schlachtfeld und Lagerfeuer wandert. Solide. Standhaft. Ohne große Ausschläge – aber mit Substanz.

ISTAPP
Draußen brennt die Sonne und drinnen wird es kalt mit ISTAPP auf der Bühne – meine absolute Lieblingsband bei diesem Festival. Ich durfte sie zwar schon live erleben, jedoch treffen sie mich jedes Mal wieder aufs Neue, als wäre es das erste Mal. Und diesmal stehe ich nicht irgendwo verloren im Publikum, sondern mit Männlein an meiner Seite, endlich, und genau das macht diesen Moment noch intensiver, weil diese tiefe Leidenschaft für Musik, dieses gemeinsame Erleben, plötzlich greifbar wird und sich genauso anfühlt, wie es sich anfühlen sollte. Ein Gespräch mit Milla (Bass) – offen, herzlich, ohne Distanz – und die Bestätigung, dass die Clean Vocals diesmal wirklich vom Schlagzeuger kamen, nicht vom Band, machen alles noch echter. Und genau deshalb bleibt das hier mein persönliches Highlight der Highlights.

AGRYPNIE
Mit Unterstützung von HARAKIRI FOR THE SKY am Mikro bekommt der Auftritt noch einmal eine andere Tiefe. Der Sound war solide – deutlich besser als in den letzten Jahren – und insgesamt wirkt das Set stimmiger, geschlossener. Kein überragender Moment, aber einer, der zeigt, dass sich hier etwas entwickelt hat

MIRA CETI
Spirituell. Atmosphärisch. Entrückt. Und doch: zur falschen Zeit am falschen Ort. Diese Musik verlangt Dunkelheit, verlangt Rückzug – nicht gleißende Mittagssonne. Vergleiche mit WARDRUNA drängen sich auf, doch wo WARDRUNA Räume öffnet, bleibt MIRA CETI fragmentarisch. Technisch stark. Emotional für mich unerreichbar. Vielleicht hätte die Nacht mehr verstanden.

THE SPIRIT
Keine Kompromisse. Keine Umwege – aber diesmal mit Substanz dahinter, die man nicht übersehen kann. THE SPIRIT gehören zu den Bands, die in den letzten Jahren still, aber konsequent gewachsen sind und sich mit ihrem Mix aus Black und Death Metal eine ganz eigene Nische geschaffen haben – technisch präzise, kosmisch angehaucht und dabei immer kalt und fokussiert. Songs wie „Of Clarity and Galactic Structures“ und „Cosmic Fear“ wirken live wie chirurgisch gesetzte Schnitte, jeder Ton sitzt, nichts wirkt zufällig oder überladen. Die Energie überträgt sich sofort – Haare fliegen. Das hier ist keine Show im klassischen Sinne, kein großes Theater – das ist ein Sog, der dich packt und nicht mehr loslässt. Fucking tight. Punkt.

HORN
.... plötzlich zieht die Stimmung spürbar an. Die Halle füllt sich, die Reihen werden dichter, und man merkt sofort, dass hier viele genau wissen, warum sie jetzt hier stehen. HORN liefern ihren rohen, direkten Black Metal ohne Umwege – und genau das trifft. Die Meute beißt an.

VOMITORY
Schwedischer Death Metal ohne Kompromisse. Doch diesmal liegt der Fokus spürbar auf dem neuen Material – frisch, druckvoll, als wolle die Band zeigen, dass sie nicht nur Vergangenheit ist. Und genau das funktioniert. Kein Rückblick, sondern ein Statement.

VREID
Der alte heiße Scheiß – und genau so muss das. VREID tragen dieses Erbe mit sich, das man nicht lernen kann: entstanden aus der Asche von WINDIR, tief verwurzelt im norwegischen Black Metal, aber immer mit einer eigenen, klaren Handschrift zwischen Melodie, Härte und dieser ganz besonderen nordischen Kälte. Und genau das spürt man von Anfang an – routiniert, druckvoll, aber nie leblos. Dann kommt dieser Moment: „From These Woods“. Und plötzlich kippt alles. Die Menge explodiert, Stimmen überschlagen sich, überall Bewegung – keiner steht mehr still. Das sind keine normalen Reaktionen mehr, das ist kollektive Eskalation. Gänsehaut, durchgehend. Ein Auftritt, der zeigt, warum manche Songs einfach zeitlos sind.

EIHWAR
Bei EIHWAR verschwimmt alles: Wikinger-Ritual trifft auf Techno-Club, Wolfstanz auf Samurai-Posing. Ein visuelles Spektakel irgendwo zwischen Ekstase und „hab ich Fieber?“. Mein Herz wollte schreiend das Weite suchen, während mein Kopf staunend stehen blieb. Vor mir: Metaller, die unsicher zwischen Headbangen und Rave-Moves pendeln – als hätten Odin und Berghain gemeinsam zum Tanz geladen. Zu viel? Vielleicht. Faszinierend? Leider auch.

ABBATH
Der Inbegriff. Männlein und ich stehen "immortelnt" bereit! Charisma, Präsenz, Geschichte. Und dann diese Songs! Im Vorfeld ließen einige Anwesende verlauten, dass der frostig kalte Riffmeister KEINE IMMORTAL Songs spielen wird, doch diese Tatsache wurde nur Minuten nach Beginn des Sets pulverisiert.  „Tyrants“, „All Shall Fall“ und „One by One“ verfehlten ihr Ziel nicht und landeten zielsicher im gierigen Publikum. Die Halle wird zur Erinnerung. Zur Verneigung. Zur Feier dessen, was Black Metal einmal war – und immer noch ist.

HYPOCRISY
Diesen Auftritt habe ich tatsächlich verpasst – der Stand wollte gehütet werden, und manchmal spielt das Leben eben nicht nach Running Order. Aber wie so oft auf dem Festival gilt: Man verpasst es nie ganz. Denn kaum zurück, kommt schon das Urteil vom Chef – und das fällt eindeutig aus: sehr gut. Und wenn man HYPOCRISY kennt, kann man sich ziemlich gut vorstellen, was da passiert ist. Eine Band, die seit Jahrzehnten konstant liefert, angeführt von Peter Tägtgren, der Death Metal und Atmosphäre so mühelos verbindet wie kaum ein anderer. Typische Live-Brecher wie „Roswell 47“, „Fire in the Sky“ oder „Eraser“ gehören fast schon zum festen Ritual – Songs, die live genau das tun, was sie sollen: tragen, drücken, bleiben. Manchmal reicht es, zu wissen, dass es gut war. Und sich ein kleines bisschen zu ärgern, nicht dabei gewesen zu sein.

MIST OF MISERY
Und dann… ein bittersüßer Abschluss. Verschoben. Zu spät. Zu wenig Menschen, die verstehen wollten. Mit „The Long Road“ beginnt und endet für mich dieses Festival. MIST OF MISERY sind keine Band – sie sind ein Gefühl, das man zulassen muss. Tiefe. Schmerz. Schönheit. Doch das Publikum? Nicht bereit. Spott über Klavierpassagen, Unverständnis gegenüber Emotion. Manchmal steht man vor der Bühne und merkt: Nicht jeder Ort verdient jede Kunst. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleibt dieser Moment. Als persönliches Highlight. Als stiller Abschied.

Somit war’s das für RAGNARÖK FESTIVAL 2026  -   wir haben noch schnell in Rekordgeschwindigkeit den Stand ins Auto „getetrist“, während der Himmel begann, ein paar Tränen zu verlieren, als würde er selbst wissen, dass hier gerade etwas zu Ende geht. Dieses Jahr wirkte alles ein wenig entspannter, nicht ganz so überlaufen wie im letzten Jahr, was dem Ganzen spürbar gutgetan hat. Gerade die Einkaufsecke hatte für mich deutlich mehr Atmosphäre – jeder Stand für sich, mehr Raum, mehr Ruhe, mehr echtes Festivalgefühl. Danke für ein (wieder einmal) gelungenes Festival. Wir sehen uns im nächsten Jahr! Hoffentlich dann auch wieder mit den geliebten SCHÖRSCHLA. ;)


MIRIAM

Fotos by Danny Jakesch



FESTIVAL TIPS 2026


SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist