IRON SLAUGHT – Metallic Torments (2026)
(10.343) Phillip (8,3/10) Heavy/ Speed Metal
Label: Gates of Hell Records
VÖ: 10.07.2026
Stil: Heavy/ Speed Metal
Vor mittlerweile einer halben Ewigkeit, also mindestens 12 Jahren, vielleicht sogar mehr, gab es mal so einen Saturday Night Life Sketch mit Andy Samberg als DJ Davvinci der in einer Tour den Bassdrop im Song hinauszögerte, damit die Meute komplett ballistisch geht. Ungefähr so fühlen sich die ersten circa vier Minuten dieses Albums an. Ja, der Opener ist schon als Prelude gekennzeichnet, doch bereits hier werden in drei Minuten Riffs derart umhergeschleudert, dass ich sekündlich darauf gewartet habe, dass allmählich die Vocals einsetzen, um diese zu veredeln. In der ersten Minute von Ghastly Obsession passiert Ähnliches, bis dann die Erlösung kommt. Ich habe bereist befürchtet Metallic Torments wäre, absolutes Novum, ein Akustik-Speed-Album.
Dabei braucht der Hauptvokalist Iron Jérémy (fantastisches Wortspiel) mal so gar nicht mit seinem Organ hinterm Berg halten. Die Vielseitigkeit dieses Mannes ist der absolute Wahnsinn. Mal wird einfach drauf losgebölkt (The Executioner) und an anderer Stelle könnte man fast glauben, es hat Bruce Dickinson nach Frankreich verschlagen (Primal Conquest). Der Mann bedient unheimlich viele Facetten, im oldschooligen Heavy Metal Kracher Soldier of Fortune zum Beispiel auch mal einen ganzen Song lang. Ein Über-Ohrwurm, der ganz natürlich einen alten Zweitakter unter dir wachsen lässt, der dich in den Sonnenuntergang fährt. Ja, hymnisch und ja, pathetisch, aber auch super geil und griffig im Songwriting. Das ist die Art von Song, die man zwar schon hunderte Male gehört hat, aber eben noch nicht von Iron Slaught.
Ach, und bei Primal Conquest zeigt er obendrein auch noch eine weitere Klangfarbe, diesmal ist es Geschmacksorte „seefahrender-Normannenbiker“. Kann er auch, obwohl die Band aus dem Süden Frankreichs kommt. Aber das überrascht mich auch nicht mehr. Gitarren und Bass bilden eine eng verwobene, maximal harmonische und organische Einheit und auch das Schlagzeug fügt sich dort nahtlos ein. Man hört absolut nicht heraus, dass hier programmierte Drums zu hören sind. Entweder weil aktuelle Albumproduktionen gerne auf elektronische Sperenzchen zurückgreifen und den immer gleichen Sound an die dafür bestimmten Stellen basteln? Oder vielleicht doch, weil der Drum-Programmierer hier einfach unaufdringlich sauber und sehr songdienlich gearbeitet hat? Beides möglicherweise.
Ebenfalls bemerkenswert ist der fließende Wechsel zwischen Speed-Attacken und Heavy Metal-Vibe, alles wie aus einem Guss und das mit, für Speed Metal, überbordende Songspielzeiten. Acht Songs in 45 Minuten sprechen für sich. Iron Slaught sind eine dringliche Empfehlung für Speed- und Heavy- Sammler. Lasst euch begeistern vom Charme dieser zwei Maniacs, auch mal in französischer Sprache betören, und verzaubern vom großartigen Songwriting, das natürlich nicht das Rad neu erfindet, aber eben sehr rund ins Rollen bringt.
Anspieltipps:
🪓 The Executioner
💣Soldier of Fortune
⛓ Primal Conquest
Bewertung: 8,3 von 10 Punkten
TRACKLIST
1. Harbinger of Afflictions (Prelude to Torments)
2. Ghastly Obsession
3. The Executioner
4. Soldier of Fortune
5. Condamné pour l’éternité
6. Charme funeste
7. Primal Conquest
8. Fatal Retaliations

