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AXEMASTER – Of Beasts And Plagues (2026)

(10.323) Maik (7,5/10) Heavy Metal


Label: Cosmic Fire Records 
VÖ: 19.06.2026 
Stil: Heavy Metal 






Die Stromgitarre, maßgebliches Kernstück des von uns geliebten Metals, hat ja beizeiten den Kosenamen „Axt“ erhalten. Ich weiß nicht, wer diese Bezeichnung geprägt hat, Gene Simmons hatte zumindest seinen Bass in der Form einer Axt. Und da die Axt nicht nur Werkzeug, sondern in archaischen Zeiten auch Waffe war, Metal-Bands gern über martialische Geschichten sangen, liegt es auch nahe, dass die Axt auch in etlichen Bandnamen auftaucht.

So eben auch bei AXEMASTER, einer Formation, die ihre Anfänge bis 1982 zurückführen kann. Dass die Band irgendwie immer nicht nur unter meinem Radar flog, könnte damit zusammenhängen, dass da öfters mal eine Pause reinflutschte, auch zweimal der Name geändert wurde. Da hießen sie mal eine Weile THE AWAKENING, mal INNER TERROR. Unter beiden Namen wurde auch jeweils ein Album veröffentlicht. Auch das Besetzungskarussell hat gern mal Überstunden gemacht. Von der Gründungsphase ist eigentlich nur noch Axtmeister Joe Sims übrig.

Rechnet man die Phasen unter anderen Namen hinzu, dürften AXEMASTER den Rekord bei Comeback-Alben innehaben. Denn auch das vorliegende „Of Beasts And Plagues“ ist das erste nach der 2022er Wiederbelebung.

Nach einem Intro feuern die Amis auch gleich los. Messerscharfe und besonders harte Riffs versehen den am alten US-Metal angelehnten Sound mit einer gewissen Bissigkeit, die sich weitab von Alte-Herren-Musik fett ins Gehör fräst. Rifftechnisch schaut die Band sogar mal in Richtung Thrash, bei einigen Songs spürt man eine doomige Note. Eine gewisse Epik kann man auch nicht von der Hand weisen.

Das kommt vor allem von den Vocals. Sänger Geoff McGraw hat eine kräftige und tragende Stimme, die perfekt zum Gemisch aus altem Heavy Metal und neuerem Power Metal passt. Leider sind einige Gesangslinien doch etwas gleichförmig ausgefallen, was dem Hörer, der nicht unabgelenkt lauscht, zuweilen in den Plätschermodus zu schubsen droht. Das könnte einerseits etwas aggressiver sein, andererseits etwas variabler. So eiert ein Song wie „The Dark Side“ trotz aggressivem Riffing irgendwo vorbei und wirkt irgendwie unfertig.

Gerade das Speed’n’Thrash-affine „Kissed With A Fist“ wäre, etwas gestrafft, eine Mordsgranate geworden. Auch das mit einem vielversprechenden Riff beginnende „Clinging To Life“ dümpelt so dahin. Und „Forsaken II“ wirkt auch wie mit gebremstem Schaum. Nicht schlecht, aber eben auch nicht mehr.

AXEMASTER schaffen es allerdings, im letzten Albumdrittel die Aufmerksamkeit des Hörers zurückzuholen. Die Songs werden vielschichtiger, vertrackter und bissiger. Und schon ist der alte Sack hier vor der Tastatur wieder am Start und muss sich die Scheibe gleich noch mal reinziehen. Das geht schon mal mit dem noch etwas sperrigen „Dealers“ los.

Doch gerade das opereske „Danse Macabre“ zeigt die Band von einer besonderen Facette, die ein wenig an SATAN’S HOST zu Conklin-Zeiten erinnert. Und komischerweise bewirken AXEMASTER ab hier einen Effekt, den ich so gar nicht kenne. Denn wenn man sich bei einem Album auf den Plätschermodus eingestellt hat, bleibt das eigentlich bis zum Ende so.

„Machine“ bringt mit dem maschinenhaften (sic!) Rhythmus und den düsteren Gesangslinien den gewissen apokalyptischen Touch in die Mucke, doch mit „Dagon Rising“ wird der gloomy-doomy Faktor noch mal um ein paar Grad angehoben. Und das abschließende „Shadows Cast“ wirft ebenfalls noch mal doomige Schatten (sic!, die Zweite).

In der Albummitte gibt es noch ein Cover der Detroiter HALLOWEEN, und zwar den Titelsong des bislang letzten, 2012 erschienenen Albums „Terrortory“. Meiner Meinung nach hätte das Cover nicht unbedingt sein gemusst, aber was weiß ich schon?

Letztlich ist „Of Beasts And Plagues“ kein schlechtes Album geworden. Es wirkt nur ein wenig wie ein Auto, bei dem man vergessen hat, die Handbremse zu lösen und dessen Automatik an den falschen Stellen schaltet. Das beeinträchtigt ein wenig den Fahrkomfort, aber solange die Karre cool aussieht, ist das zu verschmerzen. Die besten Songs ans Ende der Platte zu packen, war vielleicht keine gute Idee, belohnt aber den, der tapfer bis dahin ausgeharrt hat.

Ob sich die Band mit ihrer Mischung aus altem US-Heavy Metal, Power Metal, Doom und Epic Metal im Metal-Zirkus festbeißen kann oder ob wir in ein paar Jahren ein weiteres Comeback-Album bekommen, wird sich zeigen.

Anspieltipp:
💃 Danse Macabre
🐉 Dagon Rising


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Plagues Among Us… (intro)
02. Murder Of Crows
03. The Dark Side
04. Kissed With A Fist
05. Clinging To Life
06. Terrortory (HALLOWEEN- Cover)
07. Forsaken II
08. Dealers
09. Danse Macabre
10. Machine
11. Dagon Rising
12. Shadows Cast



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