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Live on Stage Report: SYLOSIS | REVOCATION | DISTANT
16.01.2026 – Oberhausen @ Kulttempel
Vorab gesagt, die Show ist auch schon wieder ein paar Tage her, leider warf mich ein familiärer Todesfall, einige Tage nach der Show doch deutlicher aus der Bahn. Aber alles braucht seine Zeit, auch das Abschied nehmen. Nun hier aber mein kleiner Nachgang, meines unterhaltsamen Ausflugs nach Oberhausen.
Wenn sich die Boston Tech Death/Thrasher ankündigen dann statten wir doch gern einen Besuch ab. Und wenn die Mannen um Dave Davidson’s REVOCATION das zwanzigjährige Bestehen mit einem starken Album wie New Gods, New Masters in die Waagschale werfen, dann sowieso. So sollte ihre Show im Oberhausener Kulturtempel dann auch gleich den Startschuss für mein erstes Livekonzert im neuen Jahr sein. Als Headliner standen die Melodic Metalcorer SYLOSIS auf der Tagesordnung, wie auch coriges von den niederländischen DISTANT und den Texas Haudegen LIFE CYCLES.
Vormittags machte ich mich mit der Bahn auf den Weg in den Pott, da insbesondere diese Strecke immer mal für Überraschungen gut ist, sind ein paar Stunden in der Hinterhand immer von Vorteil. So kam es dann auch, in Hamm (Westf.) ging dann leider nichts mehr, aufgrund eines Personenschadens, auf der Strecke nach Dortmund. Nach einigem Hin und Her und einigen Durchsagen, wie auch Entschuldigungs-Monologen des Bahnbegleiters (der mir auch ziemlich leid tat) setzte man sich wieder in Bewegung, dank einer Umleitung des Zuges. Mit einer satten Stunde Verspätung trudelte man dann am Zielort ein.
Mein meinem alten Berliner Dude Damien ging es nachmittags dann in ein vielversprechendes kroatisches Restaurant in Oberhausen, was sich als ein ziemlicher Volltreffer herausstellte. Der große Andrang am Ende unseres dortigen Besuchs, erinnerte uns schleunigst auf den Weg in den Kulturtempel zu machen. Für mich eine Premiere, gefiel mir der kleine, eher familiäre Klub mit Undergroundcharme. Mal von den Getränkepreisen abgesehen, fühlte man sich dort recht schnell wohl.
Waren wir doch noch vor der Primetime um 19:30 vor Ort, hatten sich die Texaner Crossover Thrasher LIFE CYCLES schon verabschiedet. Mein subjektives Gefühl sagt mir irgendwie, viele Shows fangen in der letzten Zeit bereits vor 19.00 an, gerade bei einem 3+ Tourpackage. Im Nachhinein sehr schade, denn die hätten sicher für einen schönen musikalischenTritt in die Magengrube gesorgt, wie ich leider erst nach der Show feststellen konnte. Bleibt die Hoffnung sie in naher Zukunft bald wieder sehen zu können.
Nun war man gespannt auf die niederländischen DISTANT. Der grantige Mix aus dicker Hose Death/Core, Industrial und einer auch mal dissonanten Note konnte mich live leider nicht überzeugen. Lag vor allem aber wohl an dem bewegungsarmen Stageacting, den vollmundigen Ansagen, was allgemein auf mich doch eher ermüdend wirkte und mich doch eher gelangweilt dreinblicken ließ. Den Anwesenden war das herzlich egal und vereinzelt war auch gut Aktion im Pit.
Distant Setlist
01. Desolation
02. Nothing Left to Hate
03. Oedipism
04. Fleshweaver
05. Hellmøuth
06. Loveless Suffering
07. Heirs of Torment
08. Born of Blood
Der eigentliche Grund meiner Reise nach Oberhausen war natürlich REVOCATION zu sehen, dies zusammen mit meinem alten Freund Damien, ist es eine Band die uns beide bis in die tiefste Pore eint. Was gibt es schöneres. Der Plan dies so durchzuziehen war natürlich sofort eingepreist.
In der Pause sicherten wir uns natürlich einen guten Platz bevor das Tech Death/Thrash Feuerwerk aus allen Rohren schoss. Und wir versprachen uns nicht zuviel. Die Boston Rabauken starteten gleich mit dem Cronenberged (der sich mit einem geilen Videoclip, bereits tief in die Hirnrinde brannte) vom aktuellen Album. Dass die Songs auch livetechnisch exzellent funktionieren, untermauerte mit Sarcophagi of the Soul gleich ein weiterer Track. Mit dem starken Existence is Futile vom 2009er zweiten Album wurde zudem die zwanzigjährige Bandgeschichte geehrt. Zählen die Boston Dudes wohl zu den eigenständigsten Bands im Tech Death/Thrash Universum. Die neuen Members Alex Weber (Bass) und Harry Lannon gaben dem Liveset auch zusätzlich einiges an Spielfreude und Frische. Was neben dem umtriebigen und äußerst sympatischen Dave Davidson nicht sonderlich schwer fällt. Für das Set lag der Fokus neben dem aktuellen, auch auf die Vorgängeralben. Mit nicht weniger überzeugenden The Outer Ones setzte man den Schlusspunkt für dieses Mal. Nach einem beherzten und absolut überzeugenden Set war es das auch leider schon. Wird Zeit für eine Headlinershow das nächste Mal.
Revocation Setlist:
01. Cronenberged
02. Sacrophagi of the Soul
03. Existence is Futile
04. Diabolical Majesty
05. Galleries of Morbid Artistry
06. Dystopian Vermin
07. Strange and Eternal
08. The Outer Ones
Nun war natürlich die Frage was der Headliner SYLOSIS so zu bieten hatte. Der Andrang vor der Bühne war da erstmal vielversprechend. Nach dem starken Auftritt von REVOCATION mussten die Engländer schon vieles in die Waagschale werfen um dem Paroli zu bieten. Die Band scheint ziemlich angesagt zu sein, auch ein neues Album ist dieser Tage erschienen. Ich kann mich noch an mein Review zum letzten Langspieler A Sign of Things to Come erinnern. Wie schrieb ich damals „Die eher melodischen Metalcore Songs, haben ihre Momente, aber packen mich persönlich nur zum Teil. Auch wenn hier manchmal eine schöne Atmosphäre kreiert wird, die durchaus stimmig, aber eben auch austauschbar ist“. So wirkten auch die ersten Takte auf mich. Von beliebig bis eher belanglos startete man recht durchschnittlich mit Erased vom neuen Album. Nichtsdestotrotz ging es durch Frontmann Josh gleich mit den üblichen Animateur-Vorgaben ans Tuning, was mich schon etwas nervte. Die Band wusste sich aber durchaus abzufeiern, trotz des mittelmäßigen Materials, muss man ihnen zugute halten.
Das Kulttempel Publikum war dankbar und durchweg eine sichere Bank, hehe. Was die Sache doch vereinfachte. Mit All Glory No Valour und The New Flesh gab es sogleich weiteres neues Futter sich einzuverleiben. Dabei bot die Show ein doch recht abwechslungsreiches Set. Die über 25jährige Bandgeschichte offenbarte da auch einiges. Sogar vom 2008er Debut Conclusion of an Age gab es mit Reflections Through Fire und Teras, eine Reise weit zurück zu den Anfängen. Material was mich aber auch nicht euphorisch werden ließ. Dennoch was bleibt, die Band hat gewiss Livequalitäten und weiß sich dabei gut in Szene zu setzen. Nach dem Konzert noch ein kleiner Ausflug an den REVOCATION Merchstand und bei Damien bis in die Morgenstunden zwischen Sounds von Jag Panzer bis Protector in der Vergangenheit geschwelgt. Was den Ausflug doch ziemlich rund machte, Danke Dir!
Sylosis Setlist
01. Erased
02. I Sever
03. Worship Decay
04. Heavy is the Crown
05. Poison for the Lost
06. All Glory, No Valour
07. Where The Sky Ends
08. Eclipsed
09. Servitude
10. Reflections Through Fire
11. Teras
12. Pariahs
13. Deadwood
14. The New Flesh

