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Q&A – Das Interview: ZEPTER
Thin Linzy!
Mit ZEPTER betritt eine Band die Bühne, die innerhalb kürzester Zeit vom Proberaum zur ernstzunehmenden Heavy-Metal-Adresse gewachsen ist. Kaum gegründet, schon mit EP, Debütalbum und ordentlich Rückenwind unterwegs – das wirkt weniger wie ein klassischer Karriereaufbau und mehr wie ein perfekt gezündeter Turbo. Und das alles aus dem schönen Linz in Oberösterreich.
Zwischen NWOBHM-Verneigung, ehrlichem Old-School-Spirit und einer spürbaren Liebe zu großen Melodien entsteht hier Musik, die bewusst zurückblickt, ohne stehenzubleiben. Grund genug also, genauer nachzufragen: über schnelle Entwicklungen, große Einflüsse, augenzwinkernde Spitznamen, kreative Entscheidungen – und darüber, wie viel Planung eigentlich hinter einer Band steckt, die scheinbar aus dem Nichts auftaucht und sofort zwei Ausrufezeichen hinter ihren Namen setzt. Wir begrüßen Gitarrist und Sänger Lukas nebst Drummer Alex.
Hallo zusammen und willkommen bei Zephyr’s Odem! Wie geht es euch aktuell – und in welchem Zustand befindet sich die ZEPTER-Maschine gerade zwischen Release-Euphorie, Proberaum und Alltag?
Alex: Wir befinden uns gerade im konstanten Wahnsinn zwischen Heavy Metal und Alltagsleben. Nein, Quatsch, uns geht’s gut. Das Album ist jetzt draußen und wir fühlen uns sehr gut damit. High Roller ist ein unglaublich cooler Partner, welcher uns in allen Phasen unterstützt hat und wir sind sehr dankbar für alle Reviews, Interviews und für alles Drumherum. Zusätzlich freuen wir uns schon auf die kommenden Konzerte und sind hungrig aufs Live-Spielen!
Lukas: Absolut! Wir freuen uns schon auf jede anstehende Show und sind einfach froh, unser Ding machen zu können.
Wenn ihr euch unseren Hörern vorstellen müsstet, die noch nie etwas von ZEPTER gehört haben: Wer seid ihr, wo kommt ihr her und warum sollte man euch unbedingt eine Chance geben?
Alex. Das ist ja das Geile - man muss uns gar keine Chance geben! Wir haben nichts zu verlieren und wir haben nichts zu gewinnen. Wenn das was für euch ist, dann checkt uns aus! HA! Ich hätte Autoverkäufer werden sollen. Spaß beiseite: Uns gibt’s seit 2024 und wir kommen aus Österreich. Das Band-Hauptquartier ist in Linz aka Steel City. Wir spielen so, wie es uns gefällt und ziehen unsere Einflüsse für Zepter vorrangig aus späten 70er, frühen 80er Heavy Rock & Heavy Metal wie auch immer man es nennen will.
Lukas: Ich würde Zepter jedenfalls all jenen empfehlen, die unpolierter Gitarrenmusik mit Harmonie-Leads als Herzstück etwas abgewinnen können und nicht allzu großen Wert auf völlig abgefahrene Vocal-Performances legen. Ich stimme Alex zu, dass wir uns in der äußerst komfortablen Lage befinden, nichts zu verlieren zu haben. Wir können, dank High Roller, einfach machen. Dieses Privileg wissen wir wirklich sehr zu schätzen.
Ihr existiert erst seit 2024 – trotzdem wirkt euer Werdegang erstaunlich zielgerichtet. Wie viel davon war Plan und wie viel schlicht Momentum?
Alex: Plan war da eigentlich gar keiner dahinter. Wir kennen uns alle schon länger aus anderen Bands und haben unsere Erfahrungen gesammelt. Ganz so grün hinter den Ohren sind wir also nicht mehr und haben relativ schnell den „common ground“ gefunden. Wir sind wirklich dankbar dafür, dass doch ein paar Leute scheinbar unsere Band hören wollen haha.
Lukas: Ich würde sagen, wir haben einfach unser Ding durchgezogen, ohne viel nachzudenken. Eine Planung im Sinne etwa eines strategischen Plans, wie wir uns möglichst schnell einen Namen machen könnten oder so, gab es absolut nicht. Wir wollten einfach zusammen musikalische Ideen umsetzen, Spaß haben, aber dabei durchaus auch konsequent vorgehen. Damit gerechnet, so viel Glück zu haben, mit derart engagierten und Band-orientierten Labels zusammenarbeiten zu dürfen, haben wir sicherlich nicht. Alles Weitere hat sich dann am Weg einfach ergeben.
Gerade einmal eineinhalb Jahre im Business und dann direkt mit ordentlich Ausrufezeichen unterwegs – war dieser schnelle Output strategisch gedacht oder eher ein kreativer Sturm, den man einfach nicht bremsen konnte?
Alex: Ich glaube, mehr ein kreativer Sturm. Unser Gitarrist und Sänger Lukas schreibt die Songs und ich überlege mir zuhause dann Drumparts. Jeder geht eigentlich recht gut vorbereitet in die Probe. Die Phasen, wo wir uns im Proberaum zugedonnert haben oder schon zugedonnert zur Probe erschienen sind, hatten wir schon vor 10 Jahren. Das macht das Ganze ein wenig effizienter und lässt sich erstaunlich einfacher mit dem Alltagsleben verbinden.
Lukas: Haha, das stimmt. Also ich kann dazu sagen, dass ich einfach Bock drauf hatte, Songs zu schreiben, die Spaß machen und einfach einen gewissen “Vibe” haben. Ich hatte genug von großen Pedalboards und sonstigem Schnickschnack und wollte einfach in den Proberaum gehen, den Amp aufdrehen und loslegen können. Jeder von uns übt zu Hause vorab seine Parts und wir versuchen dann, im Proberaum möglichst effizient zu sein. Das funktioniert in nüchternem Zustand tatsächlich einwandfrei haha.
Ihr kanntet euch bereits aus anderen Bands und musikalischen Kontexten. Wann kam der Moment, an dem klar war: Jetzt machen wir bewusst klassischen Heavy Metal – und nichts anderes?
Alex: Lukas und ich hatten vor Zepter gemeinsam ein Punk-Projekt, das dann aber längere Zeit auf Eis gelegt wurde. Als ich dann wieder Bock hatte, live zu spielen, kam Lukas mit der Idee an, eine Band zu starten, die sich stark an späten 70er, frühen 80er NWOBHM orientierte. Er und Tobi spielten davor lange in einer Band zusammen und hatten die Idee, nachdem sich diese Band damals auflöste. Ich spielte bereits in einer 70er orientierten Band Schlagzeug. Diese hat sich dann auch 2019 aufgelöst und ich musste nur mein Repertoire von Bill Ward auf Philthy Animal Taylor erweitern. Das fand ich gut.
Im Pressetext beschreibt ihr euren Sound als eine Mischung aus Thin Lizzy, UFO zur Schenker-Zeit und frühem Speed Metal – klingt fast wie eine Zeitreise in ein Paralleluniversum. Wie schwierig ist es, solche Referenzen zu ehren, ohne zur bloßen Retro-Kopie zu werden?
Lukas: Um potentielle Hörer anzusprechen, braucht es immer ein gewisses stilistisches Raster, anhand dessen man versucht, sich irgendwie einzuordnen. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass künstlerische Ausdrucksformen allgemein nicht zwingend gewissen Epochen quasi anheften bleiben müssen. Heavy Metal etwa ist zwar in den 70ern entstanden (manche würden durchaus auch die späten 60er als Zeitpunkt des Urknalls nennen), jedoch steht ein gewisser Spirit dahinter, eine gewisse Energie, welche durchaus zeitlos ist. Daher würde ich sagen, dass wir uns dieser Energie bedienen und unser ganz eigenes Ding damit machen.
Alex: Ich glaube, da wir recht bewandert in diesem Musikgenre sind – jetzt nicht nur als Musiker, sondern auch als Musikgenießer – gab uns das ein wenig Selbstbewusstsein dafür, dass wir unser eigenes Ding machen, aber eben mit klar erkennbaren Einflüssen.
NWOBHM scheint eine zentrale Schnittmenge eurer musikalischen Vorlieben zu sein. Was fasziniert euch an dieser Ära besonders – die Songs, die Attitüde oder vielleicht die gewisse Unperfektion?
Alex: Ja, ich glaube, die Unperfektion triffts ganz gut. Später wurde das Ganze dann überproduziert und man musste so oder so klingen, um dazuzugehören, aber damals hatte man nicht viele Mittel und überhaupt etwas aufzunehmen war schon ein Luxus. Das Spiel zwischen Leichtigkeit und aber doch auch sein Instrument ernstzunehmen ist, glaube ich, was uns so an dem Genre fasziniert.
Lukas: Seh’ ich auch so. Zusätzlich hört man bei vielen Bands von damals, wodurch sie selbst beeinflusst wurden. Es ist eine bestimmte Mischung aus Heavy Metal, Prog und Punk/Speed, mit der ich persönlich viel anfangen kann.
Gleichzeitig erwähnt ihr Einflüsse von Blackened Death bis hin zu Film-Scores. Gibt es Elemente auf dem Album, die man erst beim genaueren Hinhören entdeckt und die bewusst aus diesen anderen Genres stammen?
Lukas: Also das Synth-Intro zu “Slasher on the Highway” wurde mit meinem Prophet 5 Synth eingespielt und erinnert, zumindest mich, etwa an “Terminator” oder vergleichbare Sci-Fi Streifen. “Dark Angels” hat dagegen durchaus einen gewissen Gothic-Vibe, wobei der Synth-Part am Anfang eine düstere Stimmung erzeugt, die mich an Soundtracks wie etwa von Libra (“Schock”) denken lässt. Der subtil eingesetzte String Synthesizer-Sound bei “The Slayer” könnte so zudem eins zu eins für eine Berlin-School Produktion verwendet worden sein. Also stecken schon eine Bandbreite an Nuancen in unseren Songs, welche nicht allesamt und ausschließlich dem Heavy Metal zuzuschreiben sind…und das ist gut so, wie ich finde.
Alex: Also direkt von Blackened Death sind wir jetzt mit Zepter nicht beeinflusst aber Stefan, unser Gitarrist, spielt in einer wirklich guten Band namens „Ludgar“. Denen passt dieses Genre mehr aufs Shirt und da kommt auch bald das Album raus, aber ich glaube wenn man genauer hinhört, hört man, dass wir von vielen Dingen beeinflusst wurden. Lukas ist zum Beispiel großer Horror B-Movie Fan und fährt komplett ab auf Dario Argento oder Lucio Fulci. Wir sind halt Nerds, was soll man sagen.
Lukas: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen haha.
In meinem Review habe ich besonders hervorgehoben, dass eure Songs nicht nur nostalgisch wirken, sondern erstaunlich frisch und energiegeladen. Ist diese Balance zwischen Tradition und Eigenständigkeit etwas, das bewusst komponiert wird – oder passiert das einfach intuitiv?
Lukas: Danke dir für deine Worte…das freut uns natürlich sehr! Das passiert eindeutig intuitiv. Also ich hätte jedenfalls noch nie bewusst über ein solches Verhältnis zwischen Tradition/Eigenständigkeit nachgedacht.
Alex: Vielen Dank! Wir sind äußerst dankbar für jedes Review und dass Leute sich die Zeit nehmen, um unsere Songs zu hören. Bedeutet uns echt viel! Ich glaube, es ist auch das Selbstbewusstsein, dass wir eben schon bereits viel Erfahrung mit anderen Bands sammeln konnten, deshalb denke ich eher, dass dies intuitiv passiert. Wir machen halt unser Ding und manchen gefällts, Anderen eben vielleicht nicht.
Eure Twin-Harmony-Gitarren sind ein essenzieller Bestandteil eures Sounds. Sind solche Leads bei euch akribisch ausgearbeitet oder entstehen sie eher aus Jam-Sessions und spontanen Geistesblitzen?
Alex: Luki schreibt die Songs und kommt auch meistens mit den Harmonie Parts an. Die Solos koordinieren dann Stefan und Lukas gemeinsam und ich glaube die zwei checken sich das dann schon öfters auch gemeinsam im Proberaum aus. Die meisten Leads sind aber doch akribisch von Luki ausgearbeitet.
Lukas: Ja, die Harmonien werden zu Hause “gebastelt”. Die Demos entstehen vorerst mit dem Recording-Programm Reaper. Im Proberaum wird dann alles zusammengefügt, wobei jeder auch sein eigenes besonderes Etwas mitbringt, absolut! Das gemeinsame Zocken ist selbstverständlich das, was am meisten Spaß macht. Die Euphorie, die aufkommt, wenn die Dinge nicht nur am Computer funktionieren, sondern sich im Proberaum mit echten Amps und Drums umsetzen und zu einem organischen Endprodukt entwickeln lassen, ist einfach herrlich!
Der Albumtitel ist schlicht „Zepter“ – selbstbewusst oder bewusst minimalistisch? Warum gerade ein selbstbetiteltes Debüt?
Alex: Wir haben uns lange den Kopf darüber zerbrochen, wie wir das Album nennen könnten. Aus Tradition gingen wir aber einfach mit „S/T“. Hat irgendwie am besten gepasst. Fürs nächste Album können wir dann nicht mehr so faul sein und müssen uns einen Titel überlegen. Das wird dann wahrscheinlich so Zepter 2 sein haha.
Mit „Lonely Night“ habt ihr euch für eine Coverversion entschieden. Was hat euch genau an diesem Song gereizt, und wie entscheidet man, ob ein Cover zur eigenen Bandidentität passt?
Alex: Wir sind große Fans von „underrated, obscure, underground 80s heavy metal“ Songs und haben da meist auch im gemeinsamen Chat oft Bands, die wir uns hin und her schicken. Ich glaube Tobi machte uns auf den Song aufmerksam und er passte irgendwie auch von der Atmosphäre gut zu uns. Wir kontaktierten dann die Mitglieder von Screem und die waren total cool damit, dass wir den Song covern. Ich glaube, man hört auf der Originalversion von Lonely Night einfach eine junge Band aus 1986, die einfach ihre Version von Heavy Metal spielt und wir wollten dieses Gefühl in 2026 transportieren, denn wir machen eigentlich nichts anderes, nur 40 Jahre später.
Die Produktion wirkt angenehm erdig und organisch. War euch wichtig, bewusst gegen moderne Überproduktion zu arbeiten, um diesen klassischen Charakter zu bewahren?
Alex: Es waren ehrlich gesagt zwei Fliegen mit einer Klatsche. Wir nahmen das Album in den Nothing Studios in Linz auf. Das gab einen großen Vorteil, weil wir nicht ewig weit an ein Studio anfahren mussten und zweitens ist Hannes, der Boss von Nothing Studios, ein Verfechter von analogen Aufnahmeverfahren. Wir haben das ganze Album, wie auch bereits “Inferno”, auf einer Fostex 16 Spur ½“ Tape Machine aufgenommen. Das ganze dann auch noch live und nur Solos, Gesang und Synthspuren overdubbed. Ich glaube das gibt dem ganzen einfach diesen Charakter weil es so auch früher gemacht wurde. Als wir mit der Mikrofonierung fertig waren, meinte Hannes zu uns: „Gefällt euch der Sound so, denn allzu viel können wir dann nicht mehr verändern?“ Der Roh-Mix war schon Hammer genug. Das mochten wir. Auch seine Art zu arbeiten war genau mit unsere kompatibel. Ich glaube der Opening Track „Slasher on the highway“ war bereits der 3. Take und wurde auf Anhieb genommen.
Lukas: Für mich ist dieser Ansatz des Einfach-Machens so überaus erfrischend. Mit Hannes zusammenzuarbeiten gestaltet sich für uns immer als äußerst bereichernd, da wir eine ähnliche Philosophie in Sachen Recording und Musik im Allgemeinen teilen und Hannes ein mega kreativer und positiver Kopf ist.
High Roller Records ist bekannt für ein sehr stilbewusstes Umfeld im traditionellen Metal. Wie kam die Zusammenarbeit zustande und fühlt ihr euch dort musikalisch „zu Hause“?
Alex: Ja, definitiv. Wir alle besitzen High Roller Re-Releases in unseren Plattensammlungen und ich kann mich erinnern, als ich mal mit meiner alten Band eine Show mit High Spirits spielte war, ich unheimlich neidisch auf das HR Logo auf der Rückseite von „Another Night in the City“. Dieses simple Logo hat mich immer schon fasziniert. Wir sind wirklich extremst zufrieden mit der Zusammenarbeit mit High Roller. Das Label hat uns wirklich immer vollstens unterstützt und als doch kleine Band haben wir uns nie vernachlässigt oder abgespeißt gefühlt, sondern ganz im Gegenteil. Die sind echt Band-Orientiert. Ich glaube auch, dass das das Erfolgsrezept von denen ist.
Lukas: Nichts als Liebe für High Roller! Ich genieße es richtig, mit Leuten zusammenarbeiten zu dürfen, die verlässlich, transparent und leidenschaftlich zugleich ihr Ding machen. Dies alles und mehr trifft auf HR zu. Wir sind enorm dankbar, auf diesem Label sein zu dürfen.
Unser Phillip hat Euch den Spitznamen „Thin Linzy“ verpasst. Passt, oder?
Alex: Das ist echt der Hammer! Wir vergeben 100 Punkte für Kreativität und Wortwitz! Ich liebe sowas! Passt auf alle Fälle. Wir lieben Thin Lizzy und fühlen uns ehrlich gesagt auch geehrt, dass jemandem so ein Wortwitz zu uns einfallen kann. Danke Phillip!
Lukas: Thin Lizzy ist einer unserer absolut größten Einflüsse überhaupt. Dementsprechend können wir uns mit diesen liebevollen Spitzname nur geehrt fühlen.
Viele junge Bands kämpfen jahrelang um Aufmerksamkeit, bei euch ging alles erstaunlich schnell. Gab es einen Moment, in dem ihr selbst dachtet: „Okay, jetzt wird das hier ernst“?
Alex: Nicht wirklich. Wir müssen nochmal auf High Roller hinweisen und wie zufrieden wir mit deren Zusammenarbeit sind. Jeder von uns hat seinen Alltagsjob und Leben und wir können nur eine begrenzte Anzahl an Konzerten im Jahr spielen. Da ist das Label auch komplett verständnisvoll und drängt uns zu nichts. Anders würde es auch gar nicht gehen, denn wir kennen uns zu wenig mit Follower-Statistiken und Social-Media Trends aus haha Wir sind eigentlich gerade in der besten Situation, dass wir selbst entscheiden können was wir machen wollen und wo wir mit der Band hinwollen.
Lukas: Stimme da Alex voll zu. Ich glaube, absolut niemand in der Band könnte sich vorstellen, Musik als Beruf auszuüben. Ganz davon abgesehen, dass wir davon Lichtjahre entfernt wären, fühlt sich jeder mit seinem Privat- und Berufsleben überaus wohl. Musik dabei aus absoluter Leidenschaft zu machen, in welcher Form auch immer, werden wir wohl unser ganzes Leben lang beibehalten, keine Frage. Wir sind dankbar, Kanäle zu haben, über die wir unsere Musik einem breiteren Publikum präsentieren können. Wir werden mit Zepter auch weiterhin einfach unser Ding machen, ab und an Konzerte spielen, Songs schreiben, aufnehmen und releasen.
Welche Rolle spielt Live-Performance für euch: Krönung der Songs oder eigentlicher Ursprung eurer Musik?
Alex: Gute Frage. Beides eigentlich. Ich merke schon, dass durch das live Spielen die Songs ganz andere Dynamiken erlangen können. Das ist oft gut für Songs, die noch nicht aufgenommen wurden. Man sieht dann, wie was für einen funktioniert. Aber fürs Live-Spielen leben wir eigentlich. Es ist der perfekte Ausgleich zum Alltag und wir machen es einfach unheimlich gern. Vorwiegend für uns selbst, aber wenn es natürlich anderen auch gefällt, dann ist das der Hammer.
Lukas: Finde das live-Spielen natürlich auch super, insbesondere wenn es gute Shows sind und man selbst mit der Leistung zufrieden ist (was leider nicht immer der Fall ist). Ich würde aber sagen, dass für mich persönlich immer das Aufnehmen die Krönung ist, da ich dabei das Gefühl bekomme, etwas zu Ende gemacht und (hoffentlich) erfolgreich abgeschlossen zu haben. Durch eine erfolgreiche Recording-Session kommt das Gefühl der maximalen Zufriedenheit auf.
Wenn ihr euch selbst eine Entwicklung für die nächsten fünf Jahre wünschen dürftet – eher größer, schneller, lauter oder tiefer, experimenteller und mutiger?
Alex: Das wird die Zeit noch zeigen. Ich glaube, das wissen wir selbst noch gar nicht. Kann mir aber schon gut vorstellen, dass es härter werden könnte. Wir sind gerade alle auf dem Bulldozer Trip und hören ein wenig härtere Riffs aus diesen Jahren gerne. Vielleicht lassen wir uns aber auch gar nicht von dem beeinflussen und werden experimenteller. Lukas hat ein Händchen für Prog-Rock wie Magma oder Yes. Da ich aber Schlagzeug nicht in einer Musikschule gelernt habe, kann ich keine 7/11 Beats spielen, deshalb werden wir das niemals umsetzen können, außer Lukas möchte, dass ich wie Phil Collins bei Genesis spiele, was wir beide gern hören. Aber auch das schaffe ich nicht auf den Drums haha.
Lukas: Haha, Alex ist ein lustiger Zeitgenosse. Bussi. Selling England rules haha. Also ich meine auch, dass unsere Musik wohl härter werden wird. Die ersten beiden Bulldozer Scheiben, Celtic Frost, ADX, und viel Underground 80’s Speed-Metal läuft momentan häufig. Es gibt auch bereits vier neue Zepter Songs, mit denen wir bisher recht zufrieden sind. Mal sehen…
Zum Abschluss die berühmten letzten Worte: Was möchtet ihr unserer Leserschaft mit auf den Weg geben?
Alex: Danke fürs Auschecken! Wenn ihr könnt, und das nötige Kleingeld habt, dann kauft physische Musiktonträger von Bands, nicht nur von uns, sondern generell! Streaming ist cool, aber dann irgendwie auch doch nicht aus mehreren Gründen. Gründet eine Band, spielt live und habt eine gute Zeit und wenn nicht, dann geht auf Konzerte und habt auch eine gute Zeit. Wie Bill und Ted es schon gesagt haben: BE EXCELLENT TO EACH OTHER! Schaut Bill und Ted!
Lukas: Vielen Dank an alle, die Zeit und Geld investieren, um handgemachte Musik am Leben zu erhalten, nicht nur unsere, wie Alex bereits angeschnitten hat. Seid gut zueinander!
Mit ZEPTER spricht eine Band, die zwar noch jung ist, aber bereits erstaunlich klar weiß, wo sie hinwill – und vor allem, wo ihre musikalischen Wurzeln liegen. Zwischen ehrlicher Begeisterung für klassischen Heavy Metal, bemerkenswerter Geschwindigkeit im eigenen Werdegang und einer gesunden Portion Selbstironie entsteht der Eindruck einer Formation, die nicht nostalgisch wirkt, sondern leidenschaftlich. Sollte dieser Weg so weitergehen, dürfte das erste Kapitel lediglich der Auftakt zu einer deutlich längeren Geschichte gewesen sein – und wir behalten das Zepter jedenfalls aufmerksam im Blick.

