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Q&A – Das Interview: MAMMON’S THRONE

Wir haben ewig gebraucht, um uns einen Bandnamen auszudenken


Dieses Interview kommt später daher als geplant, denn „My Body For The Worms“ der Australier MAMMON’S THRONE erschien ja schon am 13. März. Ich hatte mir das Album zum einen wegen dem grandiosen Coverartwork ausgewählt, andererseits auch, weil der Bandname irgendetwas wirklich Schweres implizierte. Meine Erwartungen wurden um mehrere Prozentpunkte übertroffen, und das Album zerrte mich schon während des ersten Hördurchgangs mit Brachialgewalt hinter dem Ofen hervor, sodass ich zum ersten Male in diesem Jahr das Zehnpunktefähnchen schwenken konnte. Keine Frage, dass ich die Doomster von Down Under um ein Interview bat. Leider muss meine elektronische Brieftaube mit den Fragen wohl über das iranische Kriegsgebiet geflogen sein, denn als das Vieh in Melbourne ankam, fehlten so einige Federn, sprich: nur die ersten fünf Fragen kamen dort an. Naja, ich einen zweiten Vogel losgeschickt. Gut. Dann war Matt im Urlaub, dann war ich im Urlaub…egal. Die Panzer des Doom Metal rollen nun mal etwas langsamer, und letztendlich kann ich Euch dieses schöne Gespräch präsentieren.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem fantastischen Album. Heutzutage kommt es nicht mehr oft vor, dass mich ein Album schon beim ersten Hören umhaut. Ich konnte nicht widerstehen, „My Body To The Worms“ mit 10 von 10 Punkten zu bewerten. Wie sind denn so die allgemeinen Reaktionen in der Metal-Presse?

Hey, hier ist Matthew. Ich bin Sänger, Texter und manchmal auch Riff-Schreiber bei MAMMON’S THRONE. Vielen Dank für die großartige Rezension unseres Albums, es war mir eine Freude, sie zu lesen. Die Resonanz war fantastisch, mit überwiegend extrem positiven Reaktionen. 

Da MAMMON’S THRONE auf unserer nördlichen Hemisphäre vielleicht noch nicht so bekannt sind, würdet ihr euch unseren Lesern kurz vorstellen?

Für alle, die uns noch nicht kennen: Wir kommen aus Melbourne, Australien, und spielen schweren Doom Metal mit Elementen aus Black und Death Metal sowie hier und da einigen Goth-Einflüssen. Wir freuen uns riesig, dass wir gerade im März unser drittes Album veröffentlicht haben, und genießen es in vollen Zügen, die Reaktionen von Menschen aus aller Welt darauf zu hören.

Euer Bandname MAMMON’S THRONE klingt genauso gewaltig wie eure Musik. Warum habt ihr diesen Namen gewählt und standen noch andere Namen zur Auswahl?

Wir haben ewig gebraucht, um uns einen Bandnamen auszudenken, und konnten uns lange Zeit auf nichts einigen, womit wir zufrieden waren. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich an die anderen Kandidaten, aber ich glaube nicht, dass sie besonders toll waren. Unser Schlagzeuger schlug den Namen vor, nachdem er einige Spawn-Comics gelesen und die Figur Mammon gesehen hatte. Uns gefielen die biblischen Anspielungen des Namens und auch, wie er sich auf die Welt und das bezieht, worüber wir singen. 

Es gibt viele Subgenres in der Metal-Musik. Was war der Grund dafür, dass MAMMON’S THRONE sich für Doom Metal entschieden haben?

Sam, Amesh und ich hatten ursprünglich versucht, eine Black-Metal-Band auf die Beine zu stellen, aber wir haben es nie geschafft, eine Besetzung zu finden, die funktioniert hat. Wir besuchten damals viele Doom-Konzerte, da das Genre in Melbourne extrem beliebt war, und wir beschlossen, dass wir unsere eigene Interpretation des Genres entwickeln sollten. Wir hatten schon einmal mit Nick gejammt und beschlossen, ihn erneut anzusprechen, da wir der Meinung waren, dass sein Schlagzeugstil perfekt für ein eher doomlastiges Projekt sein würde. Das erste Album entstand dann auf äußerst organische Weise, und alle Songs kamen sehr schnell zusammen. Diesmal hat es einfach geklappt.

Die Musik auf „My Body To The Worms“ ergänzt die Doom-Metal-Grundlagen um weitere Stilrichtungen wie Death Metal, Black Metal und sogar Epic und Gothic Metal. Im Vergleich zu eurem Debütalbum ist das Material komplexer. Was hat zu dieser Entwicklung beigetragen und was sind eurer Meinung nach die wichtigsten Veränderungen in eurem Musikstil?

Ich glaube, wir schreiben derzeit die Musik, für die wir uns am meisten begeistern. Wir standen schon immer total auf Death und Black Metal und eher auf den Death-Doom-Sound, und als wir aus der Corona-Zeit mit viel aufgestauter Energie und Aggression kamen, die raus musste, hat das dazu geführt, dass wir uns voll und ganz einer dunkleren, härteren Richtung zugewandt haben. Das erste Album war viel stärker von Stoner und Sludge beeinflusst. Die Death- und Black-Metal-Elemente waren zwar schon immer da, aber jetzt sind sie viel stärker in die Gesamtatmosphäre eingebunden.

Die Komplexität beim Songwriting war eine natürliche Entwicklung und auch ein Nebeneffekt davon, dass unser zweiter Gitarrist Johnny kurz nach der Fertigstellung des zweiten Albums zu uns gestoßen ist. Wir haben nun einen zusätzlichen Songwriter und mehr Freiheit, bei den Gitarrenparts kreativer zu sein, da immer jemand da ist, der den Rhythmus hält, wenn es nötig ist. Außerdem haben wir als Band einfach an Selbstvertrauen gewonnen, was uns offen macht, neue Dinge auszuprobieren und unsere vielfältigen Einflüsse in die Musik einfließen zu lassen.

Ist die ganze Band am Songwriting beteiligt oder gibt es einen kreativen Kopf, der die Richtung vorgibt und die Arrangements dominiert? Komponiert ihr eher spontan oder steckt akribische Arbeit dahinter?

Bisher wurden alle Songs gemeinsam von der gesamten Band im Proberaum geschrieben, basierend auf ersten Riffs oder Ideen, die von allen Mitgliedern eingebracht wurden. Es ist größtenteils spontan, wobei der Song organisch Gestalt annimmt. Es kommt seltener vor, dass wir uns zurückziehen und Hausaufgaben machen, um einige der Songs auszuarbeiten, aber auch das ist schon ein paar Mal passiert.

Die Texte, die gut zur Musik passen, tendieren von düster bis dystopisch. Woher holst du deine Inspiration beim Schreiben von Texten?

Viele der Texte basieren auf persönlichen Kämpfen oder Beobachtungen der Probleme in der Welt um uns herum. Ich improvisiere sie in der Regel während der Proben, wenn wir neue Songideen jammen, und sie fließen meist einfach, sobald ich einen Ausgangspunkt habe. Einige davon sind jedoch reine Fantasie-Realitätsflucht, wie zum Beispiel Themen rund um Aliens, Vampire und dunkle Rituale.

Der Song „Elixir“ ist eine Vampirgeschichte. Ist er vom klassischen „Nosferatu“-Film von F.W. Murnau beeinflusst? Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Song perfekt zu einem Videoclip mit Szenen aus diesem Film passen würde.

Ja, wir haben zwar gescherzt, dass wir den Zug mit dem neuesten „Nosferatu“-Film von Robert Eggers verpasst haben, aber wir haben unser eigenes Vampir-Video gedreht, mit dem wir sehr zufrieden sind und das ihr euch auf YouTube ansehen könnt.

Da es so viele verschiedene Einflüsse in eurer Musik gibt, frage ich mich, woher ihr eure musikalischen Inspirationen bezieht. Habt ihr bestimmte Bands, die ihr besonders liebt, oder sogar musikalische Vorbilder? 

Ich war schon immer ein großer Fan von Bands wie MY DYING BRIDE, KATATONIA, PARADISE LOST und auch von 80er-Jahre-Goth-Künstlern wie SISTERS OF MERCY, FIELDS OF THE NEPHILIM usw. Ich höre viel Musik und möchte oft den Einfluss von etwas, das mir gerade besonders gefällt, oder von etwas, das ich schon lange liebe, in die Band einbringen, wobei es jedoch trotzdem nach MAMMON’S THRONE klingen soll.

Wir haben alle unsere eigenen individuellen Genres/Künstler, mit denen wir uns beschäftigen, aber im Kern sind wir alle massiv von Bands wie CANDLEMASS, BOLT THROWER, DEATH und anderen legendären Metal-Bands beeinflusst.

Lass uns über das fantastische Artwork sprechen, welches ihr gewählt habt. Es zeigt all die musikalischen Einflüsse: Death Metal, Doom Metal, Black Metal usw. Und es sieht sowohl als Albumcover als auch als T-Shirt-Motiv großartig aus. Wer hat dieses außergewöhnliche Bild gemalt? Habt ihr dem Künstler freie Hand gelassen oder gab es strenge Vorgaben von euch, wie es aussehen sollte?

Wir haben erneut mit unserem guten Freund Oscar Bonin zusammengearbeitet, einem unglaublichen Tattoo-Künstler aus Melbourne. Er ist derselbe, mit dem wir schon für unser vorheriges Albumcover zusammengearbeitet haben, mit dem wir ebenfalls äußerst zufrieden waren. Wir haben ihm nur eine grobe Vorstellung davon gegeben, welche Szene wir uns vorstellen, und er hat das Artwork entworfen, das wir jetzt haben. Er hatte seine eigenen Ideen, was die Farben angeht, und wir sind große Fans des Ergebnisses, da wir auffälliges Artwork für unsere Musik lieben. Beide Albumcover sehen auch auf Merchandise-Artikeln unglaublich gut aus.

Obwohl Australien riesig und voll mit vielen großartigen Gruppen ist, scheint es, als müssten Bands aus eurem Land immer noch eine Menge Arbeit investieren, um weltweit anerkannt zu werden. Ich nehme an, es gibt eine riesige Metal-Szene in Australien. Könntet ihr mir neben den bekannten Namen noch ein paar interessante Bands empfehlen, die es wert sind, sich anzuhören?

Unsere geografische Lage bringt zwar einige Herausforderungen mit sich, und relativ wenige Bands von hier touren regelmäßig im Ausland. Dabei entsteht hier so viel großartiger Metal, der mehr internationale Anerkennung verdient, wie zum Beispiel GIANT, GHOSTSMOKER, ISUA, AGLO, CARCINOID, MALIGNANT AURA, um nur einige zu nennen.

Wie sieht es mit Konzerten aus? Gibt es in eurer Gegend Clubs, an denen ihr live auftreten oder andere Bands bei ihren Auftritten genießen könnt? Wenn ihr die Möglichkeit hättet, eine (oder mehrere) Bands für eine Tour auszuwählen, welche würdet ihr wählen?

Auf jeden Fall. Es gibt eine ganze Reihe toller Veranstaltungsorte, an denen wir oft auftreten. Leider sind sie aufgrund der ständig steigenden Lebenshaltungskosten gefährdet, aber besonders in Melbourne könnte man jeden Abend der Woche ein Konzert mit großartigen Bands sehen.

Wir fühlen uns bereits extrem privilegiert, später in diesem Jahr als Vorband für eine unserer Traumbands, CANDLEMASS, auftreten zu dürfen! Abgesehen von ihnen würde ich gerne mit PARADISE LOST und OPETH spielen, da dies zwei meiner absoluten Lieblingsbands sind.

Gibt es eine Chance, dass ihr mal im Ausland auftritt? Ich weiß, dass es sicher sehr teuer ist, eine Band aus Down Under nach Europa oder Amerika zu holen. In welchen Ländern würdet ihr am liebsten spielen? 

Das ist definitiv etwas, was wir uns wünschen und worauf wir aktiv hinarbeiten. Wir haben letztes Jahr in Japan gespielt, und das war eine unglaubliche Erfahrung und ein guter erster internationaler Ausflug. Ich würde sehr gerne Konzerte in Deutschland, Schweden und den Niederlanden geben (wo unser Label Hammerheart seinen Sitz hat).

Nun kommen wir zum Ende dieses kleinen Interviews. Das letzte Wort gehört euch. Jetzt könnt ihr unseren Lesern von euren Zukunftsplänen erzählen und ihnen sagen, warum sie euer Album kaufen sollten. 

Vielen Dank für die Fragen und für die Rezension unseres Albums im März. Wie ich oben bereits sagte, hoffen wir auf jeden Fall, in naher Zukunft vor europäischem Publikum zu spielen, aber in der Zwischenzeit laden wir regelmäßig Live-Mitschnitte auf unsere sozialen Medien hoch, damit ihr einen Eindruck davon bekommt, was wir auf der Bühne bieten. Wir glauben, dass wir ein einzigartiges und unterhaltsames Album geschaffen haben, und wir schätzen jeden, der sich unsere Musik anhört. Ihr könnt „My Body to the Worms“ auf allen üblichen Plattformen streamen und eine Schallplatte/CD bei Hammerheart Records kaufen.




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