FROZEN SOUL – No Place Of Warmth (2026)
(10.217) Phillip (9,5/10) Death Metal
Label: Century Media Records
VÖ: 08.05.2026
Stil: Cold School Death Metal
Es ist durchaus verwunderlich. Harte Arbeit und eine gesunde „Fuck it – let’s roll“ – Mentalität zahlen sich anscheinend manchmal aus. Dabei ist es enorm wichtig, gegen alle Widerstände anzukämpfen und sein eigenes Ding durchziehen, mit Überzeugung, Herzblut und unbeugsamen Willen. Frozen Soul aus Texas sind diesbezüglich ein paradebeispiel. „Eine weitere Bolt Thrower- Kopie!“ wurde geschrien, „Der Typ kann nix am Mikro!“ woanders geschrieben, wieder andere hielten sie für eine schnöde weitere trendige Band, die versucht Hardcore mit Death Metal zu verknüpfen. Sie alles dürfen langsam einsehen, dass ihre Meinungen kompletter Blödsinn waren und sind.
Was Frozen Soul auf dem nun bereits dritten Studioalbum vorhaben, wird bereits in ersten Track, dem Titeltrack, klar. Kraftvoller, groovender Death Metal der mehr auf Durchschlagskraft setzt als auf hohe Geschwindigkeiten. Ja, sicher, hier schimmert auch die hinzugewonnene melodische Kompetenz des Vorgänger-Albums durch, doch läuft das hier weniger Amon-Amarthig ab als noch auf Teilen von Glacial Domination. Und auch das erste Sahnehäubchen wird auf den Titelsong gesetzt: Niemand geringeres als Gerard Way von My Chemical Romance darf endlich seiner Liebe zum Black Metal frönen und screamt wie eine Banshee den Gastgesang ein. Es ist herrlich!
Der illustre Reigen von Gästen auf Frozen Soul- Alben geht in der Folge weiter mit der weltweit bruchsichersten und muskulösesten, laufenden Euro-Palette Devin Swank (Sanguisugabogg, Dripping und etwa 67 anderen Bands) und Robb Flynn von Machine Head, der todsicher ein komplett stabiler Atze ist, dessen Gastbeitrag auf Invoke War mir persönlich allerdings etwas zu stelzig wirkt. Ansonsten fetzt der Track aber massiv!
Und „massiv“ ist das entscheidende Stichwort bei No Place Of Warmth! Alles an diesem Album ist riesig. Der Sound, insbesondere die Rhythmusfraktion, ist in der Lage dir das Trommelfell blitzblank zu pusten und das, ohne dabei völlig übersteuert zu wirken. Nein, auch die Riffs kommen gut zur Geltung! Die sind Frozen Soul- typisch nicht virtuos abgefahren, sondern setzen auf Eingängigkeit und entfalten so ihre Wirkung. Wer seine Musik ausschließlich mit dem Abakus seziert, ist hier jedenfalls falsch aufgehoben. Wer aber gerne heavy Riffs genießt, die auch gerne mal langsamer und intensiver werden, der ist hier komplett richtig.
Ja, an manchen Stellen kommt das Songmaterial einem bekannt vor, ist so, oder ähnlich, auch schon im Vorgängeralbum angespielt worden – das sollte man kritisch erwähnen. Doch wenn Chad Green dich danach anraunt, dass er in Frost geschmiedet ist, dann wird gebangt, verdammt nochmal!
Mit dem letzten Song wird’s dann nochmal richtig rund. Das absolut genial benannte Up-Tempo-Stück Killin‘ Time (Until It’s Time to Kill) zeigt wie viele Worte sich auf „kill“ reimen, hat muskulöse Gangshouts und entfacht den Wunsch an Ort und Stelle einen Circle Pit anzuzetteln. Generell ein würdiger Albumabschluss, kulminieren Frozen Soul doch hier nochmal all ihre Stärken: Eingängigkeit, ein ausgewogenes Spiel mit der Dynamik, knackige Soli und massiv korpulenter Sound! Bei einer Spiellänge von knapp 35 Minuten ist das hier ein Ausrufezeichen! So geht moderner Death Metal, der gleichermaßen die alte Schule achtet, aber auch nach vorne schaut, ohne sich irgendwelchen Trends anbiedern zu müssen. Zwischendrin gibt es atmosphärisch ein paar winzige Hänger, aber aufkommende Zweifel werden von Frozen Soul umgehend schockgefrostet. Kurz gesagt: WAS! EIN! KLOPPER!
Anspieltipps:
🔥 No Place Of Warmth
⛓ Dreadnought
🍦 Frost Forged
🪓 Killin‘ Time (Until It’s Time to Kill)
Bewertung: 9,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. No Place of Warmth
02. Invoke War
03. Absolute Zero
04. Dreadnought
05. Chaos Will Reign
06. Eyes of Despair
07. Ethereal Dreams
08. Skinned by the Wind
09. Deathweaver
10. Frost Forged
11. Killin' Time (Until It's Time to Kill)

