CORROSIVE AGENT – Vastator Mundi (2026)
(10.210) Maik (8,3/10) Death Metal
Label: Kernkraftritter Records
VÖ: 24.04.2026
Stil: Death Metal
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Die Karlsruher Band CORROSIVE AGENT existiert auch schon seit 2018, kommt nun aber mit ihrer ersten Veröffentlichung auf die sicht- und hörbare Plattform. Und besagtes Release ist auch gleich ein Langspieleisen, welches auf den Titel „Vastator Mundi“ hört.
Die Lateiner unter Euch werden wissen, dass dies Weltzerstörer heißt, und damit trifft die Combo dem derzeitigen Weltgeschehen wie die Faust aufs besagte Auge. Die Collage auf dem Coverartwork zeigt auch den Bezug zur aktuellen Situation, zumal da Bildfetzen von einem Mullah und wohl auch Herrn Dumbnald dem Allerletzten auf eine Jesusdarstellung gepappt wurde. Damit zeigen CORROSIVE AGENT eine erstaunliche Weitsicht, da dieses Bild sicher nicht erst vorige Woche entstanden ist.
Doch kommen wir zur musikalischen Seite. Die Band kann man hauptsächlich im Death Metal verorten, wobei diese Bezeichnung äußerst ungenau ist. Denn CORROSIVE AGENT ziehen eine recht moderne Schneise durch den Ohrenwald. Jedoch nicht zu modern, sodass es alten Fürzen wie mir dennoch ordentlich die Sackhaare glattzieht.
Elemente aus dem Djent, dem Thrash Metal und dem Melodic Death reichern das Repertoire an und sorgen dafür, dass die Songs erfrischend unterschiedlich klingen, was man im Death Metal ja auch erst einmal schaffen muss. Dazu kommt noch eine knackig glasharte Produktion, die zwar recht technisch wirkt, dennoch aber das erdige Gefühl erzeugt, welches die Magenwände von innen schön sanft durchwalkt.
Dabei ergänzen sich harte Sounds, welche durch brutale Breaks verstärkt wird mit einer erstaunlichen Melodik. Damit befinden sich CORROSIVE AGENT in einer Schnittmenge, welches sowohl der Moderne zugeneigten Hörern, den Old School Brutalinskis und den Melodiedeathern gleichermaßen Honig um die Ohren schmiert, und das manchmal zusammen in einem einzigen Song. Wie eben bei „Carcass Country“.
Die Musik auf „Vastator Mundi“ lebt also von der Vielseitigkeit, die mit überraschenden Wechseln nicht geizt, allerdings auch nie in den Sumpf der Unnachvollziehbarkeit versackt. Aus jedem Part, der einem vielleicht gerade mal nicht so zusagt, holen die Kalrsruher den Hörer sofort wieder ab und kloppen entweder krass auf die Trommelfelle der Ohren oder salben sie mit gefühlvollen Melodien, ohne einer der Seiten jetzt den Vorrang zu geben.
CORROSIVE AGENT bezeichnet ein technisches Ätzmittel, könnte man aber auch frei mit Rostbeschleuniger übersetzen. Rost setzt man allerdings bei „Vastator Mundi“ nicht an, dafür ist das modern aufpolierte, aber messerscharfe Edelmetall viel zu resistent. Dafür können einige Parts ganz schön die Lauschtrichter verätzen. Doch keine Sorge, CORROSIVE AGENT halten auch etwas melodischen Balsam bereit.
Anspieltipp:
💀Carcass Country
🌱Rhizome
Bewertung: 8,3 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. A Mere Footnote
02. Carcass Country
03. Key Values
04. Hubris
05. Rhizome
06. Plague Raiser
07. Ng
08. Full Mental Package
09. Vastator Mundi

