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GOREWORM – Miasmic Solitude (2026)

(10.297) Phillip (7,8/10) Technical Death Metal


Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 12.06.2026
Stil: Technical Death Metal






Direkt vorneweg möchte ich klarstellen, dass diese Zeilen hier von einem Die-Hard The Black Dahlia Murder Fan getippt worden sind. Das hat in diesem Review insoweit etwas zu suchen, als dass die Herren Goreworm aus Ontario, Kanada, einfach mal einen nahezu identischen Sound fahren. Aber ist das jetzt nützlich, oder doch eher hinderlich?

Zumindest der Einstieg in die Platte gelingt mit Conjuring dementsprechend schwungvoll, da die komplette Nummer irgendwie vertraut rüberkommt. Doch ist bei Goreworm noch mehr Blast angesagt. Die Gesamtgeschwindigkeit ist dezent höher und auch dem Frickelfaktor im Techniksegment wird entschieden mehr Raum geboten. Irgendwo muss ja auch die Eigenständigkeit zum Tragen kommen.

Wo allerdings ganz offensichtlich in das Black Dahlia Murder- Abteil herübergeluschert wird, machen die Riffs und auch so einige Leads deutlich, die wir so, oder so ähnlich, bereits von den Mannen aus Michigan gehört haben. An diesem Punkt ist es eher unwahrscheinlich, dass das zufällig passiert ist. Gut kopiert ist in diesem Fall auch deutlich effektiver als schlecht selbst verbrochen, denn obwohl einige Strukturen bereits gehört erscheinen, gehen die Songs dann meist in eine andere Richtung. So bleibt der Spannungsbogen stets maximal gekrümmt und auch ich bin dann neugierig auf das, was mich in den Goreworm-Songs erwartet.

Was mich allerdings wirklich umhaut ist, wie nah Goreworm sozusagen am Original-Sound dran sind. Da jagte es mir glatt jedes Mal mehrere Schauer über den Rücken. Vom Bass, über die Drums bis zu den Gitarren wird hier der Sound zelebriert, der von Nocturnal bis Ritual von Brian Eschbach und Gang kultiviert wurde. Und ich liebe jede einzelne Sekunde davon. Das ist genau das, was mich deutlich positiv auf dieses Album blicken lässt. Ja, das technisch hoch versierte Blastfeuerwerk (Jarrell) ist beeindruckend. Ja, die Tempowechsel und Breaks gleiten auf Miasmic Solitude fast schon routiniert lässig aus den Ärmeln. Ok, Growls und Screams in einer Trevor Strnad- Güteklasse (R.I.P., mein König) sind, ohne einen Pakt mit dem dunklen Lord einzugehen, vermutlich unerreichbar, doch Spinny Guibault macht seinen Job hervorragend. Was besonders in seiner Abwesenheit beim Instrumental Strelly auffällt.

Doch unterm Strich ist es dieser, in meinem Fall nostalgisch verklärte, warme, wohlig bekannte Sound, der mich die Platte gerne auch wiederholt abspielen lässt. Sämtliche Breaks nach vielleicht zwei Hördurchgängen entschlüsselt zu haben ist dazu auch schier unmöglich. Wer also großen Spaß an älteren The Black Dahlia Murder, neueren Summoning The Lich und technischeren Sachen wie etwas Alluvial hat, sollte um diese Scheibe keinen Bogen machen und unbedingt mal reinhören!

Anspieltipps:
💔 Amor Vincit Omnia
💀 Eve Of Flagellation
🪓 Jarrell
🎸 Miasmic Solitude


Bewertung: 7,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Conjuring
02. Monuments to Murdering
03. The Enthralling Grave
04. Orbweaver
05. Amor Vincit Omnia
06. No Reprieve
07. Eve of Flagellation
08. Jarrell
09. Strelly
10. Miasmic Solitude



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