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SOLACE – Fading Failing Ruin (2026)

(10.340) Maik (8,0/10) Doom Metal


Label: Magnetic Eye Records 
VÖ: 03.07.2026 
Stil: Doom Metal






Die Band SOLACE aus New Jersey ist nun auch schon drei Jahrzehnte am Start. Da sich die Band im Bereich Doom und Stoner bewegt, hatte sie es auch sonst nicht besonders eilig mit Veröffentlichungen. Somit sind in den drei Dekaden auch erst fünf Langspielalben erschienen, das fünfte soeben erst.

Der Scheibling trägt den Titel „Fading Failing Ruin“, und dieser Titel zeigt schon, dass hier nicht unbedingt eitel Freude und ungetrübte Fröhlichkeit herrschen. Was ja im Grunde auch nicht wirklich zu diesem musikalischen Subgenre passt.

Dabei wirkt der Opener „Spiral Will“ mit dieser folkmäßigen Melodie zunächst eigentlich recht lebensfroh, und auch sonst hat der Song ziemlich etwas von Seventies Hard Rock/Metal im Fahrwasser der unsterblichen BLACK SABBATH. Da kann man schon mal leicht mit dem Köpfchen wackeln und mit dem Fuß wippen. Und der Chorus wirkt regelrecht aggressiv. Das ist schon mal ein guter Einstieg und setzt eine Duftmarke, die auch das folgende „Fettered To A Stone“ mühelos halten kann.

Die Siebziger-Einflüsse kommen hier noch stärker zum Tragen, eine gewisse Schwere und Melancholie machen sich hier auch breit. Man sieht sich förmlich mit einem riesigen Joint im Gebüsch vor sich hinschmauchend oder sitzend im Ohrensessel bei maximaler Lautstärke eine Druckbetankung mit diversen ethanolhaltigen Flüssigkeiten vornehmen.

Doch dann ändert der Gott des Doom Metal seinen Plan und es wird wieder etwas flotter. „A God Changes His Plans“ heißt das folgende Stück dann auch, und hier treffen melancholisch-hypnotischer Gesang auf böse im Hintergrund herumrödelnde Gitarren, die wieder einen authentischen Seventies-Sound verströmen und dem Song eine gewisse Zeitlosigkeit verschaffen.

Ewig lange Songs im Doom/Stoner-Bereich sind ja keine neue Erfindung. Und so haben auch SOLACE eine solche Dauerwurst in der Auslage. „Wrath’s Object (The Big Fall)“ heißt das fast fünfzehnminütige Gerät, welches recht psychedelisch und ruhig beginnt. Entspannende Klänge, deren Lautstärke sich sechseinhalb Minuten stetig steigert, um dann in ein krachendes Riff zu münden, welches mich derart überrascht hat, dass ich fast vom Schemel gekippt wäre.

Die Gitarre rifft sich wieder in typischer Seventies-Groove-Manier durch das Gelände, während die Gesangslinien wieder sehr stark an BLACK SABBATH mit Ozzy erinnern. Das alles in typischer Ami-Stoner/Doom-Manier.

Als müsse man die Songlängen paritätisch gestalten, kommt der nächste Track namens „Culling The Herd“ nicht mal über die drei Minuten, ist dementsprechend natürlich auch flotter und rockt ziemlich die Bude. Recht heavy, das Teil, und für Doom-Verhältnisse geradezu treibend schnell. Ich fühlte mich ein wenig an CANDLEMASS erinnert.

„Beyond Below“ zieht das Tempo wieder aufs Gardemaß zurück, erweist sich zu Beginn als recht hymnisch, wirkt im Ganzen dann aber eher entspannt und groovy. Zum Einlullen ist das aber immer noch nicht, dazu gibt es doch die eine oder andere Idee, wie etwa aggressiveren Gesang zur Mitte des Songs, der dann in schweres CANDLEMASS-Riffing übergeht. Geiles Solo auch gegen Ende. Schön bissige Gitarre.

Klassischer Stoner Doom wird bei „Malengine (The Scaffold)“ geboten, bei dem die Band all ihre Facetten offenbart, der mir allerdings mit über acht Minuten etwas ausgewalzt vorkommt. Für eine derartige Spielzeit ist das insgesamt zu wenig Abwechslung.

„Everyday Is A Loaded Gun“ überrascht zunächst. Geradezu untypisch und geradezu hektisch brezeln sich SOLACE durch den Song, verfallen nur recht selten in typische Doom-Momente. Das klingt teilweise sogar recht modern. Gegen Ende dümpelt das etwas halbgar aus und mündet gar in eine Art Southern Rock. Und wenn man denkt, jetzt ist Schluss, kommt die Mucke vom Songanfang noch mal für eine Minute zurück.

Zum Albumende gibt es dann noch mal einen Langstreckenbomber namens „Ridden“, der knapp an der Zehneinhalb-Minuten-Marke scheitert. Das Stück ist trotz seiner Länge recht cool, wenngleich nun die Aufmerksamkeitsspanne des Hörers schon etwas gelitten hat. Aber coole Momente lockern die Sache auf und servieren noch mal eine veritable Stoner-Doom-Nummer.

SOLACE fliegen auch in Fankreisen der doomigen Sparte oft unter dem Radar, was wohl auch an den langen Zeiträumen zwischen den Alben liegen mag. Ganze sieben Jahre liegen zwischen „The Brink“ und der aktuellen Scheibe. Aber für Leute, die diese musikalische Spielart goutieren, lohnt es sich, reinzuhören.

SOLACE agieren in der Schnittmenge aus Doom Metal und Stoner Rock, scheuen sich aber nicht, auch mal Elemente aus dem Southern Rock, dem frühen Heavy Metal und sogar dem Blues zu entnehmen. Das Album weist ab und an etwas Länge auf und insgesamt wirkt das wohl erst ab dem dritten oder vierten Durchlauf. Aber wer hat es denn so eilig? Also sucht Euch eine bequeme Sitz- oder Liegegelegenheit, öffnet Euch ein Kaltgetränk Eurer Wahl. Auch diverses Rauchwerk mag atmosphärebildend wirken. Dann dreht den Regler auf zehn und fühlt einfach die Musik.

Anspieltipps:
🔥 Spiral Will
⚔️ Culling The Herd


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Spiral Will 
02. Fettered To A Stone 
03. A God Changes His Plans 
04. Wrath’s Object (The Big Fall) 
05. Culling The Herd 
06. Beyond Below 
07. Malengine (The Scaffold) 
08. Every Day Is A Loaded Gun 
09. Ridden 



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