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TOTENLEGION – Einschlag (2026)

(10.312) Maik (8,0/10) Black Metal


Label: D.I.Y.
VÖ: 30.05.2026
Stil: Black Metal






Gerade aus Mittelfranken zurück, finde ich in meinem E-Mail Account die Promo einer Band aus besagter Gegend. Die Rede ist von TOTENLEGION, die mit „Einschlag“ ihr zweites Langspielalbum Ende Mai veröffentlicht haben. Die Band bezeichnet ihren Stil als melodischen Black Metal, wobei ich hier sagen muss, dass die Melodik hier keineswegs kuscheligen Zuckerguss in die Ohren tröpfeln lässt. 

Und das ist auch gut so, denn die Thematik von „Einschlag“ ist der erste Weltkrieg. Und da passen melancholische und desolate Stimmungen besser als bombastischer Prunk. Wer bei deutschsprachigem Black Metal mit dem Thema 1. Weltkrieg sogleich an KANONENFIEBER denkt, befindet sich aber nur grob auf dem richtigen Dampfer.

Denn TOTENLEGION bringen das Thema zwar ähnlich zu Gehör, wirken aber im Ganzen bedrückender. Gerade der sehr getragene Song „Herbstsonne“ würde, wäre nicht der kratzige Black Metal- Gesang, auch gut als Gothic Metal zu verkaufen sein.

Kontrastreich dazu das folgende „Bataillon Tod“ welches mit Raserei und schmerzhaften Dissonanzen vollkommen anders daherkommt, interessanterweise aber dieselbe Stimmung erzeugt. Beklemmend ruhige Momente weist aber auch dieser Song auf. 

Man fühlt sich beim Anhören des Albums fast so, als würde man sich auf dem Schlachtfeld, welches das Coverartwork ziert, wiederfinden. TOTENLEGION bedienen sich der klassischen Black Metal - Klangästhetik, addieren aber viele Elemente aus Randgebieten, die das Gesamtbild bereichern. 

Gerade das sehr melodische Solo im doch eher heftigen „Ausbruch“ zeigt diesen genreübergreifenden Touch. Geschwindigkeitsmäßig dürfte der Titelsong „Einschlag“ weit vorn liegen, wobei der Strophenbereich regelrecht headbangkompatibel wirkt. „Lazarett“ beginnt fast episch/hymnisch, jedoch würzen TOTENLEGION diesen Part nicht mit schwülstigem Pathos, sondern mit gierig beißenden schrägen Untertönen, die jegliche heldischen Anflüge im Keim ersticken. Überraschend auch das mittelalterlich wirkende Einsprengsel im letzten Viertel des Songs. 

Das abschließende „Tristesse“ bringt noch einmal alle Facetten der Band zum Tragen. Besser kann man die überbordende Grausamkeit und Zerstörung im Krieg und die gleichzeitig im Empfinden der Soldaten dumpf brütende Resignation nicht zusammenfassen.

Nun könnte man einwenden, dass das Thema Krieg, insbesonders 1. Weltkrieg, mittlerweile gerade im Black und Death Metal - Bereich ziemlich ausgelatscht wurde. Vielleicht hat man damit recht. Doch vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, auf die Schrecken und die Sinnlosigkeit von Kriegen hinzuweisen, wo sich so viele scheinbar schon mit einem weiteren Weltkrieg abgefunden haben. Das sollte zu dieser Thematik genügen. 

TOTENLEGION möchten nicht nur ihre eigene Version des Black Metal erschaffen , sondern streben auch sonst eine eher klischeefreie Präsentation an. So schmücken sie sich nicht mit böse klingenden Pseudonymen, sehen mit ihren militärisch korrekten Frisuren auch nicht wirklich typisch schwarzmetallisch aus, und man muss wohl kaum erwähnen, dass sie auch auf Leder, Nieten, Ketten, Patronengurte oder Pandaschminke verzichten. 

Wie sagt man so schön: ‚Let the music do the talking!‘ 

Anspieltipp:
💥 Einschlag
🔥 Tristesse
🔪 Ausbruch


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Angriff 
02. Fahnenflucht 
03. Stimmen Der Vergangenheit 
04. Im Auge Des Sturms 
05. Herbstgedicht 
06. Herbstsonne 
07. Bataillon Tod 
08. Aufbruch 
09. Einschlag 
10. Lazarett 
11. Tristesse 



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