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ASTRIFEROUS – Atavistic Unraveling (2026)

(10.313) Phillip (9,0/10) Death Metal


Label: Me Saco Un Ojo Records/ Pulverised Records
VÖ: 26.06.2026
Stil: Death Metal






In Costa Rica scheint man entweder genügend Freizeit zu haben, oder aber überbordend viel Eifer. Noch besser vielleicht: Beides gleichzeitig. Nicht nur, dass das sehr gelungene Vorgängeralbum zu Atavistic Unraveling gerade einmal drei Jährchen auf dem Buckel hat, nein! Mastermind José Pablo Phillips ist nebenher noch mit Perishing und Candarian beschäftigt, die in den letzten beiden Jahren jeweils ein starkes Album herausgebracht haben. Auch zwei seiner Mitstreiter bei Astriferous sind in jeweils einer der anderen Truppen aktiv.

Nun bündeln sich die energetischen Ströme der aktuellen Speerspitze des costaricanischen Death Metals also in einem weiteren Output von Astriferous. Im Groben ähneln sich die angeführten Bands im Sound, jedoch unterscheiden sie sich in den Feinheiten. Bei Astriferous etwa umschmeichelt uns ein völlig unaufdringlicher Synthie-Teppich an vielerlei Stellen die sägenden Gitarren, gerade so, dass man ihn kaum bemerkt, wenn man nicht drauf achtet. Und doch unersetzlich, denn dieser legt das Fundament für die Atmosphäre (The Floating Catacombs).

Die sehr dicht verwobenen Stücke sind, bis auf das zackig angepunkte Arcane Demonomania im höhlenartigen Death Metal zu verorten. Diese Höhle allerdings fliegt durch die endlosen Weiten des Kosmos‘ und trudelt gen Ewigkeit. Durch die sehr runde Produktion, die für diese Zwecke mit überraschend gediegenem Hall auskommt, und die variablen Anfangsphasen der Stücke, ist es eine Freude Astriferous bei dieser Reise zu begleiten. Die Variabilität verhindert darüber hinaus auch, dass die Songs abnutzen, auch beim sechsten Mal gibt es Interessantes zu entdecken, denn mit jedem neuen Track ist man sofort wieder auf Hab-Acht-Stellung.

Da, genretypisch, hier zumeist aus allen Rohren gefeuert wird und eine gewisse Gradlinigkeit im Sound ja doch auch vorausgesetzt wird, umschiffen die Costa Ricaner so geschickt eventuell einsetzende Verschleißerscheinungen, doch eine gewisse Affinität zu dieser Spielart des Death Metal wäre wünschenswert, denn leicht verdauliche, kurze Häppchen sind das hier definitiv nicht. So sind manche der Songs zwar vier bis fünf Minuten lang, fühlen sich aufgrund der Atmosphäre aber mindestens doppelt so lang an.

Ich stehe ja auf sowas. Dieser ganze Weltraumhöhlenmenschen-Death Metal MUSS eben auch so klingen. Nicht zu poliert, vertrackt und doch mahlstromartig mitreißend, mit einem Menschen der mir seine Weisheiten in Tonhöhe C oder tiefer entgegengrowlt. So stieg Astriferous bei mir, in diesem Fall sogar besser als das Vorgängeralbum, sehr gut ein und bestätigten bei jedem weiteren Durchlauf immer wieder den initialen, starken Eindruck.

Anspieltipps:
🪓 Carriers of the Curse
💀 Proto Embryo (The Third Tribulation)
Mnemonic Phenomena


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Carriers of the Curse 
02. The Floating Catacombs 
03. Dissolution of Eternity 
04. Proto Embryo (The Third Tribulation) 
05. Arcane Demonomania 
06. Mnemonic Phenomena
07. Resonance Cascade



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