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KYRIOS – Blood Constellation (EP) (2026)

(10.369) Phillip (9,0/10) Death/ Black Metal


Label: Caligari Records
VÖ: 07.08.2026
Stil: Death/ Black Metal







An sich ist es eine traurige Entscheidung dieses Review zu schreiben. So war es zumindest Insidern bekannt, wer hinter der Stimme der ersten EP von Kyrios aus dem Jahr 2020 steckt. Mit dem viel zu frühen Dahinscheiden des Sängers Trevor Strnad mit dem Pseudonym Vornag, so nahm ich an, würde auch dieses Projekt hier, dass sich vorrangig experimentellem Black Metal, gemischt mit Death Metal, widmet aufhören zu existieren. Doch falsch gedacht, die anderen beiden im Bunde, unter den Pseudonymen Hypatian und Satan’s Sword, luden sich ein drittes Pseudonym ein – GK Defenestrator – um die Vocal-Duties zu übernehmen.

Im Pressetext wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Blood Constellation dem verstorbenen Death Metal-Lexikon und The Black Dahlia Murder- Main Man gewidmet ist und er, so scheint es, auch am Songwriting, beziehungsweise am Konzept und am Titel, beteiligt war. Der Dungeon-Synth-Opener dürfte da definitiv seinen Geschmack getroffen haben und auch das folgende A Highborn Sacrifice schließt dort an, wo das 2020er Debüt ebenfalls begann. Nur kommt mir dieses, im ersten Moment sehr eigenwillige Gemisch, hier wesentlich schlüssiger, ja zielführender, vor.

Auch im Sound gibt es Veränderungen zu verzeichnen, denn die beiden Instrumentalisten scheinen mehr ihren passenden Sound gefunden zu haben. Dieser Umstand harmoniert sehr gut mit den, im Vergleich, deutlich zurück gesetzten Vocals, bei denen ich meine Mike Erdody von Temple of Void zu erkennen. Das bleibt jedoch pure Spekulation. Was leider ebenso spekulativ bleibt ist das Gedankenspiel, wie sehr anders dieser Stoff wohl mit Trevor Strnad geklungen hätte, denn hier ist der größte Unterschied auszumachen.

Neben einem keltischen Opferritual aus der Egoperspektive gibt es, eingerahmt von Dungeon Synth, im zweiten Song Astraphage zu hören, wie allerhand Sonnengottheiten verschlungen werden. Dieses mythologisch-kosmische Konzept steht der Band und der zu hörenden Musik sehr gut und lässt vor dem geistigen Auge Bilder entstehen, die zwar wild und verzerrt wirken aber dennoch ein Ziel verfolgen. Wer Mayhems Esoteric Warfare zu schätzen weiß, insbesondere soundtechnisch, und eine Schwäche für Imperial Triumphant hat, der wird hier genug finden, um mindestens interessiert zu sein. Wer Kyrios‘ Erstlingswerk bereits großartig fand, wird auch hier begeistert sein, obwohl die Unterschiede deutlich sind. Es ist immer noch sperrig, doch gleicht nicht mehr einer implodierten Rumpelkammer, vollgestopft mit Ideen, sondern eher einer Rumpelkammer, in der die Ideen wesentlich strukturierter sortiert sind, mit einem Pfad mittendurch. Und das, gepaart mit der Spielzeit, wirkt einfach sehr rund, trotz all der Kanten.

Anspieltipps:
💔 Bei einer Spieldauer von 10 Minuten kann man sich locker das Gesamtwerk geben


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Devour Thine Own Sun
2. A Highborn Sacrifice
3. Astrophage
4. Gifts of Khaos Gods



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