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HELLMETALL – Mgła (2026)

(10.425) Maik (8,2/10) Death/ Thrash Metal


Label: Rockshots Records 
VÖ: 04.09.2026 
Stil: Death Thrash Metal






Dass ich mir diese Veröffentlichung zum Rezensieren ausgesucht habe, hat mehrere Gründe. Zwar ist eine Mischung aus Death und Thrash Metal nicht unbedingt neu, jedoch die Einordnung in Folk Thrash, den mir Metal Archives anboten, fand ich dann doch wert, mal anzutesten. Das war zwar ein Holzweg, aber dazu kommen wir noch. 

Zum Zweiten interessierte mich die Sprache, in der HELLMETALL (auch gern HELL MET ALL geschrieben) agieren. Denn hatte sich die Band zu ihren Anfangszeiten auf ein Gemisch aus Deutsch und Englisch eingeschossen, sind sie seit einiger Zeit dazu übergegangen, im Resianischen Dialekt zu singen. Dies ist ein in Nordostitalien gesprochener slowenischer Dialekt Auch das weckte, wie gesagt, mein Interesse. 

Und vielleicht die Tatsache, dass der Titel „Mgła“ mich an den Namen der polnischen Band erinnerte, was ich endlich mal zum Anlass nahm, nachzuschauen, was das Wort eigentlich bedeutet. Und zwar „Nebel“. Angesichts des Coverbildes, welchen einen Wehrmachtssoldaten mit Gasmaske inmitten von Rauchschwaden zeigt, dürfte damit Giftgasnebel gemeint sein.

Musikalisch bewegen sich die Mannen tatsächlich in der Schnittmenge aus Death und Thrash, wobei das Riffing eher in den Thrash, gar in den Blackened Thrash einzunorden ist. Der Death Metal- Anteil wird zumeist durch den Gesang geschaffen, der allerdings nicht im Grunz und Röchelmodus, sondern eher im Brüll und Gröhluniversum anzusiedeln ist. 

Die schon erwähnten, angeblichen Folk– Anteile beschränken sich auf einige wenige renaissanceaffine Melodiebögen. Aber mehr würde auch nicht passen, denn HELLMETALL haben sich thematisch auch auf Weltkriege und Militär eingeschossen, was durch das Coverartwork ja schon angedeutet wurde. 

Das Thema ist zwar mittlerweile ziemlich ausgelutscht, aber die Norditaliener haben sich zumindest Ereignisse ausgesucht, die nicht in aller Munde/Geschichtsbücher stehen. Mit dem Giftgasnebel beginnt das Album auch gleich, denn der Warnschrei am Anfang bestätigt meine Deutung. Der Titelsong zeigt auch gleich eine gewisse Abwechslungsfreude, die die doch recht gewagten mehr als fünfeinhalb Minuten angenehm auflockern. 

Dafür ist „Afrika“ ein durchgehender Brecher, der dann zum Song mit dem sperrigen Titel „Gemona Btg. Doesn’t Exist Anymore“ überleitet, bei welchem zumindest anfänglich und im letzten Drittel besagte Renaissanceelemente einfließen. Man könnte auch ein wenig Melodic Death heraushören.

„Vojussa’s Blood“ beginnt auch zunächst recht melodisch, wird dann aber zu einem Thrash/Melodeath-Kracher, der rifftechnisch auch schon mal in den Black Metal rüberschielt. 

Hier agiert Vokalist Daniele Micelli auch öfter im schwarzmetallischen Kreischmodus, was irgendwie auch fetter als das größtenteils eingesetzte Röhren wirkt. Letzteres hat auf Dauer ein wenig den Gleichklangeffekt, der durch die doch recht ähnlich konzipierten Gesangslinien noch verstärkt wird. Diesen Effekt können das interessante Riffing, die Wechsel und Soli aber fast immer gut ausgleichen. 

Das kommt sehr stark im recht hymnisch wirkenden Instrumentalpart in der zweiten Hälfte von „Canin’s Ghost“ wie auch im abschließenden Instrumental „Beograd“ zu Gehör. Letzteres Stück ist allerdings meiner Meinung nach etwas zu lang geraten, was auch sonst für einige Songs gilt, die doch etwas langgezogen wirken. 

Wer jedoch auf mein fieses, herzloses Gemeckere keinen Gedanken verschwendet, gleichermaßen Thrash, Death und Black Metal hört und sich ebenso nicht an dem Kriegsthema stört, sollte HELLMETALL’s Album „Mgła“ durchaus ein Testhören gönnen. 

Anspieltipp:
💥 Afrika
🍷 Vojussa’s Blood 


Bewertung: 8,2 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Mgła 
02. Afrika 
03. Gemona Btg. Doesn’t Exist Anymore 
04. Vojussa’s Blood 
05. The Curse Cave - Foibe 
06. Canin’s Ghost 
07. Go To Die 
08. Lest We Forget 
09. Beograd 



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