TFTHS Classic vom 07.03.2026 mit Jan Kubon
Aktuelle Meldungen
Zephyr's Odem - Monthly Warfare 08-2026
Unsere Alben des Monats August 2026
TEMPLE OF DREAD – Dreadspawn Dominion (2026)
TEMPLE OF DREAD liefern ihr bislang geschlossenstes, mächtigstes und nachhaltigste Werk ab. Wer bei dieser Platte nicht wenigstens einmal unkontrolliert den Kopf bewegt, sollte überprüfen lassen, ob er womöglich bereits vom Fährmann abgeholt wurde.
EXUMER – Death Mask Messiah (2026)
Wer behauptet, Thrash Metal müsse im Jahr 2026 entweder nostalgisch oder modern klingen, bekommt hier elf ziemlich überzeugende Gegenargumente um die Ohren gehauen.
NEKRODAWN – Covenant of Carnage (2026)
Daher lege ich mich fest, dass Nekrodawn, wenn sie diese Energie auf die Bühne gehievt bekommen, eine Szeneikone wie Bloodbath in der aktuellen Form aus dem Stand an die Wand spielen würden. Da lässt sich im Hause War Anthem Records doch bestimmt was drehen, damit das schwedisch-amerikanisch-affine deutsche Publikum im Laufe der nächsten 12 Monate ebenfalls meiner Überzeugung ist.
THE NIGHT ETERNAL – Cold Velvet (2026)
Heavy Metal darf entspannen. Er darf wärmen, obwohl er kalt heißt, und fesseln, ohne permanent die Ketten rasseln zu lassen. THE NIGHT ETERNAL haben genau das verstanden – und dabei eines jener Alben geschaffen, die ihre Kraft nicht aus Lautstärke allein, sondern aus Atmosphäre, Persönlichkeit und verdammt großen Melodien beziehen.
MASTODON – Marrow Deep (2026)
Die schmerzhafte Abwesenheit von Brent Hinds ist nicht offensichtlich und doch stelle ich mir die Frage, ob sein Mitwirken hier den letzten magischen Schliff gegeben hätte. Marrow Deep ist ein entschlossener Schritt in die Zukunft mit einem Blick in den Rückspiegel.
GOROD – The Ember gone (2026)
GOROD klingen hier wagemutig, hungrig und erstaunlich unverbraucht. The Ember Gone ist kein technischer Leistungsnachweis mehr, sondern die souveräne Arbeit von Musikern, die ihre Fähigkeiten längst nicht mehr erklären müssen.
ABYSSAL RIFT – Relics of Great Ash (2026)
So und nur so hat Musik der harten Gangart zu klingen und auch wenn der Proberaum nur eine Ausrede ist, um seine Alte mal drei Stunden nicht zu sehen und man mit seinen Jungs einfach mal ein paar Bierchen zischen will, kam in dieser Zeit etwas sehr Schönes raus.
FEJD - Nifelheim (2026)
Wer Fejd noch nicht kennt und Folk Metal Fan ist, sollte sich auf jeden Fall dieses Album anhören - und natürlich auch alle, die die Band schon kennen. “Sommer, Sonne, Folk Metal” machen andere, Fejd kommen mit einem gewohnten schwermütigen Unterton in der Musik nach zehn Jahren zurück und stimmen einen auf den Herbst ein.
HORRIFIER – Revelations of Gore (2026)
Bereits bei den ersten Hördurchgängen stellt sich so bei mir Neugierde ein, wie diese Truppe wohl live klingen mag, großartig anders als auf Platte wird es wohl nicht sein, denn Horrifier packen es, ihre acht Songs (plus ein Intro) wunderbar lebendig für den heimischen Gebrauch aufzuarbeiten.
SEV LEZU – Blood Conscript (2026)
Chapeau, meine Damen. Ihr habt mit „Blood Conscript“ ein schwarzmetallisches Kleinod abgeliefert, welches der rauhen und ungestümen Frühphase dieser Stilart Tribut zollt, aber dennoch frisch und unverstaubt in die Ohren flutscht.
RAUNCHY - Prisoner (2026)
Stattdessen melden sich RAUNCHY mit einem selbstbewussten, emotionalen und überraschend hungrigen Album zurück. Die Dänen erfinden ihre eigene Mischung nicht neu, haben sie aber hörbar weiterentwickelt: größer, filmischer, härter und zugleich melodischer.
MARTYRIUM - Malevolent (2026)
Wer seinen Metal schwarz, ruppig und mit reichlich Dreck unter den Fingernägeln mag, bekommt hier keine freundliche Empfehlung, sondern elf überzeugende Argumente mit Anlauf serviert.
ATOMIC AGGRESSOR – The occult Force (2026)
The Occult Forces erfindet den Death Metal nicht neu, möchte das aber auch überhaupt nicht. Das Album demonstriert vielmehr, wie kraftvoll eine alte Sprache klingen kann, wenn sie von Musikern gesprochen wird, die ihren Dialekt nicht erst über eine Retro-Playlist erlernt haben. Ganz stark
SEEDS OF TORMENT – Those Who Feed The Maw (2026)
Die Einordnung zwischen MORBID ANGEL und DISSECTION ist passend, wobei ich hier von Ersteren an „Covenant“ und bei Zweiteren an „Reinkaos“ denke. SEEDS OF TORMENT zeigen auf dem Album, dass man auch aus alten Metallstangen noch neue Gerüste bauen kann.
SPEED STROKE – Damage Control (2026)
Alte Heroen wie die schon erwähnten DEF LEPPARD und AEROSMITH oder andere amerikanische Sleaze/ Hairbands hört man hier genauso heraus wie neuere Kameraden wie CRASHDIET oder die braveren Songs von ENFORCER. It’s time to rock and roll, so fuckin‘ do it!
HOT OF THE MONTH
HESPERIA – Picenum – True Marchigian Black Metal Renaissance (2026)
Manche Alben hört man. Manche erlebt man. Und dann gibt es "Picenum- True Marchigian Black Metal Renaissance“ – ein Album, in das man eintaucht und aus dem man erst wieder auftaucht, wenn der Nebel über dem Monte Sibilla sich langsam lichtet.
RESTMÜLL DES MONATS
LABOR OF THE NEGATIVE – The Triumph of Time and the Disillusioned (2026)
Sollte es eine Metalszene geben, bei der man 24/7 nur auf Pilzen ist und Hundekacke raucht, dann ist dieses Album sicherlich der Heilige Gral. Für alle anderen, selbst Leute wie mich, die offen sind für allerlei Blödsinn, wäre ein großer Bogen um dieses Dilemma ratsam und man beginnt auch nicht, sich die Ohren abzureißen.

