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Zephyr's Odem - Monthly Warfare 10-2026

Unsere Alben des Monats Oktober 2026


Der Oktober hat ordentlich am Plattenregal gerüttelt – und wir haben die herausgefallenen Schätze für euch eingesammelt. CIRITH UNGOL, WOLFBRIGADE und RATTLESNAKES liefern reichlich Argumente dafür, den Nachbarn auch im Herbst keine Ruhe zu gönnen.

Dahinter drängelt eine starke Meute zwischen Heavy Metal, Thrash, Death, Black und Doom um eure Aufmerksamkeit. Dazu kommen CAMPA als „Hot of the Month“ und ein besonderer Leckerbissen von WOLVES IN THE THRONE ROOM. Lediglich SATANIC PLANET dürfen in der Restmülltonne auf die Abholung warten.

Hier kommt unser Monthly Warfare für Oktober 2026: reichlich Entdeckungen, harte Konkurrenz und vermutlich die nächste Diskussion darüber, wo zur Hölle das ganze Geld geblieben ist.



CIRITH UNGOL – All The Shadows (2026)

„All The Shadows“ steht keinesfalls im Schatten (sic!) der Bandklassiker, sondern ragt gleichberechtigt hervor. CIRITH UNGOL haben mit diesem Silberling ihren Status im Kauz-Metal gefestigt und verteidigt. Und weil ich nicht ein Fitzelchen zum Meckern gefunden habe, zücke ich hier auch die Höchstnote. Basta!

WOLFBRIGADE – Howl from Underground (2026)

WOLFBRIGADE haben hier sämtliche Voraussetzungen für einen Klassiker zusammengetragen und anschließend offenbar beschlossen, das Inventar gleich mit zu zerlegen. Nach dem letzten Ton sitze ich da, grinse ziemlich dämlich und drücke wieder auf Start. Der innere Hausmeister hat längst gekündigt. 

RATTLESNAKES – Shadows in the Night (2026)

Shadows in the Night ist für mich schon jetzt das Heavy-Metal-Album des Jahres. Wenn diese fünf so weitermachen, müssen sich einige etablierte Namen beim nächsten Festivalplakat mit kleineren Buchstaben anfreunden. Heavy Metal in seiner reinsten Form, mit Dreck unter den Nägeln und verdammt viel Zukunft. 



ENTHEOS – Empty On The Inside (2026)

Empty on the Inside ist ein absolut begeisterndes Album, das mich vom ersten bis zum letzten Song in seinen Bann zog. Es ist eine mutige, persönliche und ausgesprochen eigenständige Weiterentwicklung, die nicht nur musikalisch Grenzen verschiebt, sondern mich auch emotional berührte.

SARCATOR – The Ones we follow (2026)

SARCATOR schaffen etwas, das mich nach all den Jahren zwischen Plattenregal und Festivalacker wieder ausgesprochen hibbelig macht: Ich möchte anderen Menschen diese Musik vorspielen und ihre Gesichter dabei beobachten. Für mich wird Heavy Metal hier tatsächlich neu erfunden

ZORNHEYM – Descending into Madness (2026)

Descending into Madness erfüllt meine ohnehin hohen Erwartungen mit einer Selbstverständlichkeit, die mich beinahe unverschämt gut gelaunt zurücklässt. ZORNHEYM haben ihre stärkste Platte geschaffen: brutal, melodisch und bis in die großen dramatischen Bögen hinein überzeugend komponiert

URARV – Nychta Psychis (2026)

Es ist wirklich schwer, die musikalische Bandbreite dieser Ausnahmemusiker in Worte zu fassen. Aufgeschlossene Hörer der hier genannten Bands sollten….nein MÜSSEN aber definitiv hellhörig werden, denn im Grunde kann man das gebotenen Notengewitter nämlich durchaus als Black Metal bezeichnen

FVNERAL FVKK – Indecent Idols (2026)

Doch glücklicherweise gibt es ja die Replay-Taste, beziehungsweise: sind Schallplatten ja auch dazu da, um umgedreht zu werden. Lasst euch dieses exzellente Stück Musik nicht entgehen! Nehmt euch Zeit dafür und wühlt euch in die Materie rein, ihr werdet euch schmutzig fühlen, aber die Musik wäscht euch rein.

RAM - Against (2026)

Die Schweden haben ihr Profil geschärft und dabei ein Album geschaffen, an dem sich ihre nächsten Veröffentlichungen messen lassen müssen. Für mich steht es an der Spitze ihres bisherigen Schaffens. Sieben Jahre Wartezeit waren ein ziemlich happiger Vorschuss.

SERVANT – Lux Ex Inferis (2026)

Mit solchen Truppen bleibt der Black Metal spannend und interessant. Und wenn man bedenkt, dass diese Band sich gerade mal vor fünf Jahren gegründet hat, macht es neugierig, wo die Geschichte von Servant noch hingehen wird. „Lux Ex Inferis“ wird dabei jedenfalls ein weiteres wichtiges Kapitel sein.

RAZORVOID – Into the Void (2026)

RAZORVOID haben das Zeug dazu, sich im extremen Underground einen festen Platz zu erspielen, und ich bescheinige ihnen eine mehr als rosige Zukunft. Wer diese Truppe auf einen kleinen Club loslässt, sollte vorsorglich die Kaution zurücklegen. Meine Aufmerksamkeit haben sie jedenfalls sicher

LEPER COLONY – Back to primal Sludge (2026)

„Back to Primal Sludge“ ist ein Brecher und für mich der bisherige Höhepunkt dieser Zusammenarbeit. Grewe und Johansson haben offenbar noch reichlich Freude daran, ihre ohnehin bestens ausgestattete Todesbleiwerkstatt weiter auszubauen. Die dritte Lieferung bekommt jedenfalls einen Ehrenplatz im Regal.

FORBIDDEN - Forbidden (2026)

Für mich gehört diese Rückkehr zu den erfreulichsten Nachrichten dieses Metal-Jahres. Meine alten Lieblingsplatten behalten ihren Ehrenplatz, während sich Forbidden mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit dazugesellt. 

METHANE - Demolate (2026)

Demolate liefert Thrash mit Können, Hunger und einer erfreulich niedrigen Hemmschwelle. Für mich eine dicke Empfehlung an alle, die es brutal mögen und trotzdem etwas zum Festbeißen verlangen. Die Band hat ihre Hausaufgaben gemacht und anschließend vermutlich das Lehrerzimmer zerlegt.

CARNATION – Symphony in Flesh (2026)

Die Platte besitzt Persönlichkeit, ein sicheres Gespür für einprägsame Bosheiten und jene herrliche Entschlossenheit, bei der man als Hörer irgendwann einfach grinsend kapituliert. Den kleinen Anflug kompositorischer Völlerei zum Abschied verzeihe ich ihnen gern. Bei diesem Menü bestelle ich freiwillig noch einmal.


HOT OF THE MONTH


CAMPA – Architecture of Decay (2026)

Dieser Abriss hat einen Bauplan und erfreulich wenig Interesse an der Hausordnung. Wenn die Berliner dieses Niveau halten, dürfte die nächste Baustelle ziemlich groß werden. Einen Bagger brauchen sie dafür vermutlich nicht mehr.


PREMIUM TIP


WOLVES IN THE THRONE ROOM – Estuary (2026)

Und eigentlich könnte ich auch nur die Reihenfolge der Tracks als ein Manko an diesem Album nennen, da für mich eine andere Anordnung eventuell ein anderes Hörerlebnis erzeugt hätte. Aber das ist wiederum so spekulativ, dass es kein Bestandteil der Wertung sein soll. „Estuary“ ist wieder mal ein Meisterwerk der Wolves. Basta!


RESTMÜLL DES MONATS


SATANIC PLANET – Dead Deities (2026)

Ihr wollt ungeliebte Gäste loswerden? Legt diesen Abfall auf. Selbst der hartnäckigste Übernachtungsbesuch dürfte anschließend freiwillig den Nachtbus nehmen. Mein Bedarf ist jedenfalls gedeckt. Dead Deities bleibt als jene Platte in Erinnerung, bei der die Stille nach dem Ausschalten den mit Abstand stärksten Eindruck hinterließ.




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