ENTHEOS – Empty On The Inside (2026)
(10.531) Timo (10/10) Modern Progressive (Death) Metal
Label: Metal Blade Records
VÖ: 23.10.2026
Stil: Modern Progressive (Death) Metal
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Drei Jahre nach dem starken Vorgänger Time Will Take Us All kehrt das kalifornische Duo ENTHEOS zurück. Einer Band die von der kreativen Chemie und der enormen Stimmenvielfalt zwischen Sängerin Chaney Crabb und des Multiinstrumentalisten Navene Koperweis entscheidend geprägt ist. Auf dem neuesten Album der Band, Empty on the Inside, werden sie von den Gitarristen Scott Carstairs (Fallujah) und Michael Stancel (Allegeon), sowie dem langjährigen Weggefährten und ehemaligen Bandkollegen Evan Brewer unterstützt – gemeinsam bilden sie die bislang ausgereifteste Konstellation der Band.
Mit einem wuchtigen klaren Sound, der von Mark Lewis koproduziert und von Sterling Sound gemastert wurde, bietet man beste Voraussetzungen. Auch das Artwork ist sehr persönlich und zeigt eine düstere Aufnahme von Sängerin Crabb, die von der Fotografin Rachel Craig stammt. Dazu sagte sie im Vorfeld: Das Cover Artwork für Empty on the Inside steht für die Gefühle von Trauer und Verzweiflung, die damit einhergehen, wenn man sich selbst verliert. Es war uns unglaublich wichtig, die Szenerie tatsächlich aufzubauen und zu fotografieren, anstatt auf ein rein digital – etwa per Photoshop – erstelltes Bild zurückzugreifen. Es spiegelt die durchweg authentische, rohe und unmittelbare Stimmung der Musik wider, die wir erschaffen haben.
Mit Empty on the Inside gelingt ENTHEOS für mich etwas ausgesprochen Besonderes. Die Band wagt es, die Grenzen des eigenen Genres aufzubrechen und ihren technisch vielschichtigen modernen (Death) Metal um elektronische Kälte, experimentelle Pop-Arrangements, Industrial-Anleihen und sogar Blackgaze zu erweitern. Das Bemerkenswerte daran ist, dass diese stilistische Offenheit keineswegs beliebig wirkt. Trotz der unterschiedlichen Einflüsse erscheint das Album in sich geschlossen und homogen, getragen von einem gemeinsamen emotionalen Fundament.
Mit dem Opener Hell Is a Part of Me setzen ENTHEOS gleich zu Beginn ein dickes Ausrufezeichen. Wuchtige moderne Riffs, peitschende Doublebass-Attacken und eine packende Melodieführung treffen auf Chaney Crabbs beeindruckende stimmliche Bandbreite. Ihre tiefen, rauen Vocals stehen im spannungsvollen Kontrast zu den klaren, beinahe schwerelosen Gesangspassagen. Die Übergänge wirken fließend und jederzeit einfühlsam, wie auch überzeugend. Ein mitreißender Song, der technische Raffinesse, Groove und emotionale Intensität nahezu perfekt vereint.
Als Anspieltipp eignet sich auch Hollow. Der Song schlägt anschließend eine melancholischere, zerbrechliche Richtung ein. Der Wechsel zwischen Crabbs brüchig rauer Stimme und ihrem klaren, melodischen Gesang entwickelt eine geradezu überwältigende Wirkung. Oder Never Let Me Go, dort wagen sich ENTHEOS noch weiter aus ihrer gewohnten Komfortzone. Akustische Elemente, zurückhaltende Arrangements und ein einfühlsamer Klargesang schaffen einen intimen, von Melancholie und Verlust geprägten Moment.
Den emotionalen Schlusspunkt setzt The Earth Will Move. Hier laufen die unterschiedlichen Facetten des Albums noch einmal zusammen. Brachiale Riffs, Melancholie und der Mut noch deutlicher die Grenzen auszuloten. Die finalen und rasanten Blackgaze Momente gegen Ende des Songs waren absolut fesselnd und zusätzlich überraschend für mich. Und ließen mich schier begeistert zurück.
ENTHEOS gewinnen im Jahr 2026 durch Experimentierfreude an Ausdruckskraft und emotionaler Tiefe. Empty on the Inside ist ein absolut begeisterndes Album, das mich vom ersten bis zum letzten Song in seinen Bann zog. Es ist eine mutige, persönliche und ausgesprochen eigenständige Weiterentwicklung, die nicht nur musikalisch Grenzen verschiebt, sondern mich auch emotional berührte. ENTHEOS haben sich damit endgültig von der Vorstellung befreit, sich auf einen bestimmten Sound festlegen zu müssen. Ein außergewöhnliches Werk und für mich ein heißer Kandidat für das Album des Jahres.
ANSPIELTIPPS
🖤 Empty of the Inside
👑 Golden Crown
🌏 The Earth Will Move On
Bewertung: 10 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Hell is a Part of Me
02. Empty on the Inside
03. Hollow
04. Call My Name
05. Golden Crown
06. Undone
07. Tomblight (ft.Michael Lessard)
08. Pale Faith
09. Never Let Me Go
10. The Earth Will Move

