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XENTRIX – Allied with the Enemy (2026)

(10.522) Olaf (8,3/10) Thrash Metal


Label: Listenable Records
VÖ: 30.10.2026
Stil: Thrash Metal






Meine Messlatte für XENTRIX liegt inzwischen ziemlich hoch. Dafür haben vor allem Bury the Pain und Seven Words gesorgt, mit denen die Briten bewiesen haben, wie viel frisches Blut noch durch ihre Thrash-Adern fließt. Natürlich gehören auch Shattered Existence von 1989 und das ein Jahr später erschienene For Whose Advantage? zur Familiengeschichte dieser Truppe. Wer da weiterhin ausschließlich die Ghostbusters-Version aus der Erinnerungskiste zieht, sollte dringend mal wieder die übrigen Platten auflegen. Die Herren haben schließlich eine Diskografie geschrieben und keine lebenslange Anstellung bei der paranormalen Schädlingsbekämpfung unterschrieben.

Mit Allied with the Enemy setzt das Quartett seinen eingeschlagenen Weg fort, wobei mich die beiden unmittelbaren Vorgänger insgesamt stärker begeistert haben. Die neue Scheibe fällt eine Spur weicher aus, lässt die melodische Seite deutlicher durchscheinen und setzt weniger konsequent auf den unmittelbaren Einschlag zwischen Nasenbein und Stirnlappen. Das bekommt dem Wiedererkennungswert durchaus gut, kostet stellenweise aber etwas von jener bissigen Entschlossenheit, die zuletzt so viel Freude bereitete. Die Keule ist diesmal etwas weicher gepolstert, der Arm dahinter aber noch ausgesprochen kräftig.

Vor allem die Gitarren liefern genügend Argumente, um kleinere Vorbehalte zügig vom Tisch zu riffen. Jay Walsh und Kristian Havard haben jedenfalls keinen Antrag auf musikalische Altersteilzeit gestellt. Fette Riffs sind reichlich vorhanden, und die Verbindung aus griffigem Thrash und klassischer Heavy-Metal-Melodik funktioniert weiterhin ausgesprochen ordentlich. Dazu halten Chris Shires am Bass und Dennis Gasser hinter der Schießbude das Fundament zusammen. Die erneut von Andy Sneap betreute Produktion sorgt für Druck und Übersicht. Aufgenommen wurde von Ende 2025 bis ins folgende Jahr in den englischen Backstage Studios; das Ergebnis passt zur heutigen Ausrichtung der Band, ohne deren Herkunft unter zeitgemäßem Studiolack zu begraben.

Interessant ist dabei die Bandbreite der Formate. Zwischen dem gut dreiminütigen Titelstück und den jeweils über sechs Minuten langen Rip Saw und The Dark Eternal liegt genügend Spielraum, um unterschiedliche Facetten auszubreiten. Kompakte Nummern stehen neben ausführlicher angelegten Stücken, Melodie und Atmosphäre bekommen ihren Platz zwischen den Gitarrenattacken. Gerade diese Bereitschaft, einem Riff auch einmal Luft zum Wirken zu lassen, steht XENTRIX grundsätzlich gut. Allerdings würde ich an einigen Stellen gern wieder etwas mehr von der Ungeduld hören, mit der die Vorgänger ihre Argumente vorgetragen haben. Die Songs gehen gut ins Ohr und anschließend zuverlässig in die Gebeine; für die ganz große Begeisterung fehlt mir gelegentlich der zusätzliche Widerhaken.

Inhaltlich beschäftigt sich die Platte mit einer Gegenwart, die einer Thrash-Band wahrlich keinen Mangel an Zündstoff beschert. Desinformation, die gedankenlose Verehrung vermeintlicher Autoritäten und gesellschaftliche wie persönliche Auflösungserscheinungen bilden den thematischen Rahmen. Dazu kommt der unbequeme Blick auf die eigenen Wahrnehmungsfehler: Schließlich lässt sich die Welt besonders einfach erklären, wenn grundsätzlich alle anderen einen an der Waffel haben. Diese Mischung aus äußerem Misstrauen und notwendiger Selbstprüfung passt zum Albumtitel und gibt dem Material Substanz über die nächste gepflegte Nackenverrenkung hinaus.

Allied with the Enemy erreicht für mich somit nicht ganz die Klasse der beiden vorangegangenen Alben, bleibt aber eine hörenswerte Angelegenheit mit reichlich Gitarrenfutter und einem sicheren Gespür für eingängige Härte. XENTRIX müssen hier niemandem mehr ihren Stammplatz im britischen Thrash erklären. Ein bisschen mehr Gift hätte ich gern genommen, doch auch diese Dosis reicht problemlos aus, um den gepflegten Feierabend gehörig zu verwüsten. Der Nachbar darf seine Beschwerde also schon einmal vorformulieren.

ANSPIELTIPPS
🔥Rip Saw
💀Allied with the Enemy
🎸The Dark Eternal


Bewertung: 8,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Rip Saw
02. Allied with the Enemy
03. Killer unknown
04. On burned remains
05. Nil by Mouth
06. Doomsday Hook
07. The dark eternal
08. Snake in waiting
09. Where the Madness lies
10. No Bridges left to burn
11. We drink the same Person 



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