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MORKGRIM – Sǫgur Frá Norðfirði (2026)

(10.513) Clemens (7,0/10) Black Metal


Label: Soulseller Records
VÖ: 02.10.2026
Stil: Folk Black Metal






MORKGRIM, ein Black-Metal-Einmannprojekt aus Norwegen, das sich 1994 während der goldenen Ära des Black Metal gründete, Songs aufnahm, diese aber nie veröffentlichte, um dann in der Versenkung zu verschwinden, da der Mann dahinter das Gefühl hatte, dass die Szene ihre wahre Seele verloren hatte. Eine Einleitung, die sich „trver“ nicht schreiben lässt, zum Glück aber im Pressetext mir mitgeschickt wurde, und es geht noch weiter.

Nach 1999 hat sich der besagte Künstler in andere musikalische Gefilde begeben, wurde ein „multiplatinum Producer“ mit „Billboard Number One Credits“ für amerikanischen Hip-Hop, hat sich aber dann nach Dekaden nun wieder dazu entschlossen, MORKGRIM zurück aus der Versenkung zu holen, da ihn die Dunkelheit nie verlassen habe. Das lassen wir an dieser Stelle einfach alles mal so stehen!

Denn ohne diese kitschige Geschichte vorweg wäre ich zumindest besser in das Konzeptalbum über nordische Mythologie, Riten und Co. gestiegen und reingekommen, da sowas einfach merkwürdig nachhallt. Meinen die das ernst, meint er das ernst? Ich weiß es nicht, die Musik aber hat tatsächlich was, auch wenn gleich vorweg das Soundgewand etwas ungewöhnlich ist. Allem voran der prägnante, direkt im Vordergrund gemischte Gesang, unter dem sich der oldschoolige Black Metal schiebt. Und mit Old School meine ich auch Old School, da an einigen Stellen noch eine schöne, alte, dreckige, punkige Attitüde hervorscheint, welche den Tracks gut steht („Blodsvoor“).

Vielleicht steckt in der Introgeschichte doch mehr Inhalt, als man anfangs dachte? Da die Anfang-90er-Vibes echt perfekt und gut rüberkommen, sofern man sich eben an den für die damalige Zeit typischen Sound gewöhnt, der aber eben auch zu der Atmosphäre passender nicht sein kann. Habe ich erwähnt, dass man sich für das Schreiben und die Aufnahmen des Albums, für den richtigen Spirit und die Authentizität, extra weit weg von der Zivilisation eine Farm gemietet hat? Nicht? Aber war doch klar, oder? Ist aber, so kitschig das auch wieder sein mag, gut hörbar in den immer mal wieder eingestreuten Folkpassagen à la WARDRUNA und Co. Und es passt echt gut im Mix mit dem 90er-Jahre-Black-Metal.

Insgesamt wirkt das Album, auch wenn es minimalistisch altbacken erklingen mag, doch irgendwie in diesem Rahmen nach modernen Regeln produziert, würde zumindest auch wieder zur Biografie und Einleitung passen, da hier natürlich jemand mit Erfahrung dahintersteckt, auch wenn es um eine andere Musikrichtung ging. Alles irgendwie kitschig, lustig, augenrollend, aber dann doch in sich schlüssig, passend, gut – wer hätte das gedacht? Aber die Titel gehen ins Ohr und gefallen zumindest mir sehr gut. Eingängig, abwechslungsreich, mit genügend Tiefe und Facetten, um sich daran zu verlieren, und alles andere als 08/15-Retro-Black-Metal!

ANSPIELTIPPS:
🔥Ramnen Kvaed
💀Garm


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Ramnen Kvaed
02. Blodsvoor
03. Mork
04. Nordljos
05. Freyja Kvad
06. Garm
07. Vardlokkur
08. Outro
09. I Morkrets Djupa Skog (Bonustrack)



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