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DISSIMULATOR – Artifice Dissolves (2026)

(10.492) Timo (8,5/10) Technical Death/Thrash


Label: 20 Buck Spin Records
VÖ: 02.10.2026
Stil: Technical Death/Thrash Metal


Bevor sich das 2024er Debut Lower Form Resistance sein dreijähriges feiert, bugsieren 20 Buck Spin den Nachfolger Artifice Dissolves an die Oberfläche. Dabei haben sich DISSIMULATOR zweifellos weiterentwickelt, das neue Album wirkt eine Spur homogener und gereifter, als der erste Streich der Kanadier. Aber der Satz von Maik zum ersten Album greift auch 2026 noch ziemlich gut: Das könnte etwas polarisieren, aber Fans des technisch angehauchten Thrashs finden hier sicher ihre Freude.

Das kanadische Trio zeigt dabei ziemlich fokussiert, wie man den Sound von Bands wie Malevolent Creation bis späte Death oder gar Voivod durchaus ansprechend miteinander vereinen kann. Dabei ist die Gemengelage recht anspruchsvoll, mal geradlinger, mal komplexer. Dabei geht man experimentierfreudig zu werke, ohne klassische Trademarks zu vernachlässigen. Zwischen Grooves, rasanten Blastbeat-Attacken, zwischen Death und Thrash, mal robuster, mal deutlicher in dissonanten Tornados mürbe machend. Vorhersehbar sind DISSIMULATOR eigentlich nie. Dafür sind sie futuristisch und deutlich mutiger unterwegs als andere Bands. So bringen sie Brutalität und Raffinesse ansprechend zusammen. Zwischen technologischer Vorherrschaft und katastrophaler Entropie. 

Das Songwriting ist dabei messerscharf und teilweise fast Labyrinth'artig. Mit dem Opener Apophenic Rage startet man gleich mal vielversprechend. Florida Death/Thrash, in der Balance aus technischen und groovy Elementen packt durchaus. Mit dem starken Hungry Ghosts prescht man gleichmal richtig nach vorn. Ein Song der eine irre Dramatik mit sich bringt, verrückt, variabel und doch kompakt daherkommt. Klassische Thrash Merkmale wie von Sacred Reich, schimmern auch mal dezent beim Titelsong des Albums hindurch, quirlige Solis runden den positiven Eindruck ab. 

Ihr wollt noch mehr verrückte Wendungen? Alloyed bringt dafür vieles mit. Sogar einen schönen Heavy Punch, absolutes Highlight der Scheibe. Progressiver im klassischen, späteren Death Stil bei Proprioceptor lässt die Gourmet-Ohren spitzen. Spannende Songs wie Neon Mertropolis und das alles bahnbrechende, fast virtuose Robostrobos, sind alles andere als durchschnittliche Tech Death/Thrash-Kost. Ein absolut phänomenaler Song.

Die kantige und auch mal sperrige Herangehensweise ist fordernd, aber für Freunde des Tech Death/Thrash lohnend. Mein alter Freund Damien sagte kürzlich zu dem Album: Endlich mal ein Band die in diesem Genre die nicht nach Vektor klingt. Das bringt es zusätzlich gut auf den Punkt. Das Genre Sci-Fi Tech/Prog Death/Thrash hat mit DISSIMULATOR zweifellos eine weitere hoffnungsvolle Band parat. Wer eine klassische Abrissbirne sucht, ist hier komplett auf der falschen Piste, aber Freude mit hohem Spielerischen Niveau, beeindruckendem Songwriting, das trotzdem brutal und zu werke zieht, ist hier richtig abgebogen. 

ANSPIELTIPPS:
🔥Alloyed
🤘Robostrobos

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

TRACKLIST

01. Apophenic Rage 
02. Hungry Ghosts 
03. Artifice Dissolves 
04. Alloyed
05. Proprioceptor 
06. Dusk
07. Neon Metropolis 
08. Anodyne
09. Robostrobos


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