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SERVANT – Lux Ex Inferis (2026)

(10.480) Schaacki (9,2/10) Black Metal


Label: AOP Records 
VÖ: 02.10.2026 
Stil: Black Metal 






Mit „Lux Ex Inferis“ veröffentlichen die düsteren Fleißbienen von Servant dieser Tage ihr bereits viertes Album. Nachdem unserem Maik bisher die Ehre zu Teil wurde, sich mit den Vorgängern zu befassen, bin ich nun an der Reihe. 

Was umgehend auffällt, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Band. Wie mein geschätzter Kollege bereits in der Vergangenheit feststellte, bieten Servant alles andere als ausgelutschte Kost früherer Zeiten. Ja, sie mögen ihre Einflüsse auch aus den 90er mit sich tragen, doch sind sie sich aktueller Trends durchaus bewusst – und damit meine ich nicht, dass die Band sich irgendwelchen Hypes anbiedern würde. „Lux Ex Inferis“ ist einfach eine Symbiose aus Moderne und Alter Schule und präsentiert dabei einem zeitgemäßen Sound.

Das spiegelt schon der Opener „Tabula Rasa“, der ans instrumentale Intro „In Noctem“ anknüpft, wider. Melodisch verspielte Gitarren treffen auf treibende, hart prügelnde Drums und drückende Bässe. Der Gesang hat dabei eine moderne Note statt des heiseren Gekeife, das man von einst aus der Second Wave kennt. Auch der Gast, den man sich hier eingeladen hat, spricht für ein junges Gesicht der Szene – wobei „Gesicht“ hier nicht völlig passt, da es sich um P.G. von Groza handelt, der sich bekanntermaßen verhüllt zeigt. Die Stimmen ergänzen sich sehr gut und vereinen sich perfekt mit der Musik. Diese präsentiert einmal mehr ihre Tiefe und Abwechslung in Sachen Songwriting. Mit fünfeinhalb Minuten hat der Track zwar noch keine Überlänge aber immerhin schon eine gewisse Spielzeit, doch diese vergeht aufgrund der vielen Facetten und Songbausteine so schnell, dass ich staune, wie schnell die Nummer durch meinen Kopf rennt. Abwechslungsreich, unterhaltsam, kurzweilig – einfach stark! 

Auch das folgende „Glorification“ hält diesen überaus positiven Eindruck. Servant kommen erneut mit viel Dampf, aber auch reichlich Melodie. Ein Akustikteil in der Mitte veredelt das Stück und liefert die nächste Note in Sachen Einfallsreichtum. Dass sie aber nicht immer Vollgas brauchen, beweisen Servant mit „Thanatos, Embrace of the Night“. Der Song ist im Midtempo gehalten und lädt zum Mitwippen ein. Da Drummer Apophis die Schlagzahl auf der Bassdrum immer wieder mal doppelt, kommt stetig reichlich Druck auf, ohne den Groove zu verlieren. Zum Finale brechen aber die Dämme und die Band überrennt den Hörer. 

Wer bei einem Titel wie „De Profundis“ ein wenig Old School Vibes verspürt, irrt nicht. Denn wenn Latein und Bibelzitate im Black Metal sich einen, dann schwingt auch immer etwas alte Schule mit. Und so passt es nur zu gut, dass mit Lethian ein Gast auf „Lux Ex Inferis“ zu hören ist, deren Stimme und Stil genau dies in die heutige Zeit transportiert. Die Präsenz der Frontfrau von Nornír verleiht dem Song etwas Dunkles und Böses.

Ob mit oder ohne Gäste, Servant wissen enorm zu unterhalten. Die Songs sind durchweg gespickt mit Energie, Druck und Melodie. Der bewusste Schritt, nicht zu „trve“ sein zu wollen und auch mal über den Tellerrand zu blicken, tut der Band gut. Servant gehen mit der Zeit und vergessen doch nicht, wo das Genre seine Wurzeln hat. Viele Bands probieren diesen Spagat und scheitern, Servant nicht. Mit solchen Truppen bleibt der Black Metal spannend und interessant. Und wenn man bedenkt, dass diese Band sich gerade mal vor fünf Jahren gegründet hat, macht es neugierig, wo die Geschichte von Servant noch hingehen wird. „Lux Ex Inferis“ wird dabei jedenfalls ein weiteres wichtiges Kapitel sein.

Anspieltipps:
🔔 Glorification
💣 De Profundis


Bewertung: 9,2 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. In Noctem 
02. Tabula Rasa 
03. Glorification 
04. Thanatos, Embrace of the Night 
05. De Profundis 
06. Lux Fulget 
07. Of Stones, Sleep and Death 
08. The Accuser 
09. Hypnos I See You 



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