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VIOLENT OMEN – Locomotive Of Chaos (2026)

(10.479) Maik (8,7/10) Technical Thrash Metal


Label: Nocturnus Records 
VÖ: 13.09.2026 
Stil: Technical Thrash Metal







Bevor ich mich in den Oktober-Review-Kosmos stürze, habe ich noch einen Nachzügler vom September, der mir erst vorgestern vor die Flinte geriet. Ich rede von den seit 2009 existierenden VIOLENT OMEN, einer Technical Thrash Metal Band aus der Ukraine. Deren neuestes Output nennt sich „Locomotive Of Chaos“ und erinnert tatsächlich an die Irrsinnsfahrt eines außer Kontrolle geratenen Stahlrosses. 

Und obwohl ich technisch aufgeladenem Thrash doch zumeist eher skeptisch gegenüberstehe, hat mich das Album doch ziemlich mitgerissen. Denn hier sind gerade die abgedrehten Riffs’n’Licks, die schrägen Momente und die unvorhersehbaren Wechsel das Salz in der Suppe. 

Denn neben klassischen Riffs aus der old school of Thrash Metal- Küche gibt es doch jede Menge äußerst abgefahrener Ideen, die den Hörer von einem Wechselbad ins nächste schleudern, und das im Halbminutentakt. Da hört man schräge Dissonanzen a la VOÏVOD, irrsinnige Gitarrenläufe im Fahrwasser von MEKONG DELTA und teilweise erinnert die Mucke auch an DEATHROW.

Von dieser Band haben sich VIOLENT OMEN auch den Bandnamen ausgeliehen, nämlich nach dem gleichnamigen Song vom Debütalbum „Riders Of Doom“. Vielleicht ist auch noch eine Spur CORONER mit drin. Und bei „Unit 731“ wird auch mal etwas in der Klassik herumgewühlt. Insgesamt wirkt gegen die Mucke auf diesem Album alles von MEGADETH wie die Wildecker Herzbuben. Die Vocals rangieren von hysterisch kreischend bis hin zu düsterem Grollen und fahren ebenso Gehörachterbahn wie die Instrumentenfront, und erinnerten mich des Öfteren an den Gesang auf der zweiten ASSASSIN.

Der dafür verantwortliche Typ nennt sich Metal Priest und ist außerdem noch für den Bass zuständig. Zurdem schmirgelt er auch noch in anderen Bands die Gehörgänge wund, wie z.B. BESTIAL INVASION, FUSION BOMB oder COSMIC JAGUAR. Ein kleiner Workaholic, würde ich meinen.

Doch bleiben wir bei VIOLENT OMEN. Diese Band versteht es, mit höchste technischer Frickelmucke um sich zu werfen und dennoch unterhaltsdam zu wirken. Natürlich ist das hier kein Easy Listening und desöfteren bleibt einem die Fresse sperrangelweit offen stehen, während man sich fragt, wie man sich als Musiker derartige Songstrukturen überhaupt merken kann. Dafür entdeckt man eigentlich mit jedem Hördurchgang neue Facetten. Ich höre mir die Scheibe gerade zum dritten Mal an, und habe den Eindruck, jedes mal einer anderen Langrille zu lauschen.

Wer technischer Frickelei und progressiven Songstrukturen eher ablehnend gegenübersteht, wird hier wahrscheinlich brutalst überfordert. Doch wenn man der Mucke auf „Locomotive Of Chaos“ eine Chance gibt und dem Album auch mal zwei, drei Hördurchgänge mehr als üblich gönnt, wird mit einer musikalischen Achterbahnfahrt erster Kajüte belohnt.

Anspieltipp:
🚧 Killdozer Rampage
💀 Unit 731


Bewertung: 8,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Locomotive Of Chaos 
02. The 24 Faces Of Lunacy 
03. Killdozer Rampage 
04. Path Of Illumination 
05. Shared Sky 
06. Unit 731 
07. Telling Lies 



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