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Live on Stage Report – SUMMER BREEZE 2025
vom 12. bis 16.08.2025 – Dinkelsbühl
TAG 1 - Dienstag, 12.08.2026
Nachdem uns das verkackte C die 2024er Sause mächtig versaut hatte, haben wir 2025 ganze Kirchen äh Unmengen an Kerzen bei der Anreise vom PSOA angezündet. Nicht nochmal so ne Nummer. Man muss auch mal Glück haben. Wir haben uns inzwischen angewöhnt die Tage vor dem Summer Breeze auf dem Dinkelsbühler Campingplatz zu verbringen und uns endlich mal Dinkelsbühl anzuschauen. Die Dichte an Schwarzträgern auf dem Campingplatz ist mal sowas von hoch, da könnte man fast denken auf der Außenstelle von Black Earth gelandet zu sein.
Nachdem noch die letzten Umfänge des PSOA abgearbeitet wurden, machten wir uns auf nach Dinkelsbühl. Endlich ein Haken dran gemacht. Schicke Alstadt mit einem fiesen Kopfsteinpflaster, das bei schneller Überfahrt eine ordentliche Bandscheibenmassage verpasst. Neben dem obligatorischen Besuch eines Bäckers haben wir auch einen Abstecher in den Summer Breeze Popup-Store gemacht. Das dachten nicht nur wir sondern eine illustre Anzahl an anderen Metalheads. Den Store der in einem Fachwerkgebäude verortet ist, ziert ein gemalter Schriftzug im Stile der angrenzenden Geschäfte und fügt sich gut ins „Stadtbild“ ein. Wer vor der Dienstagsanreise bereits in Dinkelsbühl ist, sollte sich überlegen mal rein zu schauen. Das Merch beinhaltet Varianten die es auf dem Festival nicht gibt und auch diverse „alte“ Sammlerstücke, wie gemalte Trecker-Shirt, wo man fast denken könnte, dass es ein Merchshirt für ein Countryfestival ist. Egal, shut up and take my money. Was macht man bis der Wahnsinn final losgeht. Richtig shoppen, Vorräte auffüllen, abhängen und sich schonmal mit den anrückenden Mitstreitern treffen, Kaltschalenalarm.
Aufstehen ist schön, aufstehen ist schön. Ist es nicht. Hallo Dinkelsbühl, hallo Dienstag, hallo Wecker , hallo 7 Uhr. Ab zum Checkin. Während die Festivalbesucher die Anreiseslots ausgiebig nutzen und das System immer besser mit den ca. 45.000+ Besuchern fertig wird, fuhren wir auf anderen Wegen zum Check-In. Die Jahre zuvor war dieser im Sportheim oder in der angrenzenden Garage untergebracht. Endlich nutzt das Summer Breeze die benachbarte Scheune mit ausreichenden Parkplätzen und Leitsystem. Für die ganz schnellen haste fast noch einen Drive-Thru. Das jetzige Setup erinnert mich stark an den Check-In von Wacken. Flugs noch das Cashlessband aufgeladen, welches heuer das vor Ort gängige und z.T. einzige Bezahlsystem sein sollte. Die diversen Testballons der letzten Jahre haben Früchte getragen und ich muss sagen das das System schon Sinn macht. Das man keine Kontrolle über sein Konsumverhalten in Abhängigkeit des Pegels mehr hat, naja gilt auch für Bargeld. Geldbeutel leer, ist leer.
Fahrzeuge gesattelt und ab auf den Ground. Der Campbereich hat sich nochmal ein bißchen gewandelt, vergrößert und ist umstrukturiert worden. Haben meine entzündeten Augen etwa einen O2-Masten erspechtet? Dann sollte der Empfang vielleicht doch besser geworden sein. Naja, ich sag nur bedingt. Die Benachrichtigung zur Abholung fürs Click´n´Collect kam so spät das eine Abholung nicht mehr möglich war. Es waren schon einige auf dem Campground am aufbauen bzw. standen schon fertig da, Montagsanreise? Also Fahrzeuge positionieren, Flatterband raus und für die sukzessiv anreisende Truppe des Hottentottencamps Platz sichern. Am Ende wurden es dann so um die 30. Vielleicht sollten wir mal überlegen und mit Cheffe Achim mal über Vorreservierungen verhandeln.
Das Summerbreeze zeigte sich wieder von seiner mediterranen Seite. Scheisse heiß und es sollte nicht besser werden. Gemütlich, wir machen gemütlich. Bedingt, aufm Breeze haste immer Hummeln im Arsch und bist aufm Sprung. Der Kilometerzähler schreit jetzt schon aua, wenn man alles anschauen will. Dieser Utopie geben wir uns jedes Jahr hin, getreu nach dem Motto „even Apes learn“. Bei der Vielzahl an Bands und den Bühnen müssen hart Entscheidungen getroffen werden. Gut das am Dienstag das Infield noch nicht offen hat. Wann wird das kommen? 2027?
Also sind mir Halbgas im Kopp zum Campsitecircus rüber. Um ganz ohne Druck ein paar Bands zu glotzen und diverse Hülsen zu kippen. Tja, das liebe Bier ist halt nur bedingt so mein Ding. Da bin ich mehr der Verfechter des Piratenschorles. Aber was ist mit dem Rum? Ich weiss, ich bin auf einem Festival, aber wenn du mal schlappe 12 Euronen abdrücken darfst. Holla die Waldfee, mit einem Verkauften hast die ganze Flasche finanziert. Da kommt einfach der Schwabe in mir durch und den Spruch, „des letzschde Hemd hat koine Tasche“, kannst dir dahin schieben wo die Sonne, egal.
Die HC-Truppe von Defiance HC aus Stuttgart…Achtzehnhundertdreiundneunzig hey hey, sorry Chef, das musste einfach sein, machte den Opener des diesjährigen Summer Breeze. Das Vierergeschwader von Defiance HC hatten permanent ein Dauergrinsen im Gesicht und sichtlich Spass. Typisch für die Hardcorefraktion, gabs diverse Ansagen und Interaktion mit der Crowd. Diese ließ sich nicht zweimal bitten und führte schnell zu den ersten Crowdsurfern. Frontshouterin Sabrina Chaparro fegte wie ein Gummiball von links nach rechts über die Stage, mal mit twostep oder zog einen fuckin Standspagat, wovon du schon vom Zuschauen einen Bandscheibenvorfall bekommst. Respekt für die Energieleistung, die hier als Opener abgefeuert wurde.
Seasons in Black, warte mal, da klingelt was. Scheisse, aufm Rockusharzus verpasst. Dann halt heuer aufm Summer Breeze. Die Frontsau der z.T. doomig angehauchten Truppe ist kein geringerer als Lucki Chiefbbqbeefgriller Maurer. Ich mag den Kerl einfach, vorallem wenn er den Fischkopp Melzer bei Kitchen unter den Tisch säuft. Auf Lucki und sein Team sollten wir nochmals am Freitag treffen, da Lucki neben seinem Auftritt als Musiker, auch für das Catering im Bandbereich zuständig ist. Jammi. Also ran an die Seiten und losgeknüppelt. „Apocalyptic Army“, „Dying 4“ danach war Schluss. Willkommen beim Groundhogday, fehlte nur noch Tim Murray. Ton aus, Licht aus. Bühne hatte keinen Strom mehr, bzw. die Hälfte des Platzes nicht mehr. Der Circusclown und die Fickenflasche machten einen auf Mr. Floppy und waren nicht mehr so standhaft. Mal schauen wie es 2026 wird. 3 Years in a row, power down.
Seasons in Black machten das Beste daraus und machten noch Spässe mit der Crowd, aber mussten schlussendlich von der Bühne. Bei einer Spielzeit von ca. 45 min denkst dir das war´s. Ok lass uns Bier trinken gehen oder kurz am Merch vorbei. Denkst dir nix böses und triffst auf das Küchenteam deines Festivals. Ah, Küchenteam Maurer, Mercher Seasons in Black. Cu on Friday. Nachdem ein zweiter Versuch mit Neustart unternommen wurde, wurden gefühlt sämtliche Biervorräte des Künstlerbackstages des Campsitestage geplündert und von Seasons in Black ans Publikum verteilt. Nach einer gefühlten Stunde ging es dann weiter mit Seasons in Black. Kein verkürztes Set, nein die Spielzeit die sie auch spielen sollten. Es rutschte alles nach hinten. Entweder eine Neuerung oder die drohende Verarbeitung zum Bœuf bourguignon im Cateringbereich. Man weiß es nicht. Online konnte man nachlesen das der Auftritt am Summer Breeze der längste der Band Geschichte war.
Hardcore auf dem Campsite geht immer. The Narrator aus dem Ruhrgebiet feuerten stilgerecht los und ließen sich von dem vorrausgegangenen Delay nicht aus der Ruhe bringen. The Narrator heizten mit diversen Tracks von ihrem 2024 erschienen Debütalbum „Lore“ das Publikum ordentlich an. Tracks wie „The Witch“, „Deathbed“, oder „Frontier“ sorgten für ordentlich Bewegung, Pit-Bildung in der Crowd.
So kann das Summer Breeze ruhig anfangen. Mehr davon. Die Freibierorgie von Season und das frühe Aufstehen. Vorallem das frühe Aufstehen forderten ihren Tribut. Gemütlich lauschten wir der Lowspeeddtruppe von „Spass Schassaire“. Bullshit. Thrash. Ik hau dir in de Fresse, Berlin. Genau mit der Attitüde haben Space Chaser die Campsite Stage zerlegt. Die Crowd drehte vollkommen frei, dass immer mehr Crowdsurfer vorne zum Leitwesen einiger Medienvertreter abgeliefert wurden. Schlussendlich wurde der Graben von den Grabenschlampen übernommen. Und das an ihrem freien Tag. Vor lauter Alarm kann ich nichtmal mehr sagen was die die Jungs von Space Chaser an Tracks ins Publikum gefeuert haben, geschweige denn die wievielte Wall of Death die Crowd gemacht hat. Waren wir schon zweistellig? Was für ein Dienstag.
Ich will ins Bett. Habe ich mir wirklich noch diesen Wahnsinn, den Rausschmeisser angeschaut? Optisch wild, musikalisch nur mit außerordentlich hohen Alkoholkonsum zu ertragen (check) und/ oder man wird genötigt. Danke Andre. Tragedy – All Metal Tribute to The Bee Gees & Beyond. Spandexalarm. Meine Fresse. Ok spätestens hatten sie mich und die anderen bierselig Grinsenden mit „Gimme Gimme Gimme!“ von ABBA. Fehlte nur noch Dancing Queen oder haben sie das gespielt, man weiss es nicht (mehr). Sacken lassen, Abschlussgetränk im Camp und dann gingen die Lichter aus.

