Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (05/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

Live on Stage Report – SUMMER BREEZE 2025

vom 12. bis 16.08.2025 – Dinkelsbühl


TAG 4 - Freitag, 15.08.2026


I got Friday on my mind, hoch die Hände, Wochenende. Wenn ich morgens, nach nur ein paar Stunden Schlaf, nochmal „Aufstehen ist schön“ oder „Guten Morgen“ aus diversen Anlagen höre, werde ich wohl echt zum Massakerschorsch oder Amoksepp. Danke Mantar für die rentnerfreundliche Auftrittsuhrzeit. Hilft ja nix, müssen ja zu Avralize, die ich dieses Jahr begleiten darf. Die Laufstrecke sollte heute richtig eskalieren, vor allem wenn man mit 50 % seines Tagesschrittziels von 15.000 bereits aufwacht. Am Ende des Tages wurden daraus 23 km. Dementsprechend fühlte sich das Antriebsaggregat auch an.

Erstmal ab in den Artistbereich. Wenn manche jetzt denken, geil, Halligalli-Drecksaufest, den muss ich leider enttäuschen. Klar, schlagen ein paar zu späterer Stunde am Bier-/Getränkestand über die Stränge, aber es ist wirklich eher businessgeprägt. Da hat man im EMP-Backstagebereich mehr „Drecksaufest“, sogar im VIP-/Pressbereich geht mehr, und da geht auch nicht viel.

Dann hieß es erstmal Frühstück mit Übergang zum Mittag, und die Gesichter hinter der Live-Cooking-Essensausgabe kamen mir z. T. echt bekannt vor. Die Merchtruppe von Season in Black, denn neben deren Auftritt auf der Campsite Stage am Dienstag zeichnet sich Luki Maurer auch für das Bandcatering zuständig. Da kann man sich schon fast totfressen, getreu nach dem Motto: Man rolle mich bitte zur Bühne.

Der Artistbereich ist schon eindeutig der Ruhe- und Rückzugsbereich der Bands. Klar, die Majors haben eigene Bereiche, kleinere Bands haben einen Container mit Tischchen, ein paar Stühlen, einen gefüllten Kühlschrank – that's it. Was richtig Spaß gemacht hat, war das „Spielezelt“, da hättest du DragonForce nicht mehr rausgekriegt. Diverse Arcade-Spielautomaten und, wenn ich richtig gesehen habe, Space Invaders. Also für die Zerstreuung war gut gesorgt.

Bis es an der Wera Tool Stage mit Avralize losging, hat man League of Distortion um 12 Uhr als Tagesopener mitgenommen und danach das Equipment zur Doku vorbereitet. Wir sind dann kurz nach Asenblut hinter der Bühne eingetrudelt. Gear ausladen und Tetzel zuschauen. Muss ich aufs Klo?

Sehr spartanisch ist es ja schon hinter der Wera Tool Stage. Ein paar Biertischgarnituren und ein einfacher Pavillon, das typische Festivalding. Bisschen Wind und tschüss. Bollernde Stromaggregate und ein laufender Heizlüfter rundeten die Szenerie ab. Richtig, bei knappen 30 °C lief ein Heizlüfter. Sinnhaft ja leider. Bühnentech: Die Aggregate brauchen Grundlast, sonst machen diese Sperenzchen. Ok. Alles klar, ich frier eh gerade.

Während sich die Boys fertig machten, wurde sich noch mit dem Mediateam vom Summer Breeze abgestimmt.

Der Auftritt von Avralize wurde neben der typischen Bilderfassung durch die Fotografen auch gefilmt. Das bedarf einigermaßen Abstimmungsarbeit: Wer steht wo, wer macht was etc. Die Jungs und Mädels vom Mediateam haben zwar alle einen ganz dicken Nagel im Kopp, sind aber einfach eine sauprofessionelle Truppe.

Los ging's mit Avralize. Die Stage wurde geentert und es wurden keine Gefangenen gemacht. Die Crowd ließ sich nicht zweimal von Sever zum Tanzen auffordern. Zwar kein klassischer Rumba, eher Two-Step im Djent-Style. Auf die Mütze. Die Grabenschlampen hatten es noch relativ entspannt, das sollte sich nach der Aufforderung „Bringt mal ein paar Crowdsurfer!“ schnell ändern. Chief Starz von den Schlampen klatschte Beifall und dann war es rum mit der Entspannung. Sogar Misses Starz musste mitmachen und wir haben das Fotografieren eingestellt, um die First Row Army beim Runternehmen der Surfer zu supporten. Was für ein Auftritt.

Zurück zum Pavillon, Schutz suchen. Denn nach dem Auftritt von Avralize, während des Stageumbaus, hatte der da oben ein Einsehen, um die Gemüter runterzukühlen. Es hat mal kurz angefangen runterzulassen, dass Evergrey fast weggespült wurde. Wir also mit einem Affenzahn das ganze Equipment sichern, wegpacken und, soweit es ging, unter dem Top-Pavillon auftürmen. In einer kurzen Lücke bzw. mit weniger Regen ging's zurück in den Artist-Bereich. Umziehen, noch was mampfen, Wunden lecken, ab ins Auto, zurück aufs Reload Festival. That's Tourlife. Zurück zum „normalen“ Festivalbusiness.

Die Konsorten von Hämatom haben wir ausgelassen, sogar Blind Guardian habe ich heuer links liegen gelassen (naja, nicht so richtig). Blind Guardian-Sänger Hansi Kürsch, die alte Laberbacke, betonte in der Show mehrfach, dass er sich zwischen den Songs kurz halten möchte und so mehr Zeit für Musik bleibt. Hat so einigermaßen geklappt. Blind Guardian wären nicht Blind Guardian, wenn sie nicht dafür sorgen würden, dass das ganze Infield aus voller Brust die drei Pflichtsongs The Bard's Song, Mirror Mirror und Valhalla mitsingt bzw. fast alleine singt und Blind Guardian als Backingband fungiert.

Wir haben uns aber hauptsächlich auf die T-Stage konzentriert, zum einen wegen der Orientierung auf den Bandsupport und dem leidigen Thema Hab-dich-lieb-Pass. Daher setzten wir erst richtig wieder zu Kublai Khan TX ein. „You look like you can suck a golf ball through a garden hose.“ Jup, können sie. Was da an böser Bassmassage von der Bühne runterballert – holla die Waldfee. Eine Mischung aus Djent und Deathcore der übelsten Sorte. Und das ist positiv gemeint. Wer seine innersten Dämonen gepflegt über Aggressionsabbau austreiben will, ist bei der Truppe absolut richtig.

Kleiner Zwischenstopp an der Weratool-Stage. Ok, da sind die Musiker von Slope und da sind? Wie viele stehen denn da noch auf der Bühne, in den Sidewings? Typisch für so 'ne Hardcoreshow. Das Duisburger Crossover-Hardcore-Geschwader von Slope hat in typischer Manier die Stage zerlegt und ist wie die Flummis von einer zur anderen Seite der Bühne gewetzt. Nur die Crowd war schneller und das Arbeitspensum der Grabenschlampen aufgrund der Surfer höher.

Auch wenn es so einige kritische Anmerkungen im Vorfeld meiner Lieblings-Monschischi-Band gab. Die Rede ist von einem Urgestein. Fucking Obituary. John Tardy sieht halt mal mit seinen Haaren und seiner gebückten Haltung nun mal aus wie das besagte Stofftier. Ich habe mir Obituary vom FOH aus angesehen (war zu spät für den Graben). Auch wenn diverse Medienvertreter sie nicht anschauen wollten. Anmerkung: Ich habe nichts Belastbares zu etwaigen Aussagen einzelner Bandmitglieder gefunden. Eröffnet haben Obi gewohnt mit einem Kurzintro zu Redneck Stomp. Der Sound von Obituary, generell der Sound an der T-Stage, hat mit einer abartigen Wucht das Infield eingeebnet. Anders kann man es nicht sagen. Was da für eine Energie von den alten Herren von der Bühne transportiert wurde. Da kann man nur den Hut ziehen, und alte Herren ist nicht despektierlich gemeint. Die Energie übertrug sich in stetiger Geschwindigkeitszunahme der Circle Pits. Auch wenn im Gegensatz dazu John Tardy mit seiner typischen stapfigen Art über die Bühne watschelte. Die Crowd ließ sich nicht zweimal bitten. Attacke, nix mit „slowly“ we rot.

Kann ich meinen musikalischen Horizont erweitern? Gute Frage. Ich versuche es ab und an. Wardruna. Ich bin ehrlich, ich habe mich im Vorfeld nullkommanull mit Wardruna beschäftigt. Also, auf das hätte man mich mal vorbereiten sollen.

Ein extrem interessantes Bühnenlayout. Eine Heerschar von Moving Heads, um die Szenerie auszuleuchten. Einer wollte nicht so, was für sichtlich Puls bei einem Bühnentechniker gesorgt hat. Bei dieser Performance sind die Musiker bzw. die Musikergruppen einzeln ausgeleuchtet. Funktioniert das nicht, sieht's scheiße aus. Also ein bisschen Delay, bis Wardruna das Happening starten.

Ist das ein Ast oder ein Instrument? Hab ich ja noch nie gesehen. Der Auftritt von Wardruna hat mich überfordert. Norwegische Schamanen-Erweckungsgesänge. Für mich um diese Uhrzeit zu schwere Kost. Musikalisch herausfordernd, optisch geil – fehlt nur noch ein Blutaar.

Ab zur T-Stage. Ich wollte Harakiri for the Sky nochmals eine Chance geben mich abzuholen. Die Österreicher hatte ich jetzt schon zum dritten mal in diesem Jahr gesehen. Schwierig. Sorry. Musikalisch echt gut, aber mir gefühlsmäßig zu düster, depressiv. Hinzu kommt das mir da auf der Bühne zu wenig passiert. J. J. interagiert mir da auch zu wenig mit dem Publikum und orientiert sich oft quer zum Schlagzeug. Es wirkt fast so, als ob er beim Auftritt in einer eigenen Bubble unterwegs wäre. 

Der Freitag neigte sich leider immer noch nicht seinem Ende entgegen und es wurde wieder genau so spät wie tags zuvor. Zwei Bands noch, zwei. Beide must see für mich. An der Mainstage war der Wechsel von Schamane zu Nu-Metal einigermaßen hart. Wobei ich mit Static-X deutlich mehr anfangen konnte als mit Wardruna. Ich habe Static-X nicht mehr gesehen seit Wayne Static gestorben war. Somit war ich einigermaßen gespannt ob man nicht das Projekt hätte mit Wayne beerdigen sollen. Klare Antwort nein. Der Replacement-Sänger Xer0 fügt sich optimal ein und mit seinem cyborghaften Setup, geht er als astreiner Wayne-Clon durch. Stimmlich ist da fast kein Unterschied zum Original zu hören. Die, die Static-X zu früheren Jahren kannten, haben schnell in den Dancemodus zum Elektrogeballere geschalten. 

Videoanimationen, Strobogewitter und einer Eddy-Version die über die Bühne stackst. Ok, das hätte es nicht gebraucht, aber war Teil der Show. Musikalisch alles sehr klar und strukturiert. Static-X beackerten hauptsächlich ihren “Wisconsin Death Trip”. Das Set wurde straight, amytypisch durchgezogen. Bis auf die Unterbrechung, weil Mr. Tony Campos Bass die Grätsche machte. Während Tony genüsslich sich die Coronas reinpfiff, war der Bass-Tech am rödeln.

Tony Campos kommentierte nach ein paar Prost in Richtung Crowd, dass man auch ohne den Bass weitermachen könnte. Dies fand Xer0 mehr als affig und kommentierte Richtung Tony that´s ridicolous. Oh, da hatten wir ja noch Glück das der Tech den Bass wieder hinbekommen hatte, ansonsten wäre es wohl nicht mehr weitergegangen. Zum Kick-Out des Industrialgewitters wurde noch „Push it“ ausgepackt und die Amys gingen von dannen. Dem Auftritt von Static-X ist leider der von Nytt Land zum Opfer gefallen Wieder das leidige Thema der Überschneidungen. 

Dafür beteten wir kurz ein paar Vater Unser und holten uns die Absolution bei den Büßern von Non Est Deus. Das andere Projekt aus dem Hause Noise. Kanonenfieber mit Lumpen im Stile des Death-Albums Leprosy. Die Aussegnungshalle, das Infield war für die Uhrzeit, es war mal wieder 2 Uhr morgens gut gefüllt. Non Est Deus geben sich keine Blöße und ziehen Ihre Geißelung gnadenlos durch. Noise knallt die Läuterung der Sünder von seiner Kreuzkanzel runter und geißelt sich mit der Peitsche bei „Flagellation“. Natürlich dürfen „Babylon“ und „Fuck Your God“ nicht fehlen. Wir gehen geläutert und gemartert Richtung Camp. Einen schnellen Absacker und ab in die Koje.




SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist