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THE SCEPTER – Shadows in the Tower (2026)

(10.355) Phillip (6,9/10) Power/ Heavy Metal


Label: No Remorse Records
VÖ: 24.07.2026
Stil: Power/ Heavy Metal






Was lange währt soll ja meistens gut werden. Und so müsste das Debut-Album der Kanadier The Scepter dementsprechend ein ganzheftiger Klunker werden, denn der Titelsong dieses Albums wurde bereits vor drei Jahren veröffentlicht, darauf folgten noch zwei Singles bevor dann Shadows in the Tower als ganzes Album die Ladenflächen, respektive die Streamingportale beehrt.

Ersteindruck? Geht steil. Komplette Band stilsicher mit Pit Vipers im Gesicht, Denim and Leather dazu und am Mikro tobt sich seit 2025 Jean-Pierre Abboud aus, der einigen Szenekundigen möglicherweise als ehemaliger Sänger von Gatekeeper oder den drei sackstarke Alben abliefernden und dann aufgelösten Traveler ein Begriff sein dürfte. Insbesondere Traveler zeigten mir, dass Weltraum- und Science-Fiction- Thematik zusammen mit speedigem Powermetal kanadischer Bauart ganz hervorragend funktionieren können. Bei The Scepter geht es nun aber etwas nerdiger im Gesamtspektrum zu.

Das Album legt auf flott los und bittet mit Riding on zum Tanz. Einer Aufforderung, der man gerne nachkommt. Hier klingt neben der kanadischen Riot-Schule auch Helloween durch. Herzerwärmende Doppel-Leads und ein beständig durchhämmerndes Schlagzeug unterstreichen bereits in den ersten Songs die Attitüde der Band. Hier wird nicht nachgedacht, hier wird die Fist geraised und sich der Alltag aus der Kopfhaut geschüttelt. Die recht platte Sauf-Hymne Drink on passt da ganz hervorragend ins Konzept.

Burn, Bundy, Burn geht da deutlich besser rein und weiß mit ein paar feinen Leads zu überzeugen und auch Dunes, das nochmal energisch die Geschwindigkeit nachjustiert, wirkt erfrischend. Das liegt auch daran, dass JP Abboud hier mal richtig frei drehen darf. Doch das wahre Highlight findet sich mit Taarakian Blood direkt im Anschluss. Im Vergleich zu diesem Brett wirken die vorangegangenen Kompositionen direkt saftlos und schmal. Im thematisch im Heavy Metal- Zeichentrickklassiker angesiedelten Taarakian Blood regiert die Vielschichtigkeit und Variation, der abschließende Titelsong dagegen zeigt die ungestümeren Wurzeln von The Scepter.

Was lange währt braucht also länger Anlauf. Denn ja, es geht schon fix zu Sache, doch so richtig packend wird es erst bei den letzten drei Songs. Das liegt in keinem Fall an der Produktion von Jeff Black, die ist über jeden Zweifel erhaben und fängt alle Instrumente gut ein, ob die Eighties-Lastigkeit des Schlagzeugs von der Band so gewollt ist, liegt hier nahe. Mit Drink on ist sogar ein veritabler Totalausfall zu verzeichnen, hier bleibt nicht nur der Durst, sondern auch der Hörspaß auf der Strecke. Alles in Allem also eher etwas für Kanada-Komplettisten und allgemein Freunde des augenzwinkernden Power Metals, die mal was für zwischendurch brauchen.

Anspieltipps:
👊 Dunes
🔥Taarakian Blood


Bewertung: 6,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Riding Out
2. Where Art Thou
3. Protector of the Skies
4. Drink On
5. Burn Bundy Burn
6. Dunes
7. Taarakian Blood
8. Shadows in the Tower



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