EGREGORE – It Echoes in the Wild (2026)
(10.416) Timo (9,0/10) Blackened Death Metal
Label: 20 Buck Spin
VÖ: 20.03.2026
Stil: Blackened Death Metal
Vier Jahre nach The Word Of His Law haben die Kanadier EGREGORE ihr zweites Album It Echoes In The Wild auf dem umtriebigen Label 20 Buck Spin veröffentlicht. Der angeschwärzte Death Metal ist im Vergleich zu anderen Genrevertretern vielschichtiger und bringt einige spannende Nuancen mit sich. Elemente aus Black, Death und Thrash Metal, mit qualitativ, auch mal virtuosen Anspruch, mal packender, mal fordernder, machen Eindruck.
Im komplexen Gefüge funktionieren EGREGORE als Einheit exzellent. Instrumental und auch auf gesanglicher Ebene, greift hier ein Rad ins andere. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, ist der Fundus an Ideenreichtum absolut überzeugend. Eintönig oder vorhersehbar ist an dem Album rein gar nichts, fernab des üblichen Einerlei, setzen die Kanadier auf stimmige Kontraste.
Dennoch sind Einflüsse zwischen Morbid Angel, Behemoth, Absu und Nocturnus durchaus zu erkennen. Unterstützt durch die Soundgewalt von Arthur Rizk, der auch schon für Blood Incantation seine Fingerfertigkeiten spielen ließ.
Besonders hervorstechend zeigen sich da auch gleich Songs wie das einfallsreiche Voice On The West Wind, ergreifend magisch, verschachtelt, aber auch mal peitschend nach vorn prügelnd. Exzellent! Auch das black thrashig darauffolgende Stair Into the Vortex, mit Deströyer 666 Bezüge, weiß auf eine dreckige Art für Aufsehen zu sorgen. Speed Metal Facetten bei Craven Acts of Desperate Men, welches auch mal Elemente des Death/Doom einbindet, halten viele Trümpfe in der Hand.
Wie auch die atmosphärische Dichte beim Instrumental Corsairs of the Daath Gulf und die Techno Death Akzente in Nightmare Cartographer, bilden weitere nicht wenige Highlights ab. Orchestrale Facetten in Six Doors Guard the Original Knowledges wie sie von Emperor stammen könnten, von klirrenden Black Metal Sound untermauert, treiben immer wieder neue Details ins Zentrum des Geschehens.
Aber auch Elemente des klassischen Progressive Death, wo auch mal späte Chuck Schuldiner Werke zitiert werden, machen auch beim letzten und fast 10minütig, monumentalen Track It Echoes in the Wild pausenlos neugierig und halten die Spannung stets auf einem gehobenen Niveau.
Bis man dort das Album mit heroischen Viking Metal, der Marke Borknagar, Einherjer ausklingen lässt, klingt verrückt, gell? Entspricht aber den Tatsachen und unterstreicht eine zweifellose Ausnahmestellung der Band. Die auf 50 Minuten Spielzeit begeistert, aber gleichermaßen fordert. Und eben kein Sound ist um mal kurz reinzuhören oder hindurch zu springen. Für mich eine wirklich der bemerkenswertesten Alben des Jahres.
Anspieltipps: Craven Acts of Desperate Men, Corsairs of the Daath Gulf und Nightmare Cartographer
Bewertung: 9,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Cast Adrift
02. Voice on The West Wind
03. Stair Into the Vortex
04. Craven Acts of Desperate Men
05. From the Yawning Crevasse Shrieks a Transmorphic Gale
06. Corsairs of the Daath Gulf
07. Nightmare Cartographer
08. Six Doors Guard the Original Knowledges
09. Servants of The Second Death
10. It Echoes in The Wild

