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NINTH REALM – Damnation’s Veil (2026)

(10.405) Phillip (7,0/10) Crossover Thrash Metal


Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 28.08.2026
Stil: Crossover Thrash Metal







Manche Alben haben bei mir von Anfang an ein Stein im Brett, allein durch die Tatsache, dass sich die Spielzeit mit der Fahrzeit deckt, die ich brauche um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. NINTH REALM können hier schon einmal einen Haken dran setzen. Darüber hinaus beweisen sie Geschmack bei der Covergestaltung, im Logodesign und wühlen in der gleichen Suhle wie die Kollegen von HIGH COMMAND, POWER TRIP und IRON AGE. Was kann hier eigentlich noch schief gehen?

Nicht viel. Die Songs mit ihrem Fantasy-Thema kommen hervorragend aus den Boxen galoppiert. Ben Hageage hat ein erfrischend schrilles, Gift speiendes Organ, das streckenweise entfernt an KNOCKED LOOSE erinnert. Auch die Instrumentalfraktion bolzt ordentlich rein, ist dazu noch enorm präzise und abwechslungsreich im Songwriting. Tracks wie Damnation’s Veil und Wyrd of Strideborne kommen dabei dennoch erkennbar von der gleichen Band und wirken nicht austauschbar. Ein ungemeiner Vorteil in diesem Genre und genau das, was man braucht, um längerfristig gut mit diesem Stil zu fahren.

Aber irgendwie… fehlt etwas. Die Grooves sitzen, keine Frage. Die melodischen Parts und Soli kommen alle richtig stark, die Two-Step-Parts bocken auch ungemein. Doch der Funke will nicht so ganz bei mir ankommen. Ich erkenne, ohne Zweifel, die Klasse in dem Material und bin überzeugt davon, dass mich das live umgeblasen hätte.

Und genau hier wähne ich den Hasen im Pfeffer. Live würden die Gitarren mit Sicherheit mehr knallen. Dieses akustische Hauptmerkmal unser aller Lieblingsmusik ist mir auf dem gesamten Album zu zahm abgenommen. Die an sich messerscharfen Riffs saufen im Mix ab und werden niedergeknüppelt. Dabei wirkt der Gesamtsound allerdings nicht komplett steril und drüber, sondern recht organisch, was die Sache doppelt ärgerlich macht. Stellt euch mal den Gewaltbatzen Vengeance Unto Rot mit einer dezent lauteren Gitarre vor, so etwa wie bei IRON AGE, wie geil wäre das bitte?!

So bleibt am Ende der etwas frustrierende und ernüchternde Eindruck, dass hier wesentlich mehr drin gewesen wäre, denn die Voraussetzungen sind alles gegeben. Ich hoffe derweil drauf, dass ich diese Truppe irgendwann mal live zu Gesicht bekomme, damit sie meine Vermutung bestätigen können. Für Fans des gesamten Crossover-Thrash-Hardcore-Gewaffels gibt es damit zwar einen hoffnungsvollen Appetithappen, der anfüttert und nicht sättigt. 

Anspieltipps:
⛓ Damnation’s Veil
🗡 All Hail Treachery 


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Valigeth 
02. Damnation's Veil 
03. Cohorts of the Abyss 
04. Imbued in Hellfire 
05. Rituals in Thar'amath 
06. Orphaned Throne 
07. Wyrd of Strideborne 
08. Beyond the Void 
09. Vengeance Unto Rot 
10. All Hail Treachery 
11. Twilight's Blade



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