Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (07/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

live on stage reports

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews A-D

BESVÄRJELSEN – Till Glömskan Ad Oblivionem (2026)

(10.397) Phillip (9,2/10) Desert Rock


Label: Magnetic Eye Records
VÖ: 28.08.2026
Stil: Desert Rock






BESVÄRJELSEN, schwedisch für „die Beschwörungsformel“, habe ich zugegeben noch nie gehört. Also auf zu neuen Ufern, fix ein paar Vorkenntnisse in Form von Shows der Band angeschaut und sich dann doch gewundert, dass ich sie noch nie gehört habe. Aber ab her steht auch zwangsläufig eine Erwartung in der Einöde. Nämlich wuchtiger, das Tempo meidender, Wüstenrock mit charakteristischem Fuzz im Gitarrensound.

Und so legen BESVÄRJELSEN auch los. The Greatest Sin und Accelerating Hearts sind sagenhaft gute Songs um mit dezent erhöhter Geschwindigkeit, mit lediglich einer Hand am Steuer, in den Sonnenauf- oder Untergang zu fetzen. Insbesondere der Refrain von Accelerating Hearts verdient hier das Prädikat „besonders mitreißend“. Sängerin Lea Amling Alazam besticht bereits hier durch ihr unaufdringliches und extrem songdienliches Timbre ohne sich selbst dabei in den Vordergrund zu drängen. Das geht auch in Battles sehr eingängig auf und auch hier kann man in kürzester Zeit wenigstens die Melodie, wenn nicht sogar den Text, intuitiv mitsingen.

In Counting Flies wird es dann zunehmend doomig, mit einer Gitarre, die an THE DEVIL AND THE ALMIGHTY BLUES erinnert und, apropos Blues, der lugt bis hier auch immer mal wieder um die Ecke. Aber warum „bis hier“? Na, weil BESVÄRJELSEN im Anschluss ihre Vielseitigkeit groß in Szene setzen. Mit Drifters on a Quiet Stream
kommt nämlich eine kraftvolle Ballade, mit Piano und allem drum und dran, dick unterfüttert mit den wuchtigem Fuzz. War es bis hier eine wirklich gute Wüstenrockband, so wird es hier über die Maße interessant.

The Mountain zieht dann wieder etwas an und wurden zuvor schon die Instrumentalfraktion in leicht Chöre eingebunden, so steigert sich das hier bereits zu einem kompletten Refrain. Daneben sind wir komplett in einer melancholischen Grundstimmung angekommen, die uns bis zum Ende des Albums auch nicht verlassen wird. Dafür trägt auch das folgende Pulse Sorge. Sängerin Lea Amling Alazam ließ verlauten, dass sie während der Entstehungsphase des Albums erfuhr, dass sie Nachwuchs erwartet und das anscheinend eindeutig auf die Songs abfärbte.

Nach einem kurzen Zwischenspielt bugsieren wir unser Vehikel aber erstmal wieder auf die Straße und summen oder singen Didn’t Come To Party mit. Ein wiederum energetischer Rocker, der natürlich auch auf einen schwermütigen Grundton braut, von dem ich inzwischen überzeugt bin, dass genau das perfekt zu allem in der Band passt. Von der scheppernden Instrumentalarbeit an den Saiten, über das kraftvolle Schlagzeugspiel, vollendet vom vielschichtigen Gesang. In letztgenannten Song dringen zum Beispiel sogar Background-Screams zu uns, während Black Wave von vornherein sehr männlich dominiert ist. Und, Leute, wenn dieser Refrain nicht ein absoluter Live-Abräumer wird zweifle ich an meinem Urteilsvermögen. Diese angedeutete Orgel im Hintergrund, zusammen mit den Gruppenvocals kommen gänsehauterregend gut!

Anstatt mit einem Knall geht es dann aber mit Oblivion schlicht ergreifend zu Ende. Die Nummer bleibt sofort im Ohr hängen und das Risiko, mit dieser ruhigen Ballade zu enden, zahlt sich vollumfänglich aus. Aber wie kann ich das nun bewerten? So hat zwar jeder Song seine Stärken und es will einfach nichts lieblos als Lückenfüller erkennbar sein, doch zündet nicht jeder Song so wie der nächste. So sind es besonders die weder breitbeinig rockenden, noch die Balladen, die nicht ganz so überzeugen, sondern die Songs dazwischen, Pulse ist hier als Beispiel zu nennen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, denn insgesamt hat mich dieses Album von seiner Klasse überzeugt.

Es ist diese Art Album, von der man, wenn überhaupt, eine vage Erwartung hat, vielleicht schon unter „Standart-Stoner-Kram“ abgespeichert, und dann so richtig packend kalt erwischt wird. Als würde man mit einem kleinen Motorboot aus dem Rostocker Hafen auf die Ostsee hinaus fahren, so wird einem plötzlich emotional ganz anders. Durchaus in Feierlaune gestartet, so hat man am Ende den Motor abgestellt und lässt sich gebannt treiben. Bravo!

Anspieltipps:
🔥 Accelerating Hearts
💣 Black Wave 
🗡Oblivion


Bewertung: 9,2 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Greatest Sin 
02. Accelerating Hearts 
03. Battles 
04. Counting Flies 
05. Drifters on a Quiet Stream 
06. The Mountain 
07. Pulse 
08. Interlude 
09. Didn't Come to Party 
10. Black Wave 
11. Oblivion



SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist