Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (07/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

live on stage reports

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews N-P

NAIL BY NAIL – Internal Inferno (2026)

(10.387) Miriam (9,8/10) Black/ Death Metal


Label: War Anthem Records 
VÖ: 25.09.2026 
Stil: Black/ Death Metal 







Nach dem Debütalbum im letzten Jahr konnte man deutlich spüren, wie NAIL BY NAIL durch die Decke gehen, wie sehr sie ihre pechschwarze Zeremonie in die Welt hinaustragen wollen – und vor allem, wie verdammt gut ihnen das gelingt. Umso mehr habe ich mich als Fan der ersten Stunde auf dieses Album gefreut - Internal Inferno. 

Kurz sollte an dieser Stelle auch erwähnt werden: NAIL BY NAIL muss man live erleben. Am besten in einem dunklen Ambiente, denn dort entfaltet diese Band ihre volle Wirkung. Aber auch so ziehen die Mannen einen ab der ersten Sekunde in ihren Bann – was sie beim diesjährigen Party.San Open Air mehr als deutlich bewiesen haben. Jeder auf der Bühne weiß genau, was er tut, und Frontmann Phil ist dermaßen tief in dieser schwarzen Zeremonie verankert, dass man seinen Blick kaum von der Bühne lösen kann. 

So. Und nun lassen wir die Musik sprechen…

Portas Aperio – die Tore werden geöffnet… Das Intro fühlt sich tatsächlich wie eine Öffnung der Tore an. Was sich dahinter verbirgt, lässt sich bereits erahnen. Eine dunkle Schwelle wird überschritten, und der Hörer betritt eine Welt, in der es nicht mehr viel Licht gibt. 

Und dann geht es heiß und kalt zugleich mit geballter Power direkt in die Seelenreinigung. Katharsis nimmt uns mit in die düstere und melancholische Atmosphäre und zieht den Hörer unmittelbar in die Welt von Internal Inferno hinein. Schmerz, Wut und Trauer werden hier nicht unterdrückt, sondern durch die Musik intensiv durchlebt – bis am Ende vielleicht tatsächlich eine Form der Befreiung wartet. Unterstrichen von dem für NAIL BY NAIL so charakteristischen Black-Metal-Sound ist das ein verdammt starker Einstieg, der definitiv Lust auf mehr macht. 

Kommen wir zu meinem Lieblingstrack. Ride The Beast beinhaltet für mich alles, was NAIL BY NAIL versprochen haben – und noch einiges mehr. Der Song erzeugt einen Zustand völliger Vernebelung und zieht einen immer tiefer in seine epischen Klanglandschaften hinein. Dabei besitzt er eine Dynamik, die ebenso unvorhersehbar wie fesselnd ist. Für die Clean Parts konnte Gionata a.k.a. Omega gewonnen werden, der italienische Multiinstrumentalist, bekannt unter anderem durch DARVAZA, NUBIVAGANT und CHAOS INVOCATION. Seine Stimme setzt einen spannenden Kontrast zu den harschen Vocals und verleiht dem Song zusätzliche Tiefe. 

Und wer weiß – vielleicht bleibt es ja nicht bei den Studioaufnahmen. Durch den Nebel der Gerüchteküche habe ich vernommen, dass dieser großartige Künstler möglicherweise irgendwann auch live mit dabei sein könnte. Man darf gespannt sein. 

Into The Dragon’s Mouth steht an vierter Stelle des Albums und markiert den Moment, in dem die Reise so richtig gefährlich wird. Der Schritt ins Ungewisse: Das Lied beschreibt den Moment, in dem man sich seiner größten Angst oder einer scheinbar unbesiegbaren Gefahr stellt. Die Konfrontation: Statt vor dem inneren Schmerz wegzulaufen, geht man erhobenen Hauptes direkt hinein – hinein in die Zerstörung. Gitarrenmelodien, Nebel und ein gewaltiges Donnern begleiten diesen Track. Die Blastbeats sitzen genau dort, wo sie hingehören. Into The Dragon’s Mouth ist aggressiv, schnell und packend und macht die Bedrohung und das sprichwörtliche Höllenfeuer förmlich hörbar. 

Ab hier wendet sich das Blatt ein wenig. Fenestra Silens nimmt Tempo heraus und öffnet gleichzeitig den Raum für eine noch atmosphärischere und epischere Seite des Albums. Ein kurzer Moment zum Luftholen – zumindest bevor die nächste Welle über den Hörer hereinbricht. 

Above The Black Tower - Dieser Song geht mir ins Mark. 

Die Melodie hat sich regelrecht in meinem Gehörgang verankert und scheint dort auch nicht mehr herauszuwollen. Wer Musik nicht nur hört, sondern wirklich fühlt, kann sie hier förmlich greifen. Above The Black Tower ist eine tief melancholische Verschmelzung aus Black- und Death-Metal, die sich mit den dunkelsten Facetten der menschlichen Existenz auseinandersetzt. Das hier ist keine bloße Ansammlung von Tönen. Es ist ein vertonter Schrei der Seele, der den Hörer direkt in die tiefsten Abgründe menschlichen Schmerzes zieht. Nicht umsonst wurde der Song auch als erste Single mit Video veröffentlicht – und auch live funktioniert er verdammt gut.

Nun beginnt das Verderben endgültig... 

Rasende Blastbeats und aggressive, sägende Gitarrenriffs dominieren den Song und machen pure Wut und Zerstörung hörbar. Wenn Katharsis bisher den Weg durch den Schmerz beschrieben hat, bricht hier der besonders schmerzhafte Teil hervor. Blades Ov Perdition steht für mich für das Aufbäumen gegen das Schicksal, für Wut und für dieses Gefühl, vom eigenen Unglück regelrecht zerschnitten zu werden. Tiefe Growls, wuchtige Instrumentierung und dieses tiefe „Lucifer“ brennen sich regelrecht ins Gedächtnis. 

...und irgendwann merkt man, dass die eigene Haut von Gänsehaut überzogen ist… 

Das Finale des Albums The Valley Of Sorrow beschreibt das endgültige Akzeptieren der Situation und das Durchschreiten der tiefsten Einsamkeit. Man geht hinab in das Tal des Kummers – und muss es durchqueren, um am Ende gereinigt und verändert wieder herauszufinden. Musikalisch setzen NAIL BY NAIL hier auf ein langsameres, walzendes Tempo mit deutlichen Doom-Metal-Einflüssen. Epische und melancholische Melodien lassen das Album emotional ausklingen und geben ihm einen würdigen Abschluss. 

Kurz zum Album Cover. Das düstere Cover-Design wurde von der Künstlerin Cartismandua entworfen und passt hervorragend zur Atmosphäre des Albums. Pechschwarz, mystisch und genau die richtige visuelle Begleitung für das, was einen musikalisch erwartet.

Fazit 

NAIL BY NAIL haben hier nicht einfach nur ein weiteres Black-Metal-Album veröffentlicht. Sie haben ihre eigene Zeremonie weitergeführt, intensiviert und mit einer beeindruckenden Mischung aus Aggression, Melancholie, Atmosphäre und Dunkelheit versehen. Internal Inferno entfaltet seine pechschwarze Pracht erst nach mehrmaligem Hören – ein eisiger, majestätischer Grower, den man wieder und wieder anmachen möchte. Es wächst, entwickelt sich und zieht einen mit jedem weiteren Hördurchgang tiefer in seine schwarze Welt hinein. 

Und genau hier liegt für mich auch der einzige „Makel“: Es ist verdammt schnell vorbei. Gerade wenn man vollständig in diese schwarze Welt eingetaucht ist, endet die Reise schon wieder. Man drückt fast automatisch erneut auf Play, weil man eigentlich noch gar nicht bereit ist, die Zeremonie zu verlassen. 

Wer die Band bereits kennt, wird hier vieles wiederfinden, was NAIL BY NAIL ausmacht. Wer sie noch nicht kennt, sollte sich spätestens jetzt auf diese Reise begeben. 

Licht aus. Lautstärke hoch. Zeremonie beginnt. 

Anspieltipps:
🐮Ride The Beast
🏰 Above The Black Tower 


Bewertung: 9,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Portas Aperio (Intro) 
02. Katharsis 
03. Ride The Beast 
04. Into The Dragons Mouth 
05. Fenestra Silens (Interlude)
06. Above The Black Tower 
07. Blades Ov Perdition 
08. The Valley Of Sorrow



SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist