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BRACHLANT – Minus (2026)

(10.461) Maik (8,3/10) Black Metal


Label: D.I.Y. 
VÖ: 04.09.2026 
Stil: Black Metal





Es ist im Metal doch immer das Gleiche. Sobald eine bestimmte Spielart eine gewisse Normalität erlangt, die ‚führenden‘ Bands sich signifikant verändern oder sich teilweise dem Mainstream verschreiben, rücken aus dem Untergrund neue Horden nach, die den alten, verloren geglaubten Spirit entstauben und erneut auf die Menschheit loslassen. 

So auch im Black Metal. Und hier ist eine dieser Bands. Es handelt sich um BRACHLANT aus Leipzig, die erst seit zwei Jahren existieren und nun schon mit ihrem Debütalbum auf der Matte stehen. Das Gerät hört auf den Namen „Minus“ und ist in Eigeninitiative entstanden. 

Der Opener „Worship Silence“ zeigt schon mal, wohin die Reise geht, nämlich in die Gefilde des traditionellen Black Metal der Frühneunziger. Dabei werden alle Facetten abgespult, Halbtonriffing, verzweifelt schleppende Momente und ab und an geht es auch mal im Galopp los. BRACHLANT packen in die knapp sechsdreiviertel Minuten alles rein, was dem klassischen Schwarzmetaller wohlige Scheuer über den bleichen Leib jagt. 

Mit „The Well“ wird dann ordentlich Gas gegeben. Das Riffing ist nicht nur rasend, sondern regelrecht elektrisierend. Außer dem Black Metal-typischen Kreischgesang kommen nun auch Parts vor, die mich an die erste DØDHEIMSGARD erinnern, also eher ein gepresstes Rufen darstellen. 

Wer nun denkt, schneller geht nicht mehr, hat die Rechnung ohne BRACHLANT gemacht, denn „Hell From Above“ legt noch mal einen Zahn zu. Dabei gerät die ganze Chose allerdings nicht aus dem Ruder, jeder Ton sitzt perfekt und präzise. MARDUKs „Panzerdivision…“ wird hier zusammen Mit GORGOROTH und den frühen EMPEROR auf die Plätze verwiesen. 

Nun sind BRACHLANT nicht nur auf brachiale Raserei aus, sondern würzen die Tracks immer mit interessanten Riffs, die man noch nicht tausendmal gehört hat. Und wenn „De-Crowning“ auch ein wenig an DARKTHRONE erinnert und „Like A Rat“ etwas von GORGOROTH hat, klingen die Songs nicht wie abgekupfert, sondern wirken recht eigenständig. 

Dass die Band auch in den langsamen Bereichen fit ist, zeigt „Obey!“ der eher getragen, aber nicht weniger wuchtig unterwegs ist. Hier treffen sich Wut und Verzweiflung zum gemeinsamen Lärmen. Und einen Track wie das abschließende „You Don’t Matter“ auf 12:48 zu bringen, ohne dass er langweilig wird, muss man auch erst einmal schaffen. Gut, die dreiviertel Minute Fliegengesumme am Ende ist etwas ausufernd, aber irgendwas zum Meckern muss man ja finden.

Insgesamt ist es fast erstaunlich, wie es BRACHLANT schaffen, einen doch eher als minimalistisch bekannten Stil wie Black Metal derart vielseitig und komplex zu gestalten. Ich muss gestehen, dass mich die Fülle an Ideen beim ersten Hören fast ein wenig erschlagen hat. Ab der Hälfte der Platte schien sich mein Aufmerksamkeitslevel dramatisch zu vermindern. Ich empfehle also etwaigen Interessenten, der Scheibe mindestens drei Durchgänge zu gönnen, bevor man sich eine Meinung bildet.

Wer sich eine Mischung aus der Raserei MARDUKs, der Brachialität GORGOROTHs und der komplexen Dichte der frühen EMPEROR nicht so richtig vorstellen kann, sollte sich „Minus“ definitiv einmal antun. 

 Anspieltipps:
🙏 Worship Silence
⚡ Hell From Above 


Bewertung: 8,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Worship Silence 
02. The Well 
03. Hell From Above 
04. De-Crowning 
05. Like A Rat 
06. Obey! 
07. New World Golgotha 
08. She Is A Witch 
09. You Don’t Matter 



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