GODFLESH – Decay (2026)
(10.443) Maik (keine Wertung) Industrial Metal
Label: Relapse Records
VÖ: 25.09.2026
Stil: Industrial Metal
Ich weiß nicht genau, welch Knarzelwicht unseren Großmeister Olaf geritten hat, gerade mich auszuwählen, dieses Review zu schreiben. Es handelt sich um „Decay“, das neue Album der Industrial-Veteranen GODFLESH.
Nun sind meine bisherigen Berührungspunkte mit Industrial im Allgemeinen und GODFLESH im Besonderen eher im Mikrobereich anzusiedeln. Ich wusste, dass es die Band gibt, dass sie Industrial Metal macht und habe auch ein, zweimal reingehört. Fazit war immer: zwischendurch mal ganz interessant, aber letztlich nicht wirklich meine Tasse Gerstensaft.
Tja, nun muss ich wohl. Danke Olaf! Das ist dann wohl die Strafe für meine bösigen Kommentare in TALES FROM THE HARD SIDE…
Das Album beginnt mit recht minimalistischem Riffing, welches sich auch im Laufe des Tracks nicht sehr verändert, nur mit atmosphärisch kalten Sounds angereichert wird. Beim ersten Hören dachte ich, „Master And Slave“ wäre eine Art Intro, und wartete, bis die beiden Altmeister so richtig loslegen. Und ich wartete. Und wartete. Vor meinem geistigen Auge bildeten sich Trupps von durch verlassene U-Bahnschächte marschierenden Cybermen, und eine tonnenschwere Mattigkeit hätte sich fast auf mich draufgesetzt. Und dann war das Stück zu Ende. Intro? Nee, kann nicht sein, Wäre mit achtdreiviertel Minuten wohl doch etwas lang geraten.
Nun hatte ich mich schon auf eine knappe Dreiviertelstunde monotonen Maschinensounds eingeschossen, da holen mich GODFLESH dann doch ab mit dem schon vorab veröffentlichten „Living/Ending“. Da kristallisieren sich richtige Songstrukturen heraus, die zwar immer noch im eiskalten Industrialmodus agieren, aber doch etwas mehr Leben in die Maschinenhalle bringen. Das hat teilweise sogar fast Groove.
Regelrecht tanzbar- für Industrialverhältnisse – bietet sich das nächste Stück „Feral Colony“ dar. Tanzbar im Sinne von Dark Wave allerdings. Diese Assoziation kommt vor allem durch den Klargesang zustande. Denn maschinenhafte Düsternis und dissonante Ohrmuschelzerknitterung bleibt natürlich richtungsweisend.
„Fear Of Man“ stellt das Empfinden vor eine Zerreißprobe, denn einerseits wehen mesmerisierend-klagende Klänge durchs Zimmer, andererseits entwickelt synkopierender Rhythmus eine elektrisierende Wirkung. Es ist fast so, als würde man sich nach zehn starken Kaffees zum Schlafen hinlegen. Man ist gleichzeitig sediert und hibbelig.
„Fodder“ ist dann wieder eher eine Soundwand als ein Song und hört auch dementsprechend ohne Vorwarnung auf, bevor GODFLESH mit dem finalen Stück „Consume Me“ das Album beschließen. Über elfeinhalb Minuten ist das Monster lang und wirft mich wieder in das Wechselbad zwischen lähmender Lethargie und elektrisierender Unruhe.
Der Leser wird merken, dass ich bei dem Thema nicht unbedingt der Experte bin. Ich habe einfach nur mal meinen Gedanken und Empfindungen freien Lauf gelassen. Aus diesem Grunde möchte ich auch auf eine Punktewertung verzichten. Wer musikalisch ähnlich gepolt ist, dem würde ich die beiden Songs als Anspieltipp empfehlen, die unten aufgeführt sind.
Anspieltipp:
⌛Living/Ending
👹 Feral Colony
Bewertung: keine Wertung
TRACKLIST
01. Master And Slave
02. Living/Ending
03. Feral Colony
04. Fear Of Man
05. Fodder
06. Consume Me

