LEGATUS – Nachtwaerts (2026)
(10.430) Timo (8,0/10) Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen
VÖ: 01.09.2026
Stil: Black Metal
Mit Nachtwarts vollzieht das Black Metal Duo LEGATUS, aus dem hessischen Neu Ilsenburg, seinen zweiten Streich. Nicht zu verwechseln mit dem kanadischen Pendant. Die 2024er EP Aus dem Schattenreich kam mit 8 Punkten bei unserem Maik doch recht gut an.
Dabei sind sie ihrer Linie treu geblieben und atmosphärischer Black Metal der frühen 90er ist auch hier ein beständiger Treiber. Zwischen roher Härte, einer fesselnden Melancholie, eingebettet in einer mystischen Klanglandschaft voller Poesie, weckt man zweifelsohne recht schnell die Neugier.
Auf Experimente verzichtet man, dennoch hört man hier kein stumpfes Gebolze, die Songs präsentieren sich doch recht variabel. Die düstere Atmosphäre weiß dabei durchaus zu fesseln, zwischen temporeichen Attacken, prägenden melodischen Facetten und dezenten Keyboardpassagen, ist man doch recht klassisch unterwegs. Dabei kreieren LEGATUS eine stimmige Balance aus Härte und Atmosphäre, aggressive Gitarrenlinien und gelungene Tempovariationen wissen zu überzeugen.
Dabei erinnert die Atmosphäre auch an alte Gruselfilme wie Tanz der Vampire oder Nosferatu, einen cineastischen Touch kann man den Songs nicht absprechen. Beheimatet in einem Klangbild aus emotionaler Kälte und unheimlicher Düsternis. Gesanglich ist der Stil mehrstimmig, mal wütend, verzweifelnd aber auch mythisch beschwörend. Die deutschen Texte geben mit dem instrumentalen Fundament ein geschlossenes Bild ab. Die von Naturmystik, okkulten Legenden und einer unerschütterlichen Sehnsucht nach der Dunkelheit handeln.
Neben dem starken Titelsong Nachtwaerts, überzeugt man umgehend mit In die Leere noch deutlicher. Die folkigen Elemente bei Die schwarze Eiche, mitsamt den weiblichen Soprangesang, versprühen viel orchestralen Charme. Auch das eher balladeske Ihr Geist, der mich heimsucht, bringt einen schönen Kontrast ins Spiel. Mit dem abschließenden Dort, wo die Nebelgeister wandern, dass in Momenten auch mal an eher epische Bathory Zeiten erinnert, lässt man das Album recht stimmig ausklingen.
Das Debutalbum kann sich dabei durchaus sehen lassen, atmosphärischer 90er Black Metal, relativ stilsicher, der an frühe Enslaved, Satyricon und auch Gehenna erinnert. Wer sich dort beheimatet fühlt, sollte hier unbedingt mal andocken. Denn die traditionelle und düstere, mystische Version des Black Metal sammelt hier durchaus einige Punkte. Denn die klare Identität und das vorhandene Potential gehen wirklich gut Hand in Hand.
Anspieltipps: In die Leere und Ihr Geist, der mich heimsucht
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Nachtwarts
02. In die Leere
03. Die schwarze Eiche
04. Ihr Geist, der mich heimsucht
05. Der Teufel auf dem Feldberg
06. Waldnacht
07. Dort, wo Nebelgeister wandern

