Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (08/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

live on stage reports

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews N-P

PARALLEL MINDS – Cairn (2026)

(10.427) Timo (9,0/10) Progressive Power Metal


Label: Eigenproduktion
VÖ: 10.03.2026
Stil: Progressive Power Metal






Hinter dem Titel Cairn verbirgt sich das nunmehr Vierte Album der französischen Progressive Power Metal Heads PARALLEL MINDS. Cairn steht für einen künstlich angelegten Steinhaufen, den man beim Wandern in der Natur sicher schon mal selbst entdeckt hat. PARALLEL MINDS nutzen es hier als Metapher für das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Musikalisch verbirgt sich hier ein anspruchsvolles Gesamtwerk von großer erzählerischer Tiefe, welchem man äußerst selten begegnet. Es ist eine Reise durch Leid, Erinnerungen und nachdenklich machenden Tragödien, ohne kultureller Abgrenzung und Genreverklemmtheit. Jeder Song des Albums ist eine Reise an einen anderen Ort und verknüpft dies geschickt mit traditionellen Klängen, wie auch spirituellen Themen.

Zwischen klassischen melodischen Power Metal, eingängiger Progressivität, symphonisch, orchestraler Ausdrucksstärke, aber auch der Wucht des Thrash Metal zeigen die Franzosen sich vielschichtig und innerhalb des spannenden Songwriting regelrecht ambitioniert. Der sensible, sowie klare und einfühlsame Umgang mit Kulturen, Epochen und der menschlichen Abgründe weiß zu bewegen. Soundtechnisch greift hier ein Rad ins Andere. Die musikalische Qualität wird bei PARALLEL MINDS nie zum Selbstzweck.

Starkes Material liefert die Band auf Cairn in absoluter Regelmäßigkeit ab. Das fängt schon beim orchestralen Intro an, welches sofort zu fesseln weiß. Stark beim klassischen Sufero. Das ergreifende Bhopal unterstreicht den beeindruckenden Start dann recht deutlich. Ein berührender Song über die menschengemachte Chemiekatastrophe des Jahres 1984 in Indien. Trail of Tears versprüht eine einzigartige Atmosphäre, der sogleich Gänsehaut bei mir verursacht. Inhaltlich geht es bei einem der längsten Songs des Albums wiederum bedrückend zu. Der Song behandelt die historische Tragödie des „Pfads der Tränen“ (Trail of Tears) aus den 1830er Jahren. Unter der US-Regierung wurden Zehntausende nordamerikanische Ureinwohner (darunter die Cherokee, Choctaw und Creek) brutal aus ihrer Heimat im Südosten der USA vertrieben und zu Fuß in das karge Oklahoma-Territorium deportiert. 

Cairn zeigt sich als Album mit sehr viel Klasse, ohne Monotonie oder songwriterischer Talfahrt. Auf einem anspruchsvollen Niveau bewegen sich dabei nahezu alle Songs. Auch die Zielgerade enttäuscht dabei keineswegs. Das mit dem eher melancholischen Colonias, welches die Geschichte des Kolonialismus und die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung Südamerikas thematisiert. Mit dem Deftigen Power/Thrash’igen Fear is the Pandemic (Die Angst ist die Pandemie) endet das Album. Dabei legt die Band offen wie Angst, Hysterie und Misstrauen sich wie ein hochgradig ansteckendes Virus verbreiten.  

Nach über einer Stunde höchst qualitativen Power Metal, welcher derart spannend, ergreifend und auch textlich so einiges zum Nachdenken bietet, kann ich einfach nicht anders, als völlig begeistert zu sein. Wer sich in den Fängen von Bands wie Symphony X, Blind Guardian, bis Nevermore oder auch Testament wohlfühlt, wird PARALLEL MINDS sehr schnell in sein Herz schließen. Ein absolutes Top Album, welches für 15,50-16,00 Euro bei der Band bzw. exklusive Shops direkt geordert werden kann.

 Anspieltipps: Bhopal und Trail of Tears


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Cairn
02. Sufero
03. Orishas
04. Bhopal
05. Trail of Tears
06. Segikahara
07. Troubles
08. Colonias
09. On Both Sides
10. Fear is the Pandemic



SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist