TYGERS OF PAN TANG – Electrifyed (2026)
(10.426) Maik (8,7/10) Heavy Metal
Label: Mighty Music
VÖ: 11.09.2026
Stil: Heavy Metal
Da ich diesen Monat mit CLOVEN HOOF ja schon eine NWOBHM- Legende auf der Agenda hatte, bleibe ich doch bei dem Thema und führe mir das neue Album der Band TYGERS OF PAN TANG zu Gemüte. Das Ding nennt sich „Electrifyed“ und ist sage und schreibe schon der vierzehnte Langdreher der Briten.
Nun muss ich mir schon mal zwei, drei Schubkarren Asche auf mein runzliges Haupt kippen, denn ich muss leider gestehen, weder damals noch bis jetzt dieser Band genügend Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. Ich bösiger Schuft, ich!
Vielleicht hatte ich damals schon diese leichte Fremdelei mit Bandnamen, die aus mehr als drei Wörtern bestehen. Nun, das sollte sich nun ändern, denn besagte Tiger stammen nämlich aus Michael Moorcocks Fantasy- Zyklus ‚Elric Von Melniboné‘, wo sie sozusagen als Haustiere der Zauberer von Pan Tang agieren. Ja, besagter Elric, der als Coverheld auf diversen CIRITH UNGOL – Scheiben zu sehen ist. Auch andere Rock- und Metalbands haben sich von diesen Büchern inspirieren lassen, ich nenne hier mal nur DEEP PURPLE, HAWKWIND, BLUE ÖYSTER CULT oder DIAMOND HEAD.
Aber genug der Klugscheißerei, die keine ist, weil ich mir den ganzen Klumpatsch eben erst zusammengegoogelt habe.
Kommen wir zu „Electrifyed“. Mit dem Album knüpfen die TYGERS nahtlos an ihr bisheriges Schaffen an, ohne dass der Staub der Jahre den Esprit vermissen lässt, der einstmals die New Wave Of British Heavy Metal durchströmte. Wobei das Album definitiv ein Grower ist, der sich mit jedem Durchhören griffiger anfühlt.
Ziemlich hartes Riffing, gepaart mit dem melodischen, aber nie weichgespülten Gesang von Jack Meille, ergeben ein authentisches Achtziger Heavy Metal- Feeling, welches einerseits die Standards dieser Musik bedient, dies alles aber auf erfrischend unverbraucht wirkende Weise. Und obwohl gewisse Kollegen diese Mucke als ‚Alte-Männer-Metal‘ bezeichnen würden (Hallo Clemens!), kommen die TYGERS doch um einiges mächtiger und vor allem heavier rüber als die Riege moderner Melodic Power Metal Superstars, die sich heutzutage der Gunst der Massen erfreuen.
Dabei gelingt es der Band, zunächst locker flockig entspannt zu wirken, und sich dann klammheimlich wie gerissene Tiger ins Rückenmark zu schleichen und dort für Tumult zu sorgen. Besonders stark fiel mir das bei „Dark Divinity“ auf, dessen Chorus einfach Ohrwurmcharakter entwickelt.
Das Album wirkt derart zeitlos, dass ich kaum mit Unglauben reagiert hätte, wäre es jemandem eingefallen, mir einzureden, dass es schon 1983, 1990 oder 2000 erschienen ist. Isses aber nich! Authentischer geht es kaum. Ich höre mir die Scheibe nun schon zum sechsten Mal an, und finde sie immer noch super. Allerdings ist das ganze Album auf ziemlich hohem Niveau angesiedelt, wodurch kein Song mit Hitcharakter herausragt. Aber das muss es ja auch nicht.
Anspieltipps:
👤 Dark Divinity
💀 The Powers That Be
Bewertung: 8,7 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Rise Up!
02. Forevermore
03. The Powers That Be
04. Dark Divinity
05. Elecrifyed
06. A Shadow On Fire
07. The Nail
08. The Fight Goes On
09. Dark Skies
10. Revenge Is Sweet

