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Kulk – Choosing to Die (2026)

(10.410) Dö (7,5/10) Doom Metal


Label: Church Road Records 
VÖ: 28.08.2026 
Stil: Doom Metal 






Was habe ich mir denn da eingebrockt? Ich mag es ja vertrackt und fricklig, aber Kulk setzt dem doch ganz glatt die Krone auf. Kulk - eine zwei Personen Band aus Norwich (England) bestehend aus Thom Longdin, der sowohl die Gitarre, als auch das Mikro quält und Jade Ashleigh Squires, die die Synths bedient und hauptsächlich die Felle verdrischt. Man ist geneigt an Mantar oder The White Stripes zu denken. Identisches Setup aus Drum und Gitarre, aber nur extrem vertrackt und abgefuckt. 

Wer ein Doom Metal, Album erwartet, so wie ich, wird leider enttäuscht. Hatte ich doch bei dem Touringpaket, wo Kulk als Opener für z.B. Crowbar fungierte mit Doom oder Sludge gerechnet. Was hier auf einen einbricht, hat meiner Meinung nach nix aber auch gar nix mit strickten Doom Metal zu tun, genauso wenig wie ich mit einer Professur in Quantenphysik. Um die Schublade zu bedienen, bewegen wir uns im Doom Noise oder Noise Rock. Gewisse Sludge-Element ziehen sich aber durch alle Tracks, daher auch die Schublade Sludge, wenn auch nicht vollumfänglich. 

Wenn man dem Label glauben mag, dann ist die Band zugleich auf einer Erkundungstour des menschlichen Leidens und eine Erweiterung ihrer Beziehung. Ok, lassen wir mal so stehen.

Leiden und Schmerzen ziehen sich durch alle Songs. Minimalistische Texte, Spitzenreiter ist der Track „Collapse“ mit „Don't Take me und I am“. That's it, mehr nicht.

Will man den Sound beschreiben der da einem entgegen geprügelt und gekeift wird, dann nimmt man Refuse kreuzt das mit Mantar und schmeißt das ganze in 'nen Mixer. Obendrauf noch die Jahresdosis Anti-Antidepressiva und die Klingen fürs Ritzen sollten bereitgelegt sein. Nicht zu vergessen die bewusst gesetzten Rückkopplungen oder schrillen Einzeltöne von Thom sowohl gitarrentechnisch, wie auch gesanglich. Die zum Teil einen extremen Nervfaktor aufweisen können. Das gehört aber zum Stil und veranschaulicht instrumentalische und gesangliche Schmerzen. 

Für Hörer die nicht gerade psychisch stabil sind oder sich das Gehirn zermartern, kann meiner Meinung nach „Choosing to die“ grenzwertig sein. Es wird sich in einer morbiden Art und Weise bei „An Endless Knife“ mit dem Altern beschäftigt und dem damit einhergehenden Verlust des menschlichen Umfelds. Man könnte auch dabei an Suizid denken, wenn „all my friends chose to die“ als Hook kommt.

Dieses Album, diese Songs, sei es „For Blood“, „The Saddest Holiday“ oder „Ache“ (Schmerz), pressen einem das Leid und den Schmerz mit aller Macht in den Kopf oder die Seele. Konsequenter Minimalismus, eine Soundwand aus Gitarre und Drums, gesangliche Verzweiflung und wenn bei „Ache“ noch ein Cello mit eingebaut wird, ist es vollkommen vorbei. Man fühlt sich an Hellraiser erinnert, weil man unbedingt am Würfel rumspielen musste. Man hat die Welt des Schmerzes betreten, in der einem Pinhead die Ketten durch die Extremitäten treibt. Wenn nach knappen 26 Minuten die Schmerzorgie vorbei ist und man nicht ganz der Trauer und Melancholie erlegen ist, dann hat man entweder ein Nervenkostüm das seinesgleichen sucht oder man greift auf die eingangs erwähnten Ritzwerkzeuge zurück. „Choosing to die“ von Kulk ist textmäßig herausfordernd, soundtechnisch eine instrumentalisierte, aggressive Schmerztherapie.

 Anspieltipps:  
The Saddest Holiday
⚡ Ache 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. An Endless Knife 
02. We're Worried About You 
03. Being Forgotten 
04. Collapse 
05. For Blood 
06. To Take Life 
07. The Saddest Holiday 
08. Ache 
09. Our Last Walk 



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