EVISARIZE – Bound In Flesh (2026)
(10.411) Maik (8,9/10) Thrash Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 26.08.2026
Stil: Thrash Metal
Ja lutsch mich rund und nenn mich Bärbel! Da will man einfach nur ne Runde chillen, guckt bei YouTube rein und wird gleich auf Anhieb mit neuer Mucke verkloppt, die einfach danach schreit, hier rezensiert zu werden. Und zwarerdings handelt es sich um das neue Album der mir bisher unbekannten EVISARIZE.
Die Band kommt aus London und hat nach ihrem Debüt und einer EP nun den zweiten Longplayer am Start, welcher sich „Bound In Flesh“ nennt. Hauptsächlich im Thrash Metal beheimatet, nehmen die Briten doch ab und an auch mal einen Abstecher in die Gefilde des Melodic Death Metal vor. Dies allerdings weniger in der gefälligen weichgespülten Variante, sondern in der, die maximal aufs Gaspedal tritt. Gerade Songs wie „Architects Of Hell“ und das noch um einige Ecken rasantere „Sadistic Ecstasy“ ziehen einen weiten Bogen zum aggressiven und schnellen Melodeath.
Den absoluten Höhepunkt des Geschwindigkeitsrausches stellt jedoch der Song „Barren“ dar, der zumindest in der ersten Hälfte des Songs die Schallgeschwindigkeit zu erreichen versucht. Da ist das darauffolgende chillige Instrumentalstück „Tsugunai“ fast eine erholsame Pause zwischendurch, bevor es mit dem abschließenden „Blood Of The Sun“ wieder voll eins in die Fresse gibt.
Das Album beginnt auch rasant, ohne Introgedöns oder ähnliche Vorwarnsysteme. Mit dem ersten Ton gibt es hier voll auf die Zwölf, rasendes Riffing, treibender Rhythmus und ein Schreihals am Mikro, der sich erst kürzlich Stahlseile auf seine Stimmbänder genietet haben dürfte. Der Opener „Ritual Homicide“ nagelt auch gleich gebündelte Raserei ins Lauschgewürge und kloppt die Fontanelle weich.
Dabei zaubern EVISARIZE auch mal ein paar überraschende Breaks und Wechsel in die Songs ein, was die Rasanz des Materials noch erhöht. Flirrende Soli und gelegentliche melodische Einschübe erschaffen einen auflockernden Kontrast zum üblichen High Speed Geschrote.
Dem Hörer werden auf „Bound In Flesh“ gediegen die Nackenwirbel neu gemischt und die Genickmuskeln bekommen eine Radikalmassage, dass der Kalk explosionsartig wegplatzt und das umliegende Interieur zerschrotet. Und das alles auf höchstem spielerischen Niveau.
Angenehm zu hören, welche musikalischen Perlen da im Underground der Entdeckung harren. Da können sich die Szenedinos und Urgesteine des Thrashs in mehr oder weniger ferner Zukunft entspannt zur Ruhe setzen, ohne befürchten zu müssen, dass diese Art Mucke mal ausstirbt.
Anspieltipps:
💊 Sadistic Ecstasy
🔨 Architects Of Hell
Bewertung: 8,9 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Ritual Homicide
02. Bound In Flesh
03. Blunt Force Torture
04. Architects Of Hell
05. Entombed And Consumed
06. Chaos Of A World Reborn
07. Sadistic Ecstasy
08. Barren
09. Tsugunai
10. Blood Of The Sun

